Sein 20. und letztes Australian Open wird zum würdigen Finale einer grossen Karriere in Melbourne: Stan Wawrinka zeigt Kämpferherz, Klasse und Charme – und trinkt zum Abschied ein Bier.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Stan Wawrinka zeigte bei seiner Drittrunden-Niederlage gegen Taylor Fritz in Melbourne eine starke Leistung und bewies, dass er auch in seiner Abschiedssaison konkurrenzfähig bleibt.
- Trotz des Ausscheidens lieferte Wawrinka ein nahezu ausgeglichenes Match, präsentierte sich physisch stark und nähert sich dank seiner Form und Punktebilanz der Rückkehr in die Top 100 der Weltrangliste.
- Emotional verabschiedete sich der dreifache Grand-Slam-Sieger vom Australian Open mit Dank an das Publikum und betonte, seine letzte Saison in vollen Zügen geniessen zu wollen.
Stan Wawrinka zeigt in der 3. Runde der Australian Open 2026 gegen Taylor Fritz eine starke Leistung und verlangt der Weltnummer 9 alles ab. Am Ende verliert der Romand in vier Sätzen (6:7, 6:2, 4:6 und 4:6).
Bemerkenswert: Über die gesamte Partie hinweg gewann der 40-Jährige lediglich vier Punkte weniger als der Amerikaner. An der Fitness lag es nicht: Physisch präsentierte Wawrinka sich deutlich stärker als noch in den Jahren 2024 und 2025 und hielt auch nach insgesamt fast acht Stunden Spielzeit in den ersten beiden Matches – inklusive dem 58. Fünfsätzer seiner Karriere – stand.
Emotionale Abschiedsworte
Der dreifache Grand-Slam-Sieger bekommt nach der ehrenvollen Niederlage viel Zuspruch vom Publikum. «Die Atmosphäre war unglaublich. Vielen Dank euch allen», sagte er unmittelbar nach dem Match bei der Zeremonie auf dem Platz. «Dank euch habe ich hier so viele Emotionen erlebt», betont Wawrinka, der sein 20. und letztes Australian Open sowie insgesamt sein 75. Grand-Slam-Turnier bestritt. Wawrinka ist der erste Spieler seit Ken Rosewall 1978, der älter als 40-jährig zwei Partien an einem Grand Slam für sich entscheiden konnte.
Er will jeden Moment seiner Abschieds-Saison 2026 auskosten. Gelöst und eher glücklich als nostalgisch verabschiedete er sich am Samstag vor demn Augen seiner Eltern mit einem Augenzwinkern: «Ich gehe jetzt ein Bier holen, das ich mit Craig Tiley, dem Turnierdirektor, teilen werde», sagte er und setzte seine Worte in die Tat um.
Djokovic mit Laudatio
Nach dem Turnier in Melbourne dürfte Wawrinka auf Rang 110 der Weltrangliste vorrücken. Da er bis zu den French Open (24. Mai bis 7. Juni) lediglich 144 Punkte zu verteidigen hat, erscheint die Rückkehr in die Top 100 realistisch – und damit der direkte Einzug in die Grand-Slam-Hauptfelder.
Mit neuem Selbstvertrauen dürfte der ehemalige Weltranglisten-Dritte auch 2026 weitere Chancen auf dem ATP-Circuit erhalten. Die Zahl der Wildcards dürfte steigen, ebenso die Möglichkeiten, wertvolle Punkte zu sammeln.
Novak Djokovic, Rivale, Konkurrent und langjähriger Wegbegleiter meint über Wawrinka: «Ich bin stolz darauf, ihn meinen Freund nennen zu dürfen und jemanden, der mich inspiriert hat. Zu sehen, wie hart er kämpft, ist ein Beweis für seine Karriere. Wenn er geht, verliert der Tennissport einen grossartigen Spieler und einen grossartigen Menschen.»