Federer: «Wenn ich wählen könnte, wäre ich am liebsten in den Schweizer Bergen am Feiern»

8.1.2019 - 09:01, jar

Roger Federer ist bereit fürs Tennis-Jahr 2019.
Bild: Getty

Roger Federer will auch in seiner 22. Profi-Saison Titel gewinnen. Der Maestro gesteht, dass er für den Erfolg viele Kompromisse machen muss.

«Wissen Sie noch, wann Sie zum letzten mal weisse Weihnachten erlebt haben?» Roger Federer weiss es nicht mehr so genau. Kein Wunder, denn der Baselbieter befindet sich während den Fesstagen auch seit Jahren nicht mehr im Winter, sondern bereitet sich in der Wüstenhitze von Dubai auf die neue Saison vor.

«Vielleicht vor sechs Jahren» sagt der Schweizer in einem Interview mit «Keystone-SDA» dann doch noch. Federer gesteht, dass er die Festtage gerne mal wieder in seinem Heimat verbringen würde. «Logisch, wenn ich wählen könnte, wäre ich am liebsten irgendwo in den Schweizer Bergen am Feiern», so die Weltnummer 3. «Eigentlich versuchen wir jedes Jahr wieder, es einzurichten.»



Dann merke er aber, dass das Hin- und Herfliegen, der Unterbruch des Trainings und der Wechsel von der Wärme in die Kälte keine guten Voraussetzungen wären für einen erfolgreichen Saisonstart. Federer: «Dann muss ich sagen, so lange wir als Familie zusammen sind, ist es eigentlich okay.»

Saisonplanung noch nicht abgeschlossen

Beim Hopman Cup hat der 20-fache Grand-Slam-Sieger schon angedeutet, dass er bereit ist für die neue Saison. Zusammen mit Belinda Bencic schaffte er die Titelverteidigung, seine vier Einzel konnte Federer allesamt gewinnen. Nächste Woche will er bei den Australian Open den nächsten Titel verteidigen. Die Vorbereitung auf das Tennis-Jahr 2019 sei sehr gut verlaufen, wie eigentlich immer in den letzten Jahren, meint Federer: «Ich glaube, ich kann in den Ferien sehr viel auskurieren und wenn ich zurückkomme, bin ich bereit. Wichtig ist natürlich, was in Melbourne und danach kommt, aber ich bin sehr zufrieden.»

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Was nach Melbourne kommt, weiss der Maestro offenbar noch nicht so genau. Die Saisonplanung ist noch nicht abgeschlossen. «Ich bin im Moment noch am Überlegen, wie ich den Frühling fertig spiele, mit Indian Wells, Miami, der Sand- und der Rasensaison», sagt er. Eine vorzeitige Absage für die Sandsaison will Federer also (noch) nicht geben. Nur eines weiss er: «Der Rücktritt ist 2019 nicht geplant.»



«Logisch regt mich das auf!»

So gross Federers Ambitionen sind, so wichtig ist ihm auch eine skandalfreie Karriere. Während er selbst seit Jahren grossen Wert auf ein positives Image legt und dabei seiner Vorbildrolle vollumfängich gerecht wird, machen andere Sportler immer wieder mit Negativ-Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Ob Vergewaltigungsvorwürfe, Korruptionsverdacht, Beleidigungen gegenüber Fans – 2018 sorgten einige Berufskollegen mit Skandalen für Aufregung.

Dass sie dem Sport damit schaden, bringt Federer durchaus auf die Palme: «Logisch regt mich das auf», sagt er. «Aber dann gibt es eben auch die Athleten, die Gutes tun. Leider gehört das Negative dazu. Aber vielleicht geht es dem Sport auch schon besser als früher.» Er selber sei «nicht mehr so naiv wie früher», so Federer. «Wichtig ist, dass du Respekt hast gegenüber den anderen. Wenn du den nicht hast, kannst du abfahren.»

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