Verwunderung bei Günthardt

Günthardt: «Ich weiss nicht, wie Nadals Körper zusammengehalten wird»

Von Marko Vucur und Luca Betschart

27.1.2022

Heinz Günthardt: «Nadal ist ein Phänomen, der Halbfinal-Einzug aber überrascht»

Heinz Günthardt: «Nadal ist ein Phänomen, der Halbfinal-Einzug aber überrascht»

Kann Nadal überzeugen? Ist Medvedev noch stark genug? Heinz Günthardts Vorschau auf die Halbfinals der Australian Open.

27.01.2022

Nur noch vier Spieler verbleiben im Rennen um Novak Djokovics Nachfolge als Australian-Open-Champion. Vor den Halbfinals macht blue Sport mit Heinz Günthardt den Favoriten-Check.

Von Marko Vucur und Luca Betschart

27.1.2022

Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres geht endgültig in die heisse Phase. Die Viertelfinals sind ausgespielt und lieferten in drei von vier Fällen höchste Spannung. Matteo Berrettini, Rafael Nadal und Daniil Medvedev mussten allesamt über die volle Distanz gehen und viel Energie aufwenden, um ihre jeweiligen Fünfsatzkrimis am Ende für sich zu entscheiden.

Daniil Medvedev lag gegen Felix Auger-Aliassime gar mit 0:2-Sätzen zurück und musste auf dem steinigen Weg zum Sieg einen Matchball abwehren. Ausgerechnet der Russe trifft nun im Halbfinal auf Stefanos Tsitsipas, der beim klaren Sieg über Janick Sinner nicht nur auf ganzer Linie überzeugte, sondern auch wichtige Kraft sparte.



«Frischer ist definitiv Tsitsipas. Es ist immer der letzte Match, den man am meisten spürt. Und für Medvedev war dieser nicht nur physisch, sondern auch psychisch sehr schwierig. Das braucht sehr viel Energie», sagt Heinz Günthardt im Gespräch mit blue Sport. Die geschaffte Wende könnte aber auch den gegenteiligen Effekt mit sich bringen. «Wenn man bei einem Turnier sozusagen schon mal draussen war, sieht man es als zweite Chance. Man sieht oft, das jemand, der einen solchen Match übersteht, am Ende das Turnier gewinnt», so Günthardt. «Favorit ist sicher Medvedev.»

«Ein Phänomen ist Nadal sowieso»

Auch im zweiten Halbfinal hat Günthardt einen Favoriten. «Beide spielen sehr gut Vorhand. Wer mehr Vorhand spielen kann, hat sicher Vorteile. Trotzdem glaube ich, dass Rafa kleine Vorteile hat. Einfach weil sein Spiel gegen Berrettini relativ gut passt.» Der Spanier hat auch dem langjährigen Tennis-Kenner einmal mehr imponiert. «Ein Phänomen ist er sowieso. Aber dass er im Halbfinal steht, kommt überraschend. Er hat sehr lange ausgesetzt. Und ich weiss nicht, wie sein Körper zusammengehalten wird, weil es war schon alles verletzt.»

Vor allem die Willensleistung gegen Denis Shapovalov im Viertelfinal bezeichnet Günthardt als unglaublich. Schliesslich stelle er sich bei Nadal im Best-of-Five-Modus stets die Frage: «Kann er das Turnier überhaupt zu Ende spielen?» Ob Günthardt dem Spanier den 21. Grand-Slam-Titel dennoch zutraut, erfährst du im Video oben.