04.12.2017 - 15:00, mar

Pierre Paganini: «Federer musste quasi neu laufen lernen»

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Roger Federer arbeitet mittlerweile schon über 17 Jahre mit Pierre Paganini zusammen.
Bild: Getty Images

 

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Im letzten Winter hatte sogar Roger Federers langjähriger Fitnesstrainer Pierre Paganini seine Bedenken, ob der Schweizer je wieder auf Weltklasse-Niveau Tennis spielen kann.



Er ist ein stiller Schaffer. Selten sieht man ihn vor Ort an den Turnieren und dennoch ist Pierre Paganini ein zentrales Element in Roger Federers Traum-Karriere. Seit über 17 Jahren steht der Fitness-Coach dem Baselbieter mit Rat und Tat zur Seite, doch selbst er zweifelte vor dieser Saison daran, dass Federer noch einmal voll durchstarten könnte. «Roger hat zwei Wochen lang mit einem Physiotherapeuten gearbeitet, bis wir mit dem Fitnesstraining begonnen haben. Zu Beginn sollte er, zum Beispiel, fünf Meter joggen und dann rückwärts gehen», erklärt der 60-Jährige der «New York Times». «Es war, als ob er wieder laufen lernen müsste.»

Dass man da seine Zweifel hat, ist verständlich. Doch Federer meisterte auch diese Hürde. Nicht zuletzt dank Paganini, der hart am Comeback mitfeilte. Das war aber auch nur möglich, weil der 19-fache Grand-Slam-Champion bereit war, alle Strapazen auf sich zu nehmen. «Roger hat wie andere vor ihm bewiesen, dass es möglich ist, das auch nach 30 zu tun. Bei ihm vergessen wir oft die Disziplin, die er viele, viele Jahre aufgebracht hat. Sein ganzes Leben und seine Philosophie dreht sich ums Tennis.»

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Richtig bewegen, nicht bloss schnell bewegen

Mit einfachen Schrittübungen hat der «Maestro» im Sommer 2016 also wieder begonnen. Schnell ging es dann wieder an komplexere Abläufe. Paganini erklärt diese so: «Man muss eine Verbindung zwischen Geschwindigkeit und der Art, wie man sie auf dem Platz nutzt, herstellen.» Wichtig: «In neun von zehn Fällen liegt die Geschwindigkeit in den ersten drei Schritten, und dann spielt man den Ball.»

Diese Erkenntnis bedeutete für Federer gleichermassen, dass er gewisse Schläge neu entwickeln musste. Um die Laufwege beispielsweise auf der Rückhandseite kurz zu halten, war es wichtig, dass er diese versucht früher und aggressiver zu spielen. Das hat man praktisch das ganze Jahr hindurch immer wieder gesehen und war insbesondere in den Duellen mit Rafael Nadal auch oft der Schlüssel zum Erfolg.

Körperlich 32, mental über 40

Mittlerweile sind die Zweifel natürlich auch bei Pierre Paganini wieder komplett verflogen. Er traut seinem Schützling auch für 2018 einiges zu. Bei der Frage, wie lange Federer noch weiter macht, gibt er sich aber zurückhaltend: «Federer hat zwar das biologische Alter von 36, aus athletischer Sicht ist er aber jünger. Zudem hat er die Reife eines weit über 40-Jährigen.» Nur Federer selbst wisse, wann es Zeit sei, aufzuhören – wenn nicht eine Verletzung die Entscheidung übernehme.

Aus dem Familienalbum von Mirka und Roger Federer

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