Alle Augen sind jetzt auf ihn gerichtet: Schafft es Alexander Zverev, einen Grand-Slam-Titel zu holen? Die Chancen dafür stehen so gut wie nie – aber genau das könnte das Problem für den Deutschen werden.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Nach dem Aus für viele Favoriten stehen die Siegchancen von Alexander Zverev bei den French Open so gut wie nie zuvor.
- Bisher kam der deutsche Tennisprofi mit dem Druck nicht klar – in Paris nimmt Zverev heuer den 40. Anlauf auf der Grand-Slam-Bühne (ohne Qualifikation).
- Im Viertelfinale trifft Zverev am Dienstag auf den spanischen Jungstar Rafael Jódar.
Alexander Zverev klang bei der Pressekonferenz wie ein Fussballer. «Ich werde mich auf das Match konzentrieren, das vor mir liegt – das ist die einzige Sache, die ich kontrollieren kann», sagte die Weltnummer 3 angesprochen auf seine plötzlich haushohe Favoritenrolle bei den French Open. Und den Druck von aussen will der 29-Jährige erst gar nicht an sich heranlassen: «Mein Handy ist aus.»
Ob das wirklich für die ganze Zeit so stimmt, darf zumindest bezweifelt werden. Ob Zverev den riesigen Titel-Druck wirklich so gut wegschieben kann, darüber kann nur gerätselt werden.
Im Viertelfinale trifft Zverev, der in Paris zum sechsten Mal in Serie unter den letzten Acht steht, auf den spanischen Jungstar Rafael Jódar. Der 1,98 Meter grosse Tennisstar ist in der Theorie nur noch drei Siege vom ersten Grand-Slam-Triumph entfernt. Für viele Experten muss er ihn jetzt auch tun, um nicht als grosser Verlierer aus dem Turnier von Roland Garros herauszugehen.
Wie geht Zverev jetzt mit dem Druck um?
«Wenn er es diesmal nicht gewinnt, weiss ich nicht, ob er überhaupt jemals einen gewinnen wird. Dementsprechend ist der Druck jetzt noch grösser», meinte John McEnroe bei Eurosport.
Die Klasse bringe der Weltranglistendritte mit, so die Tennis-Ikone: «Die entscheidende Frage ist, wie er mit dem Druck umgeht, der jetzt plötzlich auf ihm lastet. Er galt lange als der beste Spieler, der noch nie ein Major gewonnen hat. Das hat sich in seinem Kopf festgesetzt.»
Rafael Nadal äusserte einst, dass Zverev bislang die mentale Stärke für einen Grand-Slam-Titel fehle. «Ich glaube leider, dass es an seinem Kopf liegt. Denn wenn man sein Tennis-Niveau sieht, hätte er schon einen gewinnen müssen», fand der Spanier.
«Er muss an sich glauben», forderte der 14-malige Paris-Gewinner vor dem Turnier und ergänzte: «Er muss sich vor allem mental gut managen.»
Klar ist: Nach dem dramatischen Aus von Jannik Sinner, der Drittrunden-Niederlage von Novak Djokovic und dem verletzungsbedingten Fehlen von Carlos Alcaraz steht die Tür für Zverev weit offen. Doch der Hamburger hat in der Vergangenheit öfter genau dann Schwäche gezeigt, wenn es drauf ankam. Dagegen muss er nun ankämpfen. Zverev weiss: Alles andere als ein Titelgewinn würde von der Öffentlichkeit als Pleite empfunden werden. Vermutlich auch von ihm selbst.
Vielleicht hilft ihm dabei die Unterstützung von Salma Hayek. Die mexikanische Schauspielerin verfolgte am Sonntag die Achtelfinal-Partie gegen Jesper de Jong auf dem Court Philippe Chatrier.