Peinlicher Wildcard-Irrtum Das steckt hinter dem vielleicht bizarrsten Profi-Debüt der Tennis-Geschichte

Syl Battistuzzi

9.1.2026

Das sieht amateurhaft aus – und ist es auch. 
Das sieht amateurhaft aus – und ist es auch. 
Screensht ITF Tennis

Ihr Auftritt dauerte nur 37 Minuten, bleibt aber unvergessen: Die Ägypterin Hajar Abdelkader feiert beim W35-Turnier in Nairobi ein kurioses Debüt. Die involvierten Verbände erklären, wie es dazu kommen konnte.

Patrick Lämmle

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Das Profi-Debüt der Ägypterin Hajar Abdelkader sorgte weltweit für Schlagzeilen.
  • Warum die 21-Jährige mit einer Wildcard ausgestattet wurde, blieb zunächst rätselhaft.
  • Inzwischen hat der kenianische Tennisverband Fehler eingeräumt.

Die Tennis-Szene blickte dieser Tage verwundert nach Nairobi. Dort gab die Ägypterin Hajar Abdelkader ein denkwürdiges Profi-Debüt. Die 21-Jährige holte gegen Lorena Schädel, die Weltnummer 1026, nur drei Punkte. Allerdings nur, weil die Deutsche zwei Doppelfehler macht und eine Vorhand im Aus landet.

Abdelkader macht sich zur Witzfigur und die ganze Welt fragt sich: Warum zum Teufel erhielt sie für das mit 30'000 Dollar Preisgeld dotierte Turnier eine Wildcard? Das scheint man sich auch beim ägyptischen Tennisverband zu fragen. Dia Nabil Loutfy, technischer Direktor des Verbands, sagt gegenüber BBC: «Wir möchten klarstellen, dass sie weder beim ägyptischen Tennisverband registriert noch in einer unserer offiziellen Spielerlisten aufgeführt ist.»

Tennis Kenya räumt Fehler ein

Der kenianische Verband hat inzwischen in einem Statement Fehler eingeräumt. Nach einer Absage einer Spielerin, habe man der Ägypterin eine Wildcard gegeben, da sie angegeben habe, über «ausreichend Wettkampferfahrung» zu verfügen. «Im Nachhinein erkennt Tennis Kenya, dass diese Wildcard nicht hätte vergeben werden dürfen. Der Verband hat aus dieser Erfahrung gelernt und wird sicherstellen, dass sich ein derart seltener Vorfall nie wiederholt.»

Umso vorbildlicher handelt der kenianische Verband im Nachgang. Man habe der 21-Jährigen Hilfe angeboten, sollte sie nach dem ganzen Wirbel rund um ihren Auftritt leiden: «Es handelt sich hier um einen jungen Menschen und angesichts der medialen Aufmerksamkeit, die das Match erhalten hat, ist es für ITF und Tennis Kenya wichtig, sicherzustellen, dass es beiden Spielerinnen gut geht. Die Verbände haben die Spielerinnen kontaktiert und ihre Unterstützung angeboten.»

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