Toni Nadal: «Ich spiele lieber gegen Federer als gegen Djokovic»

lbe

18.5.2020 - 20:17

Toni und Rafael Nadal an der Siegeszeremonie der French Open 2017.
Bild: Getty

In einem Interview verrät Toni Nadal, dass Roger Federer für ihn momentan der beste Tennisspieler seiner Generation ist. Dennoch gebe es für seinen Neffen Rafael einen noch unangenehmeren Gegenspieler.

Gerade mal drei Jahre alt ist Rafael Nadal, als er erstmals von seinem Onkel Toni unterrichtet wird. Rund fünf Jahre später widmet sich der lizenzierte Tennistrainer schliesslich komplett der Tennis-Ausbildung seines Neffen, und weicht bis ins Jahr 2018 nicht von dessen Seite. Nadal gilt als strenger Coach, lässt Rafael oft auf schlechten Plätzen und mit alten Bällen spielen – und formt ihn Stück für Stück zu dem Spieler, den er heute ist. Mit 12 French-Open-Titeln ist sein langjähriger Schüler mittlerweile der erfolgreichste Sandplatzspieler der Geschichte.

Betrachtet man die Gesamtbilanz auf allen Belägen, sieht Toni Nadal aber noch einen Spieler vor Rafa – obwohl sein ehemaliger Schützling nicht weit zurückliege. «Aber im Moment ist Federer der Beste, vielleicht auf einer Stufe mit Rod Laver», gesteht der 59-Jährige im Gespräch mit «Eurosport» und zeigt sich vom Schweizer Aushängeschild begeistert. 

Federer bewege sich auf dem Platz sehr elegant, gleichzeitig sei er aber auch enorm effektiv. «Für mich ist er ein wunderbarer Spieler. Ich liebe es, Roger zuzusehen», schwärmt Nadal und meint gar: «Wenn ich weder der Onkel noch der Coach von Rafael wäre, würde ich hoffen, dass Federer alle Spiele gewinnt.»

«Gegen Federer haben wir immer einen Plan»

Trotz der Bewunderung für den Baselbieter – in den Augen von Toni gibt es für Rafa auf der ATP-Tour einen noch unangenehmeren Gegenspieler: «Für uns war es immer schwieriger, gegen Djokovic zu spielen», gesteht er. Das habe zwar nichts damit zu tun, welcher der beiden der bessere Spieler ist. Aber: «Wenn wir gegen Federer spielten, hatten wir immer einen Plan. Bevor Rafa auf den Platz ging, wussten wir, was zu tun ist, um ihn zu schlagen», erklärt Toni. Das sei bei Direktduellen mit dem Serben anders gewesen. «Da wussten wir oft nicht genau, was wir machen müssen.»

Tatsächlich spiegelt sich das in der Bilanz der bisherigen Aufeinandertreffen wider: Während Nadal gegen Federer 24 der 40 Matches für sich entscheiden kann, liegt er gegen Djokovic im direkten Vergleich trotz 26 Siegen knapp im Hintertreffen. Geschlagene 29-mal muss der Spanier gegen die amtierende Weltnummer 1 als Verlierer vom Platz.

Allerdings scheint sich das Blatt in jüngster Vergangenheit zu wenden. Denn in den letzten acht Direktvergleichen mit Federer fährt Nadal nur noch einen Sieg ein – auf seinem Lieblingsbelag im Halbfinal der French Open 2019. Gegen Djokovic dagegen gewinnt der 19-fache Grand-Slam-Champion immerhin drei der letzten acht Aufeinandertreffen. Und dennoch hält Toni Nadal fest: «Ich spiele lieber gegen Federer.»

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