11.01.2018 - 21:15, mar

«Todesdrohungen gibt es nach jedem Match»

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Der Kroate Ivan Dodig hat im Verlauf der Jahre gelernt, die Hass-Posts auf sozialen Medien einfach zu ignorieren.
Bild: Getty Images

 

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Todesdrohungen und Hass-Kommentare gehören für Tennisspieler zum täglichen Brot. Doch sie sind wahrscheinlich längst nicht die einzigen, welche von Wettopfern regelmässig mit dem Tod bedroht werden.



«Ich hoffe deine ganze Familie stirbt an Gehirnkrebs. Ich hoffe, jemand erschisst dich mit zwei Kugeln. Ich habe wegen dir 1500 Dollar verloren, du Schlampe.» Der Post dieses Users ging noch im ähnlichen Stil weiter, aber wir verzichten an dieser Stelle auf die weiteren Worte. Es war die anonyme Frustnachricht eines Menschen, der womöglich an Spielsucht leidet und Richel Hogenkamp dafür während des Turniers in s-Hertogenbosch spüren liess.

Eine Ausnahme ist das leider nicht. Eher die tägliche Realität, mit welcher sich die Tennisprofis rumschlagen müssen. «Telegraph Sports» sprach mit 20 Profis über den Missbrauch sozialer Medien durch «Fans» und alle 20 gaben an, schon ähnliche Erfahrungen wie Hogenkamp gemacht zu haben. Der Hauptgrund für solche Hass-Posts und Todesdrohungen sind in aller Regel verlorene Wetten.

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Mit Sicherheit würden auch andere Sportler von ähnlichen Erfahrungen berichten können, im Tennis konzentriert sich der ganze Hass aber im Gegensatz zu anderen Sportarten auf einen Athleten oder eine Athletin. Die meisten haben sich bereits daran gewöhnt und machen sich gar nichts mehr aus den schockierenden Nachrichten. Zu ihnen zählt etwa auch der Kroate Ivan Dodig: «Ich erhalte während jedem Turnier tausende von Todesdrohungen auf Instagram und Facebook. Mittlerweile ignoriere ich sie einfach.

Das gleiche sagt auch Doppel-Spieler Bob Bryan: «Hetzreden, Todesdrohungen, jedes Spiel. Würde ich jetzt mein Handy checken, wären da bestimmt irgendwelche Gambler dabei, die mir den Tod wünschen.» Im Schutz der Anonymität kann man in der Regel nichts weiter machen gegen die gequälten Wettopfer. Ignorieren ist wohl das einzige Rezept, das hilft.

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