Viele Tennis-Stars bei den Australian Open sind verärgert, da es kaum noch Rückzugsorte für sie gibt. Auslöser für die Diskussionen war ein Vorfall um Coco Gauff.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Coco Gauff zertrümmert nach der Niederlage bei den Australian Open in den Katakomben ihren Schläger und wird dabei gefilmt.
- Viele Tennis-Stars haben sich in der Folge über mangelnde Privatsphäre beklagt.
- Turnierdirektor Craig Tiley nimmt die Vorwürfe ernst und will handeln.
Vor wenigen Tagen zertrümmert Coco Gauff nach ihrer Viertelfinal-Niederlage bei den Australian Open gegen Elina Svitolina ihren Schläger. Man muss dafür kein Verständnis haben, doch Gauff tut es immerhin abseits des Platzes. An einem Ort, an dem sie sich unbeobachtet fühlt. Dass die Bilder ihres Wutanfalls die Runde machen, stösst Gauff deshalb sauer auf. Denn die 21-Jährige ist sich ihrer Vorbildfunktion bewusst: «Ich habe versucht, mich an einen Ort zu begeben, an dem es nicht gefilmt wird, aber offensichtlich wurde es doch gefilmt. Der einzige private Ort, den wir bei diesem Turnier haben, ist die Umkleidekabine.»
Dass die Privatsphäre zu kurz kommt, da stimmen einige Profis zu. Djokovic witzelt an einer Pressekonferenz auf Gauffs Aktion angesprochen: «Mich wundert, dass wir nicht auch noch beim Duschen gefilmt werden. Das ist wahrscheinlich der nächste Schritt.» Dass die Fans gerne auch mal hinter die Kulissen blicken, dessen ist sich Djokovic bewusst. Für seinen Geschmack gibt es aber zu viele Kameras. «Es sollte ein Limit geben, eine Grenze, die klar definiert, wo unser privater Raum liegt.»
Auch Iga Swiatek, die aktuelle Weltnummer 2 bei den Frauen, pflichtet Gauff bei. Nach ihrer Viertelfinal-Niederlage gegen Elena Rybakina sagt sie, dass es schön wäre, etwas mehr Privatsphäre zu haben. «Die Frage ist: Sind wir Tennisspielerinnen? Oder sind wir Tiere im Zoo?»
Turnierleitung reagiert auf Vorwürfe
Nach der Kritik diverser Tennis-Stars zeigt Craig Tiley, der Direktor des Grand-Slam-Turniers, Verständnis und gelobt Besserung. «Wir wollen mit den Spielern und Spielerinnen sprechen. Wir wollen wissen, was sie wollen und was sie brauchen. Die Anpassungen, die wir machen müssen, werden wir machen», so das Versprechen.