17.06.2017 - 07:30, wer / DPA

Lässt Haas doch nicht los? «Ich hoffe, dass der Körper weiter mitmacht»

DEUTSCHLAND TENNIS ATP MERCEDESCUP

Tochter Valentina überrascht Vater Tommy Haas bei dessen letzter Pressekonferenz in Stuttgart.
Bild: Keystone

 

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Für Federer-Bezwinger Tommy Haas ist das Stuttgarter Tennisturnier ebenfalls Geschichte. Das Ende der Karriere naht, auch wenn Haas selbst das irgendwie nicht richtig wahrhaben will.



Liebevoll nimmt Tennis-Altstar Tommy Haas seine Tochter Valentina auf den Schoss, als sie nach seinem Abschied in Stuttgart plötzlich bei der Pressekonferenz auftaucht. «Sie ist der grösste Grund, warum ich das noch mache», sagt der 39-Jährige und streichelt ihr übers Haar. Die Sechsjährige lächelt und klatscht für Papas Worte auf dem kleinen Podium leise Beifall. Das 4:6, 4:6 im Viertelfinale gegen Mischa Zverev hat der Papa jedoch ebenso wie seiner Tochter weniger Spass gemacht als der grossartige Moment mit dem starken Auftritt gegen Roger Federer zwei Tage zuvor. 

Nach seinem letzten offiziellen Match auf der Anlage des TC Weissenhof hatte es die aktuelle Nummer 302 der Welt eilig. Direkt nachdem ihm Mischa Zverev mit dem ersten Matchball ein Stückchen weiter Richtung Tennis-Rente geschickt hatte, stellte er sich den Fragen. «Kein Sportler verliert gern. Es kann sein, dass noch ein Schläger kaputtgehen wird», sagte er enttäuscht. «Im Grossen und Ganzen ist es eine schöne Woche gewesen. Eigentlich bin ich auf einem guten Weg. Es geht in die richtige Richtung. Von der Kondition her war es eigentlich kein Problem. Ich hoffe, dass der Körper weiter mitmacht.» 

Auftreten wie in Zeitlupe

Doch die Wahrheit sah an diesem Tag ein bisschen anders aus. Haas dem deutlich fitteren Zverev nicht genug entgegenzusetzen. Der Tennis-Oldie trug das Cap zwar wie ein Teenager verkehrt herum, aber manchmal wirkte sein Auftreten wie in Zeitlupe.

Dass seine Spielstärke besser ist als sein Weltranglistenplatz 302, das ist klar. Dass sein Körper geschunden ist, aber auch. Zverev zwang ihm neben seinen Netzangriffen mit seinem Rückhand-Slice zu längeren Ballwechseln. Drei Breakbälle nacheinander liess Haas bei 4:4 aus, gab danach seinen Aufschlag ab. Die Partie war entschieden. Tochter Valentina klatschte zaghaft. Haas verschwand winkend. «Es tut mir schon ein bisschen leid, vor allem weil ich immer seine Tochter gehört habe, die gerufen hat, 'Come on, Daddy'», sagte Zverev. «Es sind Momente, die besonders sind. Er ist ein Champion.» 

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