13.01.2018 - 08:30

Ist Wawrinka wirklich bereit für sein Comeback?

Aus Melbourne für Teleclub/Bluewin: Jan Arnet
 

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Bis heute Samstag war nicht klar, ob Stan Wawrinka in Melbourne überhaupt antreten wird. Zwei Tage vor Turnierstart gibt der Romand Auskunft über seinen Fitnesszustand – und zumindest teilweise Entwarnung.



«Ich bin hier», sagt der 32-Jährige bei seinem ersten Pressetermin in Melbourne, «also fühle ich mich besser». Sechs Monate sind nun vergangen seit seinem letzten Auftritt auf der Tour und der Niederlage gegen Daniil Medwedew in der ersten Runde von Wimbledon.

Wawrinka blickt auf einen harten, ja sehr harten Weg zurück. Es sei die schlimmste Zeit seiner Karriere gewesen. Diese Zeit ist nun vorbei. Bei 100 Prozent ist er aber noch nicht, deshalb erwartet der Schweizer von sich selbst in Melbourne auch nicht sehr viel. «Ich weiss, dass ich noch nicht auf dem Level bin, auf dem ich sein will. Doch das Knie fühlt sich schon viel besser an. Der Fakt, hier zu sein und endlich wieder spielen zu können, ist für mich ein grosser Sieg.» Erst nach der Trainingssession am Samstag habe er entschieden, die Australian Open in Angriff zu nehmen. 

Schmerzen und Nervosität

Tatsächlich fühle er sich jetzt schon viel besser als am Mittwoch, als er fürs Exhibition-Turnier «Tie Break Tens» kurzfristig Forfait gab, sagt Stan. «Wenn du von einer langen Verletzung kommst, gibt es viele Hochs und Tiefs. Ich war (am Mittwoch) überhaupt noch nicht bereit, um spielen zu können. Ich weiss, dass sich viele Leute fragen, wie ich für einen Fünfsätzer bereit sein soll, wenn ich nicht mal für ein Super-Tiebreak bereit bin. Aber man kann das nicht vergleichen. Beim Super-Tiebreak musst du für kurze Punkte bereit sein, weil es sehr schnell geht. Ich war dafür noch nicht bereit.»

Wird Wawrinka nun aber am Dienstag soweit sein, um gegen den Litauer Ricardas Berankis, die Weltnummer 138, bestehen zu können? «Ich bin physisch noch nicht auf meinem Level, aber das ist okay», sagt er. «Natürlich habe ich noch Schmerzen im Knie, das ist normal. Da muss ich einfach durch.» Alles riskieren will er dennoch nicht. «Ich muss vorsichtig sein, das ist für mich das Wichtigste. Natürlich besteht immer ein kleines Risiko, speziell beim ersten Spiel nach sechs Monaten Pause, bei dem ich nervöser sein werde als sonst.»

Ziel: Das Level wieder zu erreichen

In Melbourne feierte Stan Wawrinka 2014 seinen ersten Grand-Slam-Titel. 2015 und 2017 erreichte er hier den Halbfinal. An einen Exploit in diesem Jahr scheint die Weltnummer 9 nicht zu glauben. Zumindest setzt er sich keine konkreten Ziele. «Mein Hauptziel für dieses Jahr ist es, wieder ein gewisses Level zu erreichen. Erst wenn ich wieder da bin, wo ich sein will, setze ich mir ein neues Ziel.»

Wawrinka wird in Down Under mal wieder eine Wundertüte sein. Ein Geheimfavorit bleibt der dreifache Grand-Slam-Champion dennoch. Denn seine grössten Erfolge feierte Stan stets dann, wenn von ihm niemand irgendetwas erwartete. 

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