Leconte: «Wäre nicht überrascht, wenn Federer nach Wimbledon 2021 aufhört»

jar

24.7.2020 - 13:31

Henri Leconte glaubt, dass Roger Federer in einem Jahr zurücktritt.
Bilder: Keystone/Getty

Die frühere Weltnummer 5 Henri Leconte macht sich Sorgen um die Zukunft des Tennis. Der Franzose glaubt, dass der Sport leiden wird, sobald die «Big 3» eines Tages nicht mehr spielen werden. Und Leconte prognostiziert sogar das Datum des Federer-Rücktritts.

«Mit Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic hat das Tennis drei hervorragende Botschafter. Das werden wir nie wieder haben, sie spielen in einer anderen Liga», sagt Henri Leconte in einem Interview mit der französischen Zeitung «Le Télégramme»

Insbesondere den Schweizer dürften die Tennisfans eines Tages schmerzlich vermissen, glaubt der French-Open-Finalist von 1988. «Dann ist alles vorbei. Wir werden diesen Sport auf eine ganz neue Weise sehen und erleben.» Was Leconte genau meint: Spieler wie Zverev oder Thiem, die designierten Nachfolger der «Big 3», hätten nicht annähernd die Strahlkraft eines Federers oder Nadals. 

«Wir befinden uns in einer virtuellen Welt und haben Schwierigkeiten, uns zu identifizieren. Das ist gefährlich, da es schwierig wird, der neuen Generation sehr wichtige Botschaften zu übermitteln. Einige Kinder bleiben möglicherweise den ganzen Tag vor ihren Bildschirmen», sagt der 57-Jährige. «Leidenschaft, Arbeit, Respekt, Grosszügigkeit – das sind wichtige Werte, die weitergegeben werden müssen.»

Rücktritt nach Wimbledon 2021?

Wie lange das Tennis noch in den Genuss der Künste von Federer, Nadal und Djokovic kommt, steht natürlich in den Sternen. Doch Leconte wagt eine Prognose, wann Federer das letzte Spiel seiner Karriere bestreiten wird. Und zwar ziemlich genau in einem Jahr. «Ich wäre nicht überrascht, wenn Federer nach Wimbledon 2021 zurücktreten würde», sagt Leconte. 

Dies wäre allerdings doch ziemlich überraschend, stehen doch erst nach Wimbledon (Final am 11. Juli 2021) die Olympischen Spiele (23. Juli bis 8. August) auf dem Programm. Der Maestro hat erst kürzlich erklärt, dass er Olympia in Tokio als grosses Ziel sehe. Die olympische Goldmedaille im Einzel fehlt nämlich noch im grossen Palmarès von Roger Federer.


Zurück zur StartseiteZurück zum Sport