Grosses Tennis

Sex-Plauderei, Doping-Gerüchte und ein «Charakterlump»

pat

23.10.2020

Die Tennis-Szene sorgt für Unterhaltung.
Bild: Getty/Keystone

Game, Set, Match! Jelena Djokovic spricht über ihre Lieblingsbücher einer Paartherapeutin, Gilles Simon über sein Buch, in dem er einen Verdacht schürt und eine Staatsanwältin äussert sich herablassend über Boris Becker.

Wer sich an diesem regnerischen Tag nach seichter Unterhaltung sehnt, den können wir mit einem Abstecher in die Welt des Tennissports möglicherweise befriedigen.

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Jelena Djokovic und die Liebe

Da wäre zum einen Jelena Djokovic, die Frau der Weltnummer eins, die in einem Instagram-Video über ihre Lieblingsbücher spricht. Besonders angetan ist sie offenbar von den Werken Esther Perels, einer Paar-Therapeutin. «Sie ist ein Genie für Partnerschaften. Sexualität ist etwas sehr Wichtiges und das verlieren viele in langfristigen Beziehungen», meint Jelena. Im August erschienen von Perel zwei neue potenzielle Kassenschlager: «Was Liebe braucht. Das Geheimnis des Begehrens in festen Beziehungen» und «Was Liebe aushält: Untreue überdenken – ein Buch für alle, die jemals geliebt haben».

Jelena und Novak scheinen sich die Tipps zu Herzen zu nehmen, schliesslich sind sie schon lange verheiratet – und dies, obwohl das Paar schon stürmische Zeiten hinter sich weiss. Gerüchte um eine Affäre ihres Mannes hielten sich hartnäckig, Scheidungsgerüchte machten die Runde. Und wir von «blue Sport» waren immer so naiv und haben geglaubt, dass ein Besuch bei den «Heil-Pyramiden» im bosnischen Visoko all die Probleme dieser Welt löst – Coronapandemie inklusive!



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Tennis-Profi Simon heizt Doping-Diskussion um Nadal und Federer an

Nun zu Gilles Simon, einst die Nummer sechs der Welt, inzwischen abgerutscht auf Position 58. Am 28. Oktober kommt ein Buch des 35-Jährigen auf den Markt, das ins Deutsche übersetzt den Titel trägt: «Dieser Sport macht dich verrückt». Verkaufsförderlich dürfte sein, dass bereits jetzt ein paar Ausschnitte veröffentlicht werden und das grosse Namen wie Nadal und Federer eine Rolle spielen – und zwar im Zusammenhang mit Doping. Vor ein paar Jahren wurde Nadal mit dem berüchtigten Doping-Arzt Eufemiano Fuentes in Verbindung gebracht. Simon glaubt zu wissen, weshalb die Gerüchte damals aufkeimten: «Für einige ist es schwer zu begreifen, dass Rafael Nadal ein besserer Tennis-Spieler als Roger Federer ist. Nadal passt den meisten einfach nicht in ihr Muster», so Simon.

Und während er den Spanier damit von jeglicher Schuld freispricht, zeigt er mit dem Finger auf Federer. «Ich möchte betonen, dass wir in diesem Zusammenhang nie über Federers Körper sprechen. Diesbezüglich muss er sich nämlich überhaupt nicht hinter Nadal verstecken. 2017 spielte er mit 35 Jahren in Australien fünf Sätze gegen Nadal. Das ist aussergewöhnlich. Aber darauf hat noch nie jemand hingewiesen», schreibt der Franzose, der in seiner Karriere gegen beide schon gewinnen konnte, im Head-to-Head allerdings klar hinten liegt – 2:7 gegen Federer, 1:8 gegen Nadal.

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«Boris Becker hat einen schlechten Charakter»

Noch zwei, drei Stufen delikater ist die Thematik rund um Boris Becker. Der für zahlungsunfähig erklärte 52-Jährige soll angeblich Vermögenswerte unterschlagen haben. Während er selbst jegliche Schuld von sich weist, greift ihn die Staatsanwältin mit harschen Worten an. Der Vorwurf steht im Raum, dass der Tennis-Experte nicht all seine Vermögenswerte offengelegt hat. Bei «Bild» lässt sich Staatsanwältin Rebecca Chalkley deshalb zu einer gewagten Aussage hinreissen: «Er hat einen schlechten Charakter. Er hat zahlreiche Bankkonten, zieht gerne um – und ist unehrlich mit Geld.» Da es sich um ein laufendes Verfahren hält, wollen wir das Thema an dieser Stelle erst mal nicht weiter vertiefen. Wer mehr zum Fall Becker erfahren möchte, den leiten wir gerne zum «Bild»-Artikel weiter.

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