Wimbledon-Ticker: Nadal siegt gegen Del Potro ++ Federer verliert 5-Satz-Drama ++ Djokovic bodigt Nishikori ++ Juniorin Küng verblüfft weiter

11.7.2018 - 09:11, Aus Wimbledon: Roman Müller

Viertelfinal ist Endstation: Roger Federer scheitert nach einem 5-Satz-Drama an Kevin Anderson.
Bild: Getty Images

Parallel zur Fussball-WM findet im Südwesten von London das wichtigste Tennis-Turnier des Jahres statt. Hier halten wir Sie analog zur Fussball-WM mit einem Tagesticker über die wichtigsten Geschehnisse auf dem Laufenden.


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Alle Viertelfinals im Überblick

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Nadal siegt gegen Del Potro in 5 Sätzen und trifft auf Djokovic

Nach dem Scheitern von Titelverteidiger Roger Federer hat French-Open-Gewinner Rafael Nadal sein Viertelfinal-Aus in Wimbledon gerade noch abgewendet. Der spanische Tennisprofi setzte sich am Mittwoch in London gegen den Argentinier Juan Martin del Potro in fünf Sätzen mit 7:5, 6:7 (7:9), 4:6, 6:4, 6:4 durch und zog erstmals seit 2011 ins Halbfinale des Rasenturniers ein. Der Weltranglisten-Erste Nadal trifft nun am Freitag auf Novak Djokovic. Im zweiten Halbfinale bekommt es der Südafrikaner Kevin Anderson mit John Isner zu tun. Der US-Amerikaner gewann 6:7 (5:7), 7:6 (9:7), 6:4, 6:3 gegen den Kanadier Milos Raonic.


Isner trifft auf Federer-Bezwinger

John Isner hat gemacht, was er immer macht, nämlich sehr gut aufgeschlagen und dann versucht, so schnell wie möglich den Punkt zu machen. Seine Stärke war heute, dass er konstant auf hohem Niveau gespielt hat und sich keine Schwächephasen erlaubte. Dagegen hat Milos Raonic ganz stark begonnen, aber es war auffällig, dass ihm die Hand zitterte, als er auf 2:0-Satzführung hätte stellen können. Danach baute er immer mehr ab, die Aufschläge kamen nicht mehr und dazu kamen noch Schmerzen im Oberschenkel, so dass er dieses Spiel nicht gewinnen konnte.

So scheitert Federer an Anderson 

Federer holt sich Satz 1 ...

... und Satz 2 im Tiebreak

Satz 3 geht an Anderson dank spätem Break

Auch der 4. Satz geht an den Südafrikaner

Djokovic erster Halbfinalist

Novak Djokovic erreicht als erster Spieler die Halbfinals des Wimbledonturniers 2018. Der als Nummer 12 gesetzte Serbe setzt sich 6:3, 3:6, 6:2, 6:2 gegen den Japaner Kei Nishikori (ATP 28) durch. Die entscheidende Phase spielte sich Mitte des dritten Satzes ab, als Nishikori beim Stand von 2:2 und 0:40 drei Breakbälle nicht nutzen konnte. Danach gewann er nur noch zwei Games. Im Halbfinal, seinem ersten bei einem Grand-Slam-Turnier seit dem US Open 2016, trifft der 12-fache Major-Champion am Freitag auf die Weltnummer 1 Rafael Nadal oder den als Nummer 5 gesetzten Juan Martin Del Potro.

Nishikori packt bereits den Tweener aus!

Novak Djokovic legt sich nach einer Verwarnung mit dem Schiedsrichter an

Juniorin Küng verblüfft weiter

Leonie Küng, die letzte verbleibende Schweizerin im Einzeltableau der Junioren, überrascht in Wimbledon weiterhin. Nach einem beeindruckenden Sieg über die Japanerin Yuki Naito steht die 17-Jährige im Viertelfinal. Küng ist im Junioren-Ranking noch kaum in Erscheinung getreten. Vor dem Wimbledon-Turnier belegte sie Rang 509, ihre heutige Gegnerin, die sie in einer knappen Stunde bezwang und mit ihrem aggressiven und risikoreichen Spiel grösstenteils dominierte, ist die Nummer 11 dieser Rangliste. In den Runden zuvor hatte Küng, welche es über die Qualifikation ins Hauptfeld von Wimbledon schaffte, die Nummer 34 und die 6 der Junioren-Weltrangliste bezwungen. Im Viertelfinal trifft sie nun entweder auf die Nummer 9, die Amerikanerin Caty McNally oder die Nummer 18, die Chinesin Qinwen Zheng.

Erster echter Test: Federer gegen Anderson gefordert

Mit der Weltnummer 8 Kevin Anderson wartet heute im Wimbledon-Viertelfinal der erste echte Test auf Titelverteidiger Roger Federer. Fast alles spricht aber für den Schweizer.

In vier Partien ist es dem Südafrikaner Kevin Anderson noch nie gelungen, Federer in Schwierigkeiten zu bringen. Der 2,03-m-Riese glaubt aber, dass es diesmal anders sein könnte. Der letztjährige US-Open-Finalist steht erstmals in Wimbledon im Viertelfinal und wusste nach seinem Sieg gegen Gaël Monfils nicht einmal, dass sein nächster Gegner Federer ist. «Ich schaue normalerweise immer nur auf das nächste Spiel, nicht das ganze Tableau», meinte er fast entschuldigend.

«Er ist das komplette Paket», weiss der 32-Jährige aus Johannesburg. «Aber ich glaube, mit meinem starken Aufschlag kann ich ihm weh tun. Ich spiele das beste Tennis meiner Karriere, und dann kann ich jedem gefährlich werden.» Federer ist sich dieser Gefahr bewusst. Doch auch seine Form stimmt. Er hat in den ersten vier Partien nie seinen Service abgeben müssen. Seit der Niederlage im Halbfinal 2016 gegen Milos Raonic hat der 36-jährige Basler in Wimbledon 32 Sätze in Folge gewonnen.

Ein weiterer Faktor könnte Federer in die Karten spielen. Das Wetter in London hat etwas gewechselt. Statt über 30 Grad werden Wolken und nur noch knapp 25 Grad erwartet. Gegen den hoch abspringenden Service Andersons mit Sicherheit ein Vorteil. Dafür muss sich Anderson nicht an den berühmten Centre Court gewöhnen, auf dem er erst einmal bei einer Achtelfinalniederlage vor vier Jahren gegen Andy Murray gespielt hat. Die Partie wurde als erste von Federer in diesem Jahr auf dem Court 1 (14.00 Uhr Schweizer Zeit – zum Live-Ticker) angesetzt.

Mit knallharten Aufschlägen würde sich Federer auch in einem allfälligen Halbfinal, seinem 13. an der Church Road, konfrontiert sehen. Im anderen Viertelfinal seiner Tableauhälfte duellieren sich mit Raonic und John Isner die wohl stärksten zwei Aufschläger der Gegenwart.

Der König der Tennis-Clowns in Aktion

Ein Grand-Slam-Turnier ohne Mansou Bahrami ist kein richtiges Grand-Slam-Turnier. Seit Jahren und Jahzehnten begeistert der ehemailge Spitzenspieler das Publikum mit seinen zirkusreifen Tricks und Scherzen. Bei seiner Kategorie, dem showlastigen Doppeleinladungsturnier, geht es um nichts als Unterhaltung. Und trotzdem– oder gerade deswegen? – sind die Ränge immer voll besetzt, wenn der beschnauzte Iraner zum Tanz bittet. Ein Spektakel sondergleichen!


Ist Federer heute so furchlos wie in dieser TV-Show?

Falls Sie Roger Federers Rendezvous mit dem amerikanischen TV-Abenteuer-Star Bear Grylls noch nicht gesehen haben, holen Sie es jetzt nach. Es ist die perfekte Einstimmung für die entscheidende Turnier-Phase hier an der Church Road. Sehen Sie, wie sich der Tenniskönig 30 Meter weit einen vereisten Wasserfall runterseilt, wie er sich durchringt, ein Fischauge zu essen oder wie er sich mit seinem prominenten Bergführer mittem im Schnee ein dramatisches Mini-Ping-Pong-Duell liefert. In den ruhigeren Minuten redet der Baselbieter unter anderem über seine Anfänge mit Ehefrau Mirka, über seinen Wandel als Tennisspieler und über sein Vaterglück. Prädikat: Absolut empfehlenswert!


Spiel des Tages: Nadal trifft auf Del Potro

In der unteren Hälfte kommt auch Rafael Nadal, als Einziger neben Federer noch ohne Satzverlust, zum ersten Härtetest. Er trifft auf Juan Martin del Potro, der gegen Gilles Simon nachsitzen musste, aber nach dem Abbruch am Montag seinen zweiten Viertelfinaleinzug in Wimbledon sicherstellte. Der Sieger trifft im Halbfinal auf Novak Djokovic oder Kei Nishikori.

Wie sieht's aus mit Federers Erben? Schweizer Junior
Henry von der Schulenburg im Interview

Der 18-Jährige Küsnachter ist einer von sechs Schweizer Junioren, die dieses Jahr in Wimbledon an den Start gingen. Teleclub Sport hat ihn, die aktuelle Nummer 74 der Junioren-Weltrangliste, vor Ort getroffen, um über seine Eindrücke bei seinem Grand-Slam-Debüt und seine Zukunftspläne zu sprechen. Hier gehts zum Interview: «Das erste Mal kommt man nach Wimbledon, um das WC zu suchen».

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Angelique Kerber und Daria Kasatkina liefern sich im Viertelfinal der Frauen womöglich den Punkt des Turniers. Hut ab!

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