Federer: «Hier geht es nicht immer um Vorhand oder Backhand»

14.8.2019 - 15:53, Luca Betschart

Roger Federer feiert gegen Juan Ignacio Londero eine erfolgreiche Rückkehr auf die ATP-Tour.
Bild: Getty

Einen Monat nach der schmerzhaften Niederlage im Wimbledon-Final kehrt Roger Federer mit einem souveränen Sieg auf die Tour zurück. Nach dem Spiel erklärt er, wieso die eigene Leistung nur schwer einzuordnen ist.

Erfolgreiche Rückkehr für Roger Federer: In seiner ersten Partie seit dem denkwürdigen Wimbledon-Final gegen Novak Djokovic vor einem Monat lässt der Schweizer nichts anbrennen, besiegt Juan Ignacio Londero in zwei Sätzen 6:3, 6:4 und lässt sich auch von einer rund einstündigen Regenpause nicht stoppen. So leicht, wie es tönt, war das erste Spiel auf Hartplatz seit Ende März aber nicht. «Es war schwierig mit der Unterbrechung, aber ich bin glücklich, zurück auf dem Platz zu sein. Es ist komplett anders als auf Rasen oder Sand», sagt der 38-Jährige. Seine letzte Partie auf Hartbelag spielte Federer am 31. März in Miami, wo er sich im Endspiel gegen John Isner durchsetzen konnte.

Gegen den Argentinier Londero ist vor allem bei eigenem Aufschlag nichts von der langen Hartplatz-Pause zu sehen. Im gesamten ersten Satz verliert er nur fünf Punkte, wenn er serviert. Und als er sich im zweiten Satz dem einzigen Breakball seines Gegner gegenüber sieht, wehrt er diesen mit einem gefühlvollen Halbvolley eiskalt ab. Der Aufschlag funktioniert – und das dürfte für die kommenden Spiele in Cincinnati von entscheidender Bedeutung sein, denn: «Die Bedingungen sind schnell, schneller als in Wimbledon beispielsweise. Im ersten Satz gab es fast keine Ballwechsel, es war nur Bang-Bang-Tennis», erklärt Federer.

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Nach kurzer Sommerpause kehrte Roger Federer heute Nacht auf die ATP-Tour zurück. Mit einem lockeren 2-Satz-Sieg beim ATP-1000-Turnier in Cincinnati ebnete er den Weg für ein Schweizer Duell in der dritten Runde.

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«Den Switch im Kopf machen»

Aus diesem Grund sei es aber auch schwierig, die eigene Leistung einzuordnen. «Es ist schwer, einen solchen Match einzuschätzen. Es wurde sehr viel mit dem Aufschlag dominiert, da die Bedingungen so schnell sind. Von dem her liegt mir der Belag hier. Aber es ist schwer einzuordnen, wie gut du eigentlich spielst – denn von der Grundlinie aus passiert sehr wenig.» Federer macht klar, dass diesbezüglich auch mentale Anpassungsfähigkeit an den Tag gelegt werden muss. «Du musst den Switch machen im Kopf und dir sagen, dass es hier nicht immer um Vorhand oder Backhand geht, sondern mehr um Aufschlag, Return oder Explosivität.»

Für seinen argentinischen Kontrahenten hat die aktuelle Weltnummer drei im Interview mit «SRF» nur lobende Worte. «Er kann sehr gut spielen auf dem schnellen Hartplatz. Er bewegt sich gut, kann den Ball früh nehmen.» Ausserdem sei Londero einer, der nie aufgibt – was dem Schweizer imponiert: «Das ist eine Qualität, die ich bei einem Spieler besonders respektiere.»

Erneutes Schweizer Duell droht

Dank dem souveränen Einzug in die dritte Runde verdient sich der Schweizer am Mittwoch einen freien Tag. «Ich werde mich erholen, die Fans treffen, mit meinem Team etwas verweilen und ein bisschen trainieren. Aber ich habe noch so viel Tennis in den nächsten Wochen, deshalb muss ich den Freitag nutzen.»

In der dritten Runde droht das nächste Schweizer Duell mit Freund Wawrinka, den er stark einschätzt. «Stan hat ein super Match gespielt gegen Dimitrov«, warnt Federer und ruft sich das Aufeinandertreffen in Cincinnati vor Jahresfrist ins Gedächtnis: «Letztes Jahr hatte ich einen sehr hartes Spiel gegen ihn.»

Federer gewann den Viertelfinal damals zwar in drei Sätzen 7:6, 6:7, 6:2. Er sieht diese Partie aber noch heute als Wiedergeburt von Wawrinka nach dessen langen Verletzungspause. «Man merkte damals, dass er zurück ist.»

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