Wimbledon-Halbfinal

Wer gewinnt das Legenden-Duell?

Roger Federer

Luca Betschart

Als Rekordsieger und achtfacher Champion dieses Turnieres ist Federer auch gegen seinen einstigen Angstgegner nicht zu stoppen.

In seinem Wohnzimmer ist Roger Federer nach wie vor der Spieler, den es zu schlagen gilt. Dank dem Sieg über Nishikori bringt es der Schweizer auf 100 Siege auf dem heiligen Rasen – das hat Nadal bisher nicht einmal in Paris geschafft. 

Seit der Finalniederlage 2008 hat der Schweizer auch auf seinem Lieblingsbelag weiter Fortschritte erzielt und beweist in diesem Jahr, dass er – wenn nötig – die Punktgewinne auch geduldig aufbauen kann. Er fühlt sich mehr und mehr auch an der Grundlinie richtig wohl, was ihm gegen Nadal einen zusätzlichen Vorteil verschaffen wird. Serviert er gut, dürfte selbst der Spanier Mühe haben, Federer den Aufschlag abzunehmen.

Der bald 38-Jährige wird ausserdem viel Selbstvertrauen aus den letzten Vergleichen mitnehmen. Die Niederlage an den French Open war ehrlich gesagt einkalkuliert, ansonsten reihte Federer gegen seinen ehemaligen Angstgegner fünf Siege aneinander und konnte seinen Rivalen teilweise sogar deklassieren. Der nächste Sieg wird heute folgen …

Rafael Nadal

Syl Battistuzzi

Der Stier von Monacor hat Fahrt aufgenommen und wird auch seinen ewigen Rivalen Roger Federer auf die Hörner nehmen. 

Rafael Nadal galt vor Turnierbeginn nicht als Topfavorit. Schliesslich gilt Rasen nicht als seine bevorzugte Unterlage. Doch aktuell hetzt er seine Gegner auf dem Platz umher wie zuletzt in Paris. Die langsamen Bedingungen kommen ihm mehr entgegen als seinem Gegner: So ist nicht nur der Service von Federer weniger wirksam, sondern Nadals Returns sind noch gefährlicher. Netter Nebeneffekt: Federer kann selten den Weg ans Netz suchen, da die Gefahr passiert zu werden zu gross ist.

Auch sein Aufschlag ist in den letzten Jahren zu einer Waffe geworden – «Rafa» hat sogar zwei Asse mehr geschlagen als Federer. Deshalb kommt der 33-Jährige nur noch selten in seinen Service-Games unter Druck. Apropos Druck: Nadal scheint bei Breakbällen fast immer sein bestes Tennis abrufen zu können. Bei Federer fehlt gegen Nadal (und Djokovic) in gewissen Momenten schon mal der Killerinstinkt.

Abschliessend hat Nadal den Vorteil, dass er als Sieger des epischen Duells 2008 hervorgegangen ist. Diese Partie steckt sicher noch in den Hinterköpfen der beiden, wenn das Matchende naht. Und wer dort gewonnen hat, wissen wir alle.


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