Federer: «Es war besser, dass die Kinder heute nicht gekommen sind»

10.7.2019 - 23:11, Luca Betschart, Wimbledon

Roger Federer erklärt nach seinem Sieg über Nishikori, weshalb seine Kinder nicht im Stadion waren.
Bilder: Keystone

Gegen Nishikori muss Roger Federer vor allem zu Beginn hart für seinen 13. Halbfinaleinzug in Wimbledon kämpfen. Nach dem Sieg erklärt er, was den Japaner so gefährlich macht und weshalb der eigene Nachwuchs nicht im Stadion war.

100 Siege in Wimbledon, zum 13. Mal im Halbfinal – Roger Federer setzt am Mittwoch an der Church Road einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere. Den Sieg gegen den Japaner Kei Nishikori muss sich der Schweizer nach harzigem Start aber hart verdienen. «Der Beginn war hart für mich. Ich servierte nicht unbedingt schlecht, aber die richtigen Aufschläge zur richtigen Zeit zu finden, war schwer», sagt der Schweizer an der Pressekonferenz.



Ausserdem sei Nishikori ein sehr starker Retournspieler, der wisse, was er tun wolle und mit einem klaren Plan in den Match starte. «Er kann sehr gefährlich sein.» Die Kombination aus eigener Schlagwahl und dem starken Auftakt seines Gegners habe im ersten Satz den Unterschied ausgemacht. «Ich konnte mich beinahe zurückkämpfen, aber Kei war der bessere Spieler im ersten Satz.»

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Umso wichtiger war deshalb der Blitzstart in den zweiten Satz, als Federer erstmals breaken und schnell in Führung gehen konnte. «Danach bekam Kei immer weniger Chancen in meinen Aufschlagsspielen, die Dinge begannen sich zu wenden.» So zeigte sich der Schweizer insgesamt auch sehr glücklich mit seiner Leistung: «Ich bin sehr zufrieden, wie ich den Ball treffe und fühle mich gut von der Grundlinie aus, was sicher auch für den nächsten Match wichtig ist.» Deshalb lasse er sich auch von einem Satzrückstand nicht aus der Ruhe bringen.

Ein Fan erinnert Federer an seinen nächsten Rekord

Dass er am Dienstag mit dem 100. Sieg am gleichen Grand-Slam-Turnier einen weiteren Rekord aufstellt, ist ihm während des Spiels nicht bewusst. «Ich dachte nicht daran, nicht einmal. Aber als ich auf dem Platz noch einige Autogramme gab, erinnerte mich ein Fan daran.» Das zu erreichen, sei schon speziell. «Es ist schön, weil wenn ich auf diese Siege zurückschaue, waren einige unglaublich cool.»

Beim Jubiläum nicht vor Ort waren seine Kinder, obwohl sie im laufenden Turnier dem Centre Court bereits einige Besuche abgestattet hatten. Vor allem die Jungs seien gerne dabei und sollen eigentlich selber entscheiden, ob sie kommen wollen oder nicht, sagt Federer darauf angesprochen.

«Es war besser, dass die Kinder nicht gekommen sind»

Bei den ganz wichtigen Partien allerdings sieht Federer wenig Grund, seine Kinder ins Stadion mitzunehmen – so auch gegen Nishikori am Mittwoch. «Nicht dass wir als Eltern auch noch zu ihnen schauen müssen, wenn eine gewisse Anspannung da ist bei den Freunden und im Team. Darum war es heute besser, dass sie nicht gekommen sind. Aber es gefällt Ihnen gut hier in Wimbledon und das freut mich natürlich.»

Dank dem erfolgreichen Auftritt ihres Vaters darf der Nachwuchs zumindest bis Freitag noch im gemieteten Haus in Wimbledon bleiben. Bis zum nächsten Besuch im Centre-Court-Stadion müssen sie sich dagegen wohl noch etwas gedulden – aus gutem Grund. Denn die Anspannung vor dem Halbfinal und dem 40. Duell mit Rafael Nadal wird höchstwahrscheinlich nicht kleiner sein.

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