Sieben Spiele, sieben Masken – Osaka: «Welche Botschaft ist denn bei Ihnen angekommen?»

wer / dpa

13.9.2020 - 09:24

Osaka dreht Finale gegen Azarenka nach 1:6 und 0:2

Osaka dreht Finale gegen Azarenka nach 1:6 und 0:2

Naomi Osaka stoppt den Siegeszug der Victoria Azarenka im Finale der US Open 2020 und sichert sich ihren dritten Grand-Slam-Titel. Osaka siegt im Endspiel von New York 1:6, 6:3, 6:3.

13.09.2020

1:6, 0:2 liegt Naomi Osaka im US-Open-Final gegen Victoria Asarenka zurück. Dann dreht die Japanerin das Match und sichert sich ihre dritte Grand-Slam-Trophäe. Erneut sendet sie ein starkes Statement gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA.

Nach ihrem zweiten US-Open-Titel legt sich Naomi Osaka im fast leeren Arthur-Ashe-Stadium erst einmal lange auf den Rücken. «Ich habe immer darüber nachgedacht, wenn ich früher gesehen habe, wie die grossen Spieler auf den Boden sanken und in den Himmel geschaut haben. Ich wollte immer schon sehen, was sie gesehen haben», so die 22-jährige ihrem 1:6, 6:3, 6:3-Erfolg gegen Victoria Asarenka.

Nach fast zwei Stunden hatte Osaka zuvor das abwechslungsreiche und anfangs erstaunliche Duell zweier ehemaliger Weltranglisten-Ersten für sich entschieden – trotz eines 1:6, 0:2-Rückstandes gegen die neun Jahre ältere Asarenka, die ihren beiden Australian-Open-Titeln von 2012 und 2013 keine weitere Grand-Slam-Trophäe hinzufügen konnte.

«Es war ein hartes Match für mich. Ich habe irgendwann gedacht, es wäre peinlich, wenn ich in unter einer Stunde verliere», sagt Osaka nach Grand-Slam-Titel Nummer drei. «Es war wirklich ein unglaublicher Moment. Ich bin froh, dass ich es getan habe», erklärt Osaka über ihren Augenblick des Innehaltens auf dem Rücken liegend.



Auch ihren siebten Auftritt während des zweiwöchigen Turniers nutzte Osaka für eine Botschaft im Kampf gegen Rassismus und Polizeigewalt. Diesmal stand der Name Tamir Rice auf ihrer Mund-Nase-Maske, die sie vor dem Match beim Betreten des Platzes trug, aber nicht bei der Siegerehrung. Der damals zwölfjährige Tamir Rice war 2014 in der US-Stadt Cleveland von einem Polizisten erschossen worden. Der Junge hatte auf einem Parkplatz mit einer Spielzeugpistole hantiert.

Sieben Masken für sieben Spiele

Für grosse Aufmerksamkeit sorgte vor allem in den sozialen Netzwerken ihre schlagfertige Reaktion auf eine Frage im Siegerinterview auf dem Platz. «Sie hatten sieben Masken für sieben Matches mit sieben unterschiedlichen Namen dabei. Welche Botschaft wollten Sie damit zum Ausdruck bringen?», wurde Osaka gefragt. Und entgegnete dem Reporter: «Nun, welche Botschaft ist denn bei Ihnen angekommen?»

Osaka lässt French-Open-Teilnahme offen

Ob sie in zwei Wochen auch bei den French Open in Paris antreten wird, lässt die US-Open-Siegerin von 2018 und 2020 und Australian-Open-Siegerin von 2019 vorerst offen. «Bevor ich hierher kam, hatte ich vor, dort zu spielen, aber das werde ich jetzt sehen», sagt Osaka. Vor zwei Wochen hatte sie noch das Endspiel beim von Cincinnati nach New York verlegten Vorbereitungsturnier absagen müssen. Während der US Open trug sie in jedem Match eine Bandage am linken Oberschenkel. «Ich hatte noch keine Zeit zur Erholung. Mal sehen, was passiert und wie es sich anfühlt, wenn ich jetzt ein bisschen Pause mache», sagte Osaka. Die French Open sollen nach der Verlegung aus dem Mai am 27. September in Paris beginnen.

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