Thiem kontert Kritik: «Das war einfach unfair»

lbe

21.5.2020 - 15:00

Wehrt sich gegen seine Kritiker: Dominic Thiem, aktuell die Weltnummer 3.
Bild: Keystone

Nachdem sich Dominic Thiem gegen einen Hilfsfonds für schlechter klassierte Spieler ausspricht, gerät der Österreicher selbst in Kritik. Jetzt wehrt er sich.

Thiem hatte sich vor rund einem Monat gegen die Einrichtung eines Hilfsfonds ausgesprochen, für die sich auch Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic stark machten. Der Plan: Die Top-Spieler greifen den schlechter klassierten Spielern finanziell unter die Arme.

Während die «Big Three» dafür viel Applaus bekommen, kritisiert Thiem den Vorschlag mit deutlichen Worten: «Keiner der Spieler auf den unteren Rängen muss um sein Leben kämpfen und verhungert. Ich habe etwa auf der ITF-Future-Tour Spieler gesehen, die sich nicht zu 100 Prozent für den Sport engagieren. Viele von ihnen sind ziemlich unprofessionell. Ich verstehe nicht, warum ich ihnen Geld geben sollte.»

Daraufhin wird die aktuelle Weltnummer drei von allen Seiten kritisiert. Berufskollege Nick Kyrgios antwortet auf Instagram: «Es geht darum, zu helfen, wo es nur geht – ob professionell oder nicht. Versetze dich mal in ihre Lage.»

Kyrgios' Kommentar auf Instagram.
Bild: Instagram

Die algerische Tennisspielerin Ines Ibbou (WTA 620) wendet sich mit einer emotionalen Videobotschaft an Thiem. «Dominic, ich habe dir gesagt, wir bitten dich um nichts. Ausser um etwas Respekt für unser Opfer. Spieler wie du bringen mich dazu, an meinen Träumen festzuhalten. Bitte ruiniere das nicht.»



Thiem: «Ich habe nicht von allen gesprochen» 

Jetzt wehrt sich der Österreicher in einem Interview mit «L'Équipe» gegen die Kritik. «Das Problem ist, dass keiner das ganze Interview durchgelesen hat. Das war einfach unfair.» Thiem fühlt sich missverstanden und ist sich sicher, dass seine Aussagen nicht solche Ausmasse angenommen hätten, wenn man das ganze Interview gelesen hätte. «Ich habe nicht von allen gesprochen. Es gibt natürlich Spieler, die es verdienen, unterstützt zu werden und ihr Bestes geben», erklärt sich der 26-Jährige.

Von seiner Meinung lässt er sich aber nicht abbringen. «Es gibt Personen und Organisationen, die die Unterstützung viel nötiger hätten als Tennisspieler», macht er seinen Standpunkt erneut klar. Er wolle selbst entscheiden, wem er helfe. Das tue er bereits. «Ich helfe jungen Spielern in Österreich. Ich habe nie darüber gesprochen, weil ich das nicht für mein Image tue. Ich mache das, weil sie es verdienen und weil ich möchte.»

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