Marin Cilic: «Federer sollte meiner Frau Danke› sagen»

pat

20.12.2018

Im Gespräch mit «The Players’ Tribune» plaudert Marin Cilic aus dem Nähkästchen. Dabei erinnert er sich auch an seine Ferien vor etwas mehr als einem Jahr.

Ende Januar gewann Roger Federer in Melbourne seinen 20. Grand-Slam-Titel. Sein Gegner im Final: Marin Cilic. Vielleicht war es kein Zufall, dass sich die beiden im Endspiel gegenüberstanden. Denn rund zwei Monate zuvor hatten sie schon in den Ferien auf den Malediven miteinander trainiert. Es war eine spontane Sache, völlig zwanglos und ohne Coaches. Beim Platz-Interview mit Jim Courier nach dem Halbfinal gegen Chung Hyeon witzelte Roger: «Vielleicht half uns ja das Training in den Tropen, hier in den Final zu kommen.»

Die Geschichte ist nicht neu, doch nun hat Marin Cilic noch ein paar Details ausgeplaudert und erklärt mit einem sympathischen Dauergrinsen im Gesicht, warum sich Roger bei seiner Frau bedanken sollte.

Roger hatte Glück, dass Kristina Cilic das Okay gab

Kristina spiele selber oft Tennis mit ihren Schwestern und da gehe es heftig zu und her. Vor den Ferien habe sie ein paarmal verloren. Deshalb habe sie zu ihm gesagt, dass sie jeden Tag mit ihm trainieren wolle und er sie coachen soll. Nach ein paar Tagen habe ihn Roger angerufen und gefragt, ob er ein paar Bälle spielen komme. Nachdem er zugesagt habe, stellte ihn seine Frau zur Rede: «Was soll das? Das ist meine Off-Season, ich muss diese Woche trainieren. Das ist meine Zeit. Ihr habt jetzt Ferien, aber für mich gilt es ernst.»

Kristina, die übrigens alles andere als eine Profispielerin ist, habe ihn dann doch mit Roger spielen lassen. Später sei sie dann aber zum Trainingsplatz gekommen und da habe er mit ihr auch noch eine Einheit absolvieren müssen. Die Session mit Roger sei völlig locker und stressfrei gewesen, die mit seiner Frau knallhart durchgeplant. «Aber meine Frau glücklich zu machen, das ist das Allerwichtigste.»

Roger zu Kristina: «Ich wärme Marin nur auf, dann ist er bereit für dich»

Am nächsten Tag habe Federer wieder angerufen und gemeint, dass sie das Ganze wiederholen sollten. Da habe seine Frau zu Roger gemeint: «Deine Karriere neigt sich dem Ende zu, meine hat erst begonnen. Ich muss jetzt trainieren.» Roger habe dann gesagt: «Schau, ich wärme Marin nur auf, dann ist er bereit für dich.» Natürlich war das alles nicht ganz ernst gemeint. Kristina ist wie gesagt keine Profispielerin. Sie hat dafür zwei Master-Abschlüsse in Politikwissenschaften und Psychologie im Sack und spricht neben kroatisch auch fliessend englisch, italienisch und spanisch.

Zwei Monate später trafen Roger Federer und Marin Cilic dann im Australian-Open-Final aufeinander, der Schweizer hat da bekanntlich gewonnen. Deshalb meint Cilic nun, dass sich Roger bei seiner Frau bedanken sollte. Schliesslich habe sie es zugelassen, dass Roger mit ihm trainieren dürfe. An dieser Stelle auch von uns ein herzliches Dankeschön an Kristina, denn wir haben Rogers historischen Sieg unglaublich genossen.

Kristina soll übrigens nach ihren Ferien eine Siegesserie hingelegt haben. Vielleicht müsste sie sich nun auch noch bei Roger bedanken, dass er ihren Mann, damals noch ihr Verlobter, so gut aufgewärmt hat.

Zurück zur StartseiteZurück zum Sport