12.09.2016 - 10:30, Für Bluewin/Teleclub aus New York: Patrick Lämmle

Wawrinka: «Vor dem Spiel habe ich gezittert und geweint»

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Stan Wawrinka gewinnt zum ersten Mal in seiner Karriere die US Open. Im Final schlägt er den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic in vier Sätzen. Kurz vor dem Spiel hatte «Stan the Man» allerdings das grosse Nervenflattern, wie er nach seinem Triumph verrät.

«Es ist einfach nur fantastisch, das waren zwei unvergessliche Wochen», so der überglückliche Stan Wawrinka. Er habe gewusst, dass es einen harten Fight geben werde: «Es ist kein Geheimnis. Wenn du die Nummer 1 der Welt schlagen willst, dann musst du alles geben. Man muss akzeptieren, dass man leiden muss. Ja, man muss es fast geniessen. Ich denke das war vom physischen und mentalen Aspekt her das härteste Grand-Slam-Turnier, das ich je gespielt habe.»  

Die besten Bilder vom US-Open-Final

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Er habe sich schon zu Beginn der Partie müde gefühlt. Im dritten Satz habe er erste Krämpfe gehabt, im vierten Satz kamen die Schmerzen. «Aber das Wichtigste war, und das habe ich mit Magnus Norman (Wawrinkas Trainer) vor dem Spiel besprochen, dass ich nichts davon zeigen würde. Gar nichts. Einfach alles geben, kämpfen, und versuchen zu gewinnen. Ich habe wirklich alles gegeben, nicht nur heute, sondern in den ganzen zwei Wochen», so Wawrinka. Djokovic zeigte im Gegensatz zu Wawrinka, dass er litt und nahm im vierten Satz ein «Medical-Timeout». Wawrinka meint dazu nur: «Ich wollte einfach bereit sein, wenn es weiter geht. Und ich musste schauen, dass ich warm bleibe, denn manchmal reagiert der Körper nach einer etwas längeren Pause nicht mehr gleich.»

Wie kommt es, dass Wawrinka immer in den grossen Grand-Slam-Spielen so gut spielt?

Bei Grand-Slam-Turnieren spiele man alle zwei Tage ein Spiel auf drei Gewinnsätze. Da könne man sich auch mal ein paar Fehler mehr erlauben. Wie man gesehen habe, habe er in den ersten Runden noch nicht sein Bestes abrufen können. «Aber ich versuche mich in jedem Spiel zu verbessern. Und jeder Sieg stärkt mein Selbstvertrauen. Und wenn ich im Finale stehe, dann weiss ich, dass ich bereit bin.»  

Doch dann gesteht der Romand Erstaunliches: «Heute vor dem Final war ich nervös, wie nie zuvor. Ich habe in der Umkleidekabine gezittert. Und als ich fünf Minuten vor dem Spiel mit Magnus gesprochen habe, da begann ich zu weinen.» Der Grund warum er so nervös gewesen ist? «Weil ich das Finale an einem Grand-Slam nicht verlieren will. Das ist der einzige Grund.» Doch nach ein paar gespielten Games sei er voll auf das Match fokussiert gewesen und habe alles andere ausgeblendet.

Und nimmt Wawrinka jetzt die Nummer 1 ins Visier?

Ob er jetzt die Nummer 1 werden will, wird Wawrinka gefragt. Die Antwort ist kurz und bündig: «Nein». Und dann fährt er fort: «Die Frage kommt jedes Mal, wenn ich ein Grand-Slam-Turnier gewinne. Aber mein bestes Ranking war die Nummer 3. Es ist ganz einfach, ich bin weit davon entfernt, die Nummer 1 zu sein. Ich denke nicht einmal daran.» Wawrinka wird wohl immer der bescheidene Champion bleiben.

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