Djokovic: «Es kam mir vor, als hätte ich versagt»

pat

12.11.2018

Novak Djokovic hat sich eindrücklich an die Weltspitze zurückgekämpft. Möglich war das nur, weil er sich im Februar einer Operation am rechten Ellbogen unterzog. Eine Operation, die er eigentlich nie wollte.

Mit Schweizer Hilfe, in der Rennbahnklinik in Muttenz hat sich Djokovic operieren lassen, hat der Serbe den Sprung zurück an die Spitze geschafft. In einem Interview mit dem «Daily Telegraph» hat er über die für ihn schwierige Zeit gesprochen. Nach dem Eingriff seien zwei, drei Tage lang immer wieder Tränen geflossen. «Immer wenn ich daran dachte, kam es mir vor, als hätte ich versagt.»

Denn er glaube daran, dass sich der menschliche Körper selbst heile. «Deshalb will ich mich nie mehr in die Situation bringen, dass eine Operation nötig wird. Aber diesmal war es unvermeidlich.» Es sei ein Kompromiss gewesen, den er habe eingehen müssen. «Denn ich wollte nicht mehr ein solches Jahr erleben.» Ein Jahr voller Schmerzen. Er habe die ganze Zeit Schmerztabletten geschluckt, um überhaupt spielen zu können. Es gebe Spieler, die würden das die ganze Karriere so machen, aber für ihn sei das nichts.

Nach dem Australian Open 2018, er schied im Achtelfinal aus, habe er sich deshalb entschieden, sich unters Messer zu legen. Sechs oder sieben Chirurgen habe er konsultiert und sich dann für die Rennbahnklinik entschieden, weil dort das Vertrauen da war. Danach sei es ihm einen Monat lang nicht gut gegangen, er habe sich schuldig gefühlt. Doch irgendwann kam der Punkt, wo er sich gesagt habe: «Es liegt an mir zu entscheiden, ob ich dankbar sein will oder verbittert.» Seither hat er seine Grand-Slam-Titel 13 (Wimbledon) und 14 (US Open) gewonnen und sich auf Platz 1 in der Weltranglistse hochgekämpft.

Er habe viel gelernt, meint Djokovic. «Jeder Tag ist für uns die Chance, zu wachsen und uns besser kennen zu lernen. Ich glaube daran, dass die Antwort in uns drin ist. Wenn wir nach ihr suchen, finden wir sie.»

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