Fabio Fognini – der notorische Unruhestifter tickt aus und mimt das Unschuldslamm

pat

22.4.2021

Fabio Fognini: «Ich habe für etwas bezahlt, das ich nicht getan habe.»
Bild: Getty

Am Mittwoch brennen bei Tennis-Profi Fabio Fognini wieder einmal die Sicherungen durch, seine Skandalakte ist um ein Kapitel reicher. Der Italiener wird in Barcelona disqualifiziert. Zu Unrecht, wie er meint.

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22.4.2021

Bernabe Zapata Miralles, die Weltnummer 147, sollte für Fognini, seinerseits Weltranglisten-27., keine allzu grosse Hürde darstellen. Doch es kommt anders. Den ersten Satz verliert der italienische Heisssporn glatt mit 0:6. Auch im zweiten Satz liegt er 0:3 zurück, findet dann aber besser ins Spiel und geht mit 4:3 in Führung. Doch dann passiert es. Nach dem Ballwechsel, der Miralles das 4:4 einbringt, reagiert Fognini unflätig. Schon steht der Oberschiedsrichter auf dem Court, Augenblicke später ist das ATP-500-Turnier für Fognini beendet: Disqualifikation wegen unsportlichen Verhaltens.

Was genau zum Ausschluss des 33-Jährigen führt, ist bei Betrachtung der TV-Bilder nicht zu erkennen. Fakt ist, dass sich Fognini zu diesem Zeitpunkt bereits eine Verwarnung eingeheimst hatte, weil er einen Ball aus dem Stadion schlug. Dass er beim Verlassen des Courts auch noch sein Racket zertrümmert, ist noch das Tüpfelchen auf dem i.


«Ich habe für etwas bezahlt, das ich nicht getan habe.»

Fabio Fognini


Fognini selbst ist sich keinerlei Schuld bewusst und klagt nach dem Spiel: «Ich habe für etwas bezahlt, das ich nicht getan habe. Ich habe in der Vergangenheit schlechte Dinge auf dem Platz getan, aber heute war ich sehr ruhig. Ich habe nicht einmal gesprochen. Ich werde das untersuchen. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass so etwas passiert.»

Es ist bei Gott nicht der erste Aussetzer Fogninis. Unvergessen, wie er 2017 beim US Open die Stuhlschiedsrichterin aufs Übelste beschimpfte (er bezeichnete sie als «Schlampe» und «hässliches Eichhörnchen») und wurde folgerichtig disqualifiziert. Laut «L’Équipe» soll sich in Barcelona Ähnliches abgespielt haben. Fognini streitet dies aber vehement ab: «Jeder fragt sich, was ich gesagt oder getan habe, aber ich kann ihnen sagen, dass ich niemanden beleidigt habe. Es gibt Schimpfwörter, die ich manchmal sage, die durch die Luft fliegen. Aber ich tue es nicht, um jemanden zu verletzen oder respektlos zu sein», so der Disqualifizierte.

Ebenfalls hohe Wellen schlugen Fogninis Grenzüberschreitungen beim Shanghai Masters 2019. Dort zoffte er sich mit Andy Murray («Halt die Klappe!») und im Spiel gegen den Russen Karen Khachanov legte er sich mit einem Linienrichter an und spuckte in dessen Richtung. Damals kam er mit einer Verwarnung wegen unsportlichen Verhaltens davon. Es gäbe freilich noch weitere Beispiele, die zeigen, wie Fognini bisweilen tickt …

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