15.06.2017 - 14:00, rom

Federers Out ist ein gutes Omen

Anzeige
In Sekunden überspringen
noch Sekunden
Überspringen
 

13 Bewertungen


Roger Federers frühes Out in Stuttgart ist ärgerlich, mehr nicht. Es gibt kaum einen besseren Zeitpunkt, um gleich im ersten Spiel eines Turniers auszuscheiden.



Gewiss hat sich Roger Federer – genauso wie seine Fans – die Rückkehr auf die ATP-Tour nach zweimonatiger «Sandpause» anders vorgestellt. Die Dreisatz-Niederlage gegen Tommy Haas hätte nicht sein müssen, kann aber passieren. «Es war bei weitem nicht alles negativ», analysiert Rasenkönig Federer, der die Partie perfekt begann: Er nahm Haas gleich bei der ersten Gelegenheit den Aufschlag ab, servierte selbst mit einer ungeheuren Präzision, wehrte Breakbälle mit Assen ab, bewegte sich elegant über das Grün und zeigte ein angriffslustiges Spiel mit Winnern am Netz und von der Grundlinie. Alles Attribute, die viel Mut machen für die kommenden Wochen auf dem Rasen. Federer attestiert später: «Vielleicht lief es am Anfang zu gut und zu einfach für mich.»

Haas, der Rasen-Dino

Gut möglich. Denn Tommy Haas ist momentan zwar nur die Nummer 305 der Weltrangliste. Trotzdem gehört der 39-Jährige an einem guten Tag noch immer zu den besten Rasenspielern der Tour. Vor heimischem Publikum sowieso. Federers Kumpel gewann 2009 (gegen Djokovic) und 2012 (gegen Federer) das Rasenturnier von Halle – beide Male als Wild-Card-Inhaber, wie er es heuer auch in Stuttgart ist. «Tommy hat alles, was es auf Rasen braucht», lobt Federer seinen Bezwinger. Und das hat der deutsche Tennis-Oldie in den Sätzen zwei und drei dann auch gezeigt. Besonders seine Nervenstärke im Tiebreak des zweiten Satzes war beeindruckend. Auch die von Federer – bis zum Doppelfehler beim Stand von 8:9 zum Satzgewinn.

Nach Stuttgart wie nach Dubai?

Was danach passierte, gibt’s im Tennis immer wieder. Der Underdog spielt sich in einen Rausch, reitet unbeschwert auf seiner Erfolgswelle und erhöht so den Druck auf den haushohen Favoriten enorm. Einen Druck, dem Federer mangels Spielpraxis nicht standhalten konnte. Ein paar Fehler zu viel, ein paar ungenützte Breakchancen zu viel und schon ist das Spiel vorbei. Und Federers Antwort? «Manchmal tut ein solcher Dämpfer gut». So geschehen vor ein paar Monaten nach dem überraschenden Zweitrunden-Aus am Turnier von Dubai gegen den russischen Nobody Jewgeni Donskoi. Danach war Federer bei den grossen Turnieren wieder voll parat und antwortete mit dem Gewinn des Sunshine-Doubles (Indian Wells und Miami). Man kann das Stuttgart-Out also durchaus als gutes Omen sehen.

Federer hat in seiner Karriere schon so viele Male bewiesen, dass er im richtigen Moment zurückkommen kann. Abgesehen vom nackten Resultat in Stuttgart, spricht überhaupt nichts dagegen, dass dies nun anders sein wird. Besonders, wenn für den besten Rasenspieler der Open-Ära seine beiden erfolgreichsten Turniere Halle und Wimbledon anstehen.

Tags:

Weitere Artikel

Anzeige
Bitte aktivieren Sie Javascript für die beste Browserfunktionalität