Severin Lüthi: «Wenn Roger nicht gleicher Meinung ist, sagt er das auch»

lbe

26.4.2021

Erfolgreiches Duo: Roger Federer und Severin Lüthi.
Erfolgreiches Duo: Roger Federer und Severin Lüthi.
Bild: Keystone

Drei Wochen bleiben Roger Federer bis zu seiner geplanten Rückkehr in den Turnieralltag. Coach Severin Lüthi gibt ein Update zum Fitnessstand seines Schützlings und gewährt Einblicke in die langjährige Zusammenarbeit.

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26.4.2021

Bald 14 Jahre lang betreut Severin Lüthi Roger Federer mittlerweile auf der ATP-Tour, nicht weniger als 55 Trophäen ergatterte das Erfolgsduo in dieser Zeitspanne gemeinsam. Und doch ist Lüthi nach wie vor fasziniert von seinem Schützling: «Für mich ist unglaublich, wie Roger am Boden geblieben ist und offen ist für Kritik, auch wenn es mal negative wäre. Von dem her gibt er extrem viel zurück und ich versuche, alles in meiner Macht Stehende zu machen, um ihm zu helfen», sagt er im Gespräch mit «SRF».

Dazu gehöre die Planung, die Trainingsgestaltung oder auch die Analyse des Gegners. Lüthi betont: «Roger kann sehr gut zuhören, das ist wichtig. Ich sehe uns Coaches aber eher als Berater. Am Ende entscheidet Roger auf dem Platz». Und das sei auch richtig so. «Die Sachen werden ausdiskutiert. Wenn er nicht gleicher Meinung ist, sagt er das auch. Dann ist keiner von uns betupft oder im Stolz verletzt. So hatten wir Erfolg», verrät Lüthi.

«Roger hat noch immer einen Rückstand»

Den Hunger darauf haben sowohl Coach als auch Spieler nicht verloren. Derzeit feilt Team Federer an der Fitness des 39-Jährigen. «Roger macht noch sehr viel Kondition im Moment. Er hat dort natürlich noch einen kleinen Rückstand, weil er letztes Jahr fast sechs Monate nichts oder fast nichts tun konnte. Von dem her ist das immer noch die grosse Priorität», erklärt Lüthi. Aus diesem Grund müsse auch die Zusammenarbeit mit Fitnesscoach Pierre Paganini reibungslos klappen.

Auf dem Platz verbringt Federer noch immer nicht ganz so viele Stunden. «Die Tennistrainings sind zwar intensiv und gut im Moment, aber es sind noch nicht ganz so viele wie in einer Turnierphase.» Das Tennistraining soll bis Mitte Mai und der geplanten Teilnahme in Genf aber stetig intensiviert werden, um in möglichst guter Verfassung in den Turnieralltag zurückzukehren.

Die Vorfreude darauf ist auch Lüthi bereits heute anzumerken. «In der Schweiz zu spielen, ist immer etwas Spezielles und sehr schön. Wir haben viele Erinnerungen vom Davis Cup, als wir auch in Genf waren und auch der Laver Cup war dort». Das Turnier in Genf startet am 16. Mai, bereits eine Woche später stehen die French Open an. Es bleibt zu hoffen, dass Federer spätestens dann wieder mehr Stunden auf dem Court als im Konditionstraining verbringen kann.