Nadal: «Ohne Federer wäre ich nicht zurück in den Spielerrat»

9.8.2019 - 15:51, jar

Rafael Nadal und Roger Federer sind zurück im ATP-Spielerrat.
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Roger Federer und Rafael Nadal sind wieder im ATP-Spielerrat. Der Spanier spricht über die Beweggründe des Entscheids und sagt, dass er ohne Federer nicht zurückgekehrt wäre.

Nachdem der Spielerrat unter der Führung von Novak Djokovic mit der Absetzung von ATP-Präsident Chris Kermode per Ende Jahr und dem «Fall Justin Gimelstob» (siehe weiter unten) für Unmut bei vielen Tennis-Profis gesorgt hatte, haben sich Roger Federer und Rafael Nadal, die bereits früher dem Spielerrat angehörten, dazu entschieden, ins Player Council zurückzukehren. Dies gab die ATP am Donnerstag bekannt.

Die Beweggründe dürften klar sein. Federer und Nadal, die beiden einflussreichsten Spieler und grössten Sympathieträger des Herrentennis, wollen wieder Ruhe in den Sport bringen, nachdem im Juni mit Robin Haase, Jamie Murray und Sergej Stachowski sowie der Coach-Vertreter Daniel Vallverdu vier von zwölf Mitgliedern zurückgetreten sind. Federer, der zwischen 2008 und 2014 Chef des Spielerrats war, Nadal sowie der österreichische Doppelspezialist Jürgen Melzer werden für den Rest der Amtszeit (bis Wimbledon 2020) das Gremium komplettieren.



Nadal wird am Rande des Rogers Cup in Montreal auf den Entscheid, in den Spielerrat zurückzukehren, angesprochen. «In der letzten Zeit gab es schwierige Momente aufgrund von vielen Diskussionen zu wichtigen Dingen, die entschieden werden müssen. Ich will einfach etwas besser darüber informiert sein, was so abgeht», sagt der Spanier. Er glaubt, dass er mit seiner grosser Erfahrung vor allem auch helfen kann. «Ich will meine Meinung einbringen, nach mehr als 15 Jahren auf der Tour kann ich vielleicht eine andere Sicht der Dinge aufzeigen. Ich will einfach versuchen zu helfen, um unseren Sport noch besser zu machen.»

Der French-Open-Sieger verrät, dass Federer und er gemeinsam entschieden hätten, in den Spielerrat zurückzukehren. «Wie haben uns darüber unterhalten und uns für diesen Schritt entschieden. Ohne ihn wäre ich nicht zurückgekehrt, genauso wie er ohne mich nicht zurückgekehrt wäre. Ich denke, wir beide können eine gute Hilfe sein – hoffentlich.»


Der Fall Justin Gimelstob

Der ehemalige Tennis-Profi aus den USA war über zehn Jahre einer von drei Spielervertretern im Aufsichtsrat der ATP und galt als aussichtsreicher Kandidat auf die Nachfolge von Chris Kermode, der vom Spielerrat per Ende Jahr als ATP-Präsident abgesetzt wird. Im April wurde Gumelstob aber von einem Gericht in Los Angeles wegen schwerer Körperverletzung zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Er soll an Halloween 2018 einen Freund seiner Ex-Frau verprügelt haben. Seine Frau hielt auf Video fest, wie Gimelstob auf ihn einschlug, während er noch am Boden lag. Trotz der heftigen Anschuldigungen stellte sich Novak Djokovic, der Chef des Spielerrats, stets hinter Gimelstob.

Justin Gimelstob wurde wegen Körperverletzung verurteilt.
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