17.06.2017 - 16:00, wer

Tennisspieler bedroht: «Ich hoffe, deine ganze Familie stirbt an Krebs»

TENNIS FRENCH OPEN 2017

Richel Hogenkamp macht das einzig richtige: Sie stellt die Beschimpfung via Twitter online.
Bild: Keystone

 

35 Bewertungen


Richel Hogenkamp, aktuell die Nr. 100 der Welt, verliert eine Partie und wird danach per SMS auf übelste Art und Weise angefeindet. Die Holländerin macht den Text nun publik und erfährt grosse Unterstützung.



«Ich hoffe, deine Familie stirbt an Hirntumoren! Ich hoffe, du wirst mit zwei Kugeln erschossen! Ich habe 1500 Dollar verloren, wegen dir, du Schlampe (…) du bist das Hässlichste, was ich je gesehen habe.»

Richel Hogenkamp muss ein dickes Fell haben, um solche Worte verdauen zu können. Sie bleibt auch erstaunlich locker, indem sie auf Twitter kommentiert: «Thanks for the love! #sickminds».

Schliesslich hat sie nur ein Tennis-Spiel verloren und nicht einen Weltkrieg angezettelt. Doch im Zeitalter der sozialen Medien ist die Hemmschwelle, Menschen anzufeinden und sie zu bedrohen, nicht mehr existent.  

Hogenkamp hatte zuvor im Achtelfinal beim Heimturnier in 's-Hertogenbosch gegen die Kroatin Ana Konjuh in zwei Sätzen verloren. Doch der wahre Tiefschlag folgte erst nach dem Matchball, als ein Wett-Spieler nicht verkraften konnte, dass er auf die falsche Spielerin tippte.

Es ist nicht neu, dass gerade bei schlechter rangierten Spielerinnen und Spielern hohe Wetteinsätze platziert werden. Auch Timea Bacsinszky erzählte einst, wie sie nach einer verlorenen Partie beschimpft und bedroht wurde.  

Nach ihrem Post bekommt Hogenkamp Rückendeckung: Viele fordern eine Untersuchung des Tennisverbands WTA. Dieser ist aber noch nicht aktiv geworden.  

Tags:

Weitere Artikel

Anzeige
Bitte aktivieren Sie Javascript für die beste Browserfunktionalität