Stellen zwei Frauen Federer und Nadal in den Schatten?

12.7.2019 - 12:04, pat

Martina Navratilova und Chris Evert spielten in ihrer Karriere 80 Mal gegeneinander.
Bild: Getty

In Wimbledon kommt es zum Traum-Halbfinal zwischen Roger Federer und Rafael Nadal – schon zum 40. Mal treffen die beiden aufeinander. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, da gibt es tatsächlich noch Luft nach oben.

Rivalitäten im Sport, welche die Massen begeistern, gab es schon immer. Die Boxkämpfe zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier liessen niemanden kalt. Noch heute sprechen wir über den «Thrilla in Manila» aus dem Jahr 1975 – selbst wenn man damals noch gar nicht geboren war. Auch die Rivalität zwischen Messi und Ronaldo wird in die Geschichte eingehen, genau wie jene zwischen Federer und Nadal.



Gab es im Tennis schon mal etwas Vergleichbares?

Pete Sampras vs. Andre Agassi
Viele Tennisfans aus den USA würden wohl spontan sagen: Pete Sampras gegen Andre Agassi. In den Neunzigerjahren dominierten die beiden das Geschehen, 32 Mal trafen sie aufeinander. Sampras, der 14-fache Grand-Slam-Champion, gewann 20 dieser oft hochklassigen Duelle gegen den 8-fachen Champion. Speziell war diese Affiche auch, weil die beiden grundverschiedene Typen waren und sich nicht grün waren: Der Rebell Agassi auf der einen Seite und der Ruhige Sampras auf der anderen Seite.

US Open 2002: Pete Sampras besiegt Andre Agassi in vier hart umkämpften Sätzen – es ist sein letzter Triumph an einem Grand-Slam-Turnier.
Bild: Keystone

John McEnroe vs. Björn Borg
Legendär waren zweifelsohne auch die Spiele zwischen Björn Borg und John McEnroe. Der coole Schwede, der kaum Emotionen zeigte, und auf der anderen Seite der amerikanische Badboy, der immer für einen Ausraster gut war. 14 Mal spielen die beiden zwischen 1978 und 1981 gegeneinander, je sieben Siege stehen zu Buche. Es hätten noch viel mehr Spiele werden können, doch Borg trat bereits mit 26 Jahren zurück. Dass die Rivalität etwas ganz Besonderes war, zeigt auch die Tatsache, dass 2017 der Film «Borg/McEnroe» in die Kinos kam.

Martina Navratilova vs. Chris Evert
Doch ein Duell stellt – zumindest zahlenmässig – alle anderen in den Schatten. Die heute 62-jährige Tschechin Martina Navratilova spielte in ihrer Karriere 80 Mal gegen die Amerikanerin Chris Evert (64) – 61 Mal in einem Final! Die Bilanz spricht knapp für Navratilova, die 43 Spiele gewinnen konnte. In Sachen Grand-Slam-Titel sind sie aber gleich auf: je 18 Triumphe stehen zu Buche. Was den Spielen zusätzlich Würze verlieh: Die beiden hätten nicht unterschiedlicher sein können. Everts brachte es einst auf den Punkt, als sie sagte: «Sie war aggressiv, ich eine Counterpuncherin. Sie muskulös, ich nicht. Sie aus einem kommunistischen Land, ich Amerikanerin. Sie emotional, ich cool.»

Martina Navratilova (links) und Chris Evert haben sich auch nach ihrer Karriere nie aus den Augen verloren.
Bild: Keystone

Zurück zur StartseiteZurück zum Sport

Weitere Artikel