15.06.2017 - 07:00, wer

Federer nach Start-Pleite: «Manchmal tut ein solcher Dämpfer gut»

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Roger Federer hatte geahnt, dass sein Comeback schwierig werden könnte. «Tommy hat alles, was es auf Rasen braucht.» Und nach einer 73-tägigen Wettkampfpause den Tritt gleich wieder zu finden, ist auch für Federer nicht ganz einfach. «Die Marge auf Rasen ist gering. Ich wusste, dass das Risiko einer Niederlage besteht.»



Es war ein spezielles Match zwischen den beiden Altmeistern, nicht nur weil Publikumslieblinge aufeinandertrafen, nicht nur weil die beiden Kontrahenten gut befreundet sind. Auf der einen Seite stand Haas, der sein letztes Tour-Jahr geniesst. Auf der anderen der 18-malige Grand-Slam-Sieger, der sich nach seinem imposanten Saisonstart für die Rasen-Fitness zurückgezogen hatte. 

Matchball vergeben

Im ersten Satz hatte es nach einem problemlosen Erfolg für den Favoriten ausgesehen. In der prallen Sonne auf dem erstmals mit fast 6000 Zuschauern gefüllten Center Court rief Federer zunächst souverän und mit präzisen Aufschlägen seine Klasse ab. Im Tiebreak des zweiten Abschnitts liess der Australian-Open-Sieger erst einen Matchball aus und leistete sich zum Satzausgleich einen Doppelfehler.

Nachdem er im entscheidenden Durchgang seinen Aufschlag zum 2:3 abgeben musste, sass Federer nachdenklich auf seiner Bank. Haas, der ihm auch im Finale von Halle 2012 auf Rasen eine unvergessene Niederlage zugefügt hatte, sah zufriedener aus. Nach 1:56 Stunden verwandelte der deutsche Altmeister seinen zweiten Matchball – und freute sich nur verhalten. 

Federer mit neuer Frisur in Stuttgart

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  • Tennis MercedesCup Stuttgart 2017
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Federer: «Es ist ziemlich frustrierend, aber ich bin nicht geschockt»

«Vielleicht lief es am Anfang zu gut und zu einfach für mich», sagte Federer, der seinen 1100. Sieg auf der Tour verpasste. Ein paar unnötige Fehler hätten zum Rebreak geführt, «und im dritten Satz habe ich nicht mein bestes Tennis abrufen können. Es ist ziemlich frustrierend, aber ich bin nicht geschockt, dass ich verloren habe. Ich gönne es Tommy.» 

Haas seinerseits kam im 17. Duell gegen Federer zum vierten Sieg. «Ein Wahnsinns-Highlight für mich», sagte der ehemalige Weltranglisten-Zweite (2002). «Der Sieg war auch die Belohnung für die harte Arbeit der letzten Jahre und die Tatsache, dass ich nie aufgegeben habe.» Haas freute besonders, dass seine Tochter Valentina diesen Triumph live miterleben konnte. «Es ist nicht so schlecht, die Geschichte in zehn, 20 Jahren noch einmal zu erzählen.»

Wimbledon im Hinterkopf

Federer verhehlt derweil nicht, dass ein achter Sieg in Wimbledon ihm «sehr, sehr viel» bedeuteten würde. Nach seinem grandiosen Saisonstart mit den Siegen am Australian Open, in Indian Wells und in Miami gehört er beim dritten Major des Jahres zu den Topfavoriten. «Im Hinterkopf ist sehr präsent, dass die Chance in diesem Jahr da ist.»

Die überraschende Niederlage in Stuttgart zeigte aber auch ihm, dem erfolgreichsten Spieler der Geschichte, dass es keine Garantie für Erfolge gibt. «Man kann sich nie sicher sein, dass es immer so gut weitergeht», sagte Federer in Anspielung auf seine fantastische Matchbilanz in dieser Saison. «Manchmal tut ein solcher Dämpfer gut.» 

«Bei weitem nicht alles negativ»

Auch deswegen blickte er bereits wieder nach vorne: «Ich muss die Partie abhaken.» Nun bleibe ihm etwas mehr Zeit, das Turnier in Halle vorzubereiten. «Zudem war bei weitem nicht alles negativ», so Federer, der gleich nach der Partie in die Schweiz zu seiner Familie zurückkehrte. In Ostwestfalen hat er die Möglichkeit, im Hinblick auf Wimbledon weitere Matchpraxis zu sammeln. Das Turnier behagt ihm: mit acht Titeln ist Federer der Rekordsieger. 

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