Weshalb Federer von der Absage in Indian Wells profitiert

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9.3.2020 - 15:46

Roger Federer kam letztes Jahr in Indian Wells in den Final.
Bild: Keystone

Auch in den USA fällt die erste grosse Sportveranstaltung dem Coronavirus zum Opfer: Das Tennis-Masters von Indian Wells wird abgesagt. Für Roger Federer hat dieser Entscheid durchaus positive Auswirkungen.

Wegen eines bestätigten Covid-19-Falls in der Region findet das für die kommenden beiden Wochen geplante kombinierte Frauen- und Männer-Turnier in Indian Wells nicht statt. Das gaben die Veranstalter um Turnierdirektor Tommy Haas am Sonntagabend bekannt. Die Gesundheitsbehörde des Riverside County hat einen gesundheitlichen Notstand für die Region ausgerufen.

Die Absage des Masters wird erhebliche Auswirkungen auf die Weltrangliste haben. Nach der Turnierabsage fallen bei jedem Spieler die erzielten Punkte in Indian Wells aus dem Vorjahr aus der Wertung, ohne dass neue hinzukommen können. Für Roger Federer bedeutet das zwar, dass seine 600 Punkte vom letzten Jahr für seinen Finaleinzug verloren gehen. Weil der Schweizer aufgrund einer Knieoperation ohnehin bis zum Ende der Sandsaison (Juni) ausfallen wird, ist die Indian-Wells-Absage für den Maestro dennoch zumindest kein Entscheid, den ihn ärgern wird.

Denn nun können seine Konkurrenten in Kalifornien keine Punkte einheimsen und Federer verliert prozentual nicht so viele Punkte auf Novak Djokovic, Rafael Nadal und Co. wie vielleicht gedacht. Besonders bitter ist die Indian-Wells-Absage für Dominic Thiem, der Federer kürzlich als Weltnummer 3 abgelöst hat. Der Österreicher hatte letztes Jahr nämlich triumphiert und verliert damit satte 1000 Punkte. 



Einziger Trost für Thiem: Die Sonderregelung auf der ATP-Tour, die besagt, dass für den Fall einer Turnierabsage eines der Grand-Slam-Turniere oder eines 1000er-Turniers – wie in diesem Fall bei Indian Wells –, ein Turnier, das nicht in die Wertung geflossen ist, trotzdem miteinfliesst. So erhält der 26-Jährige immerhin noch 90 Punkte für seinen Achtelfinaleinzug im vergangenen Jahr in Monte Carlo. Federer, der dafür in den letzten 52 Wochen zu wenige Turniere absolviert hat, kriegt wie Nadal und Djokovic keine zusätzlichen Punkte.

Damit bleibt Thiem in zwei Wochen – dann fallen die Indian-Wells-Punkte aus dem Vorjahr aus der Wertung – im Ranking noch vor Federer, der Vorsprung schmilzt aber von 415 auf 105 Punkte.

Bencic verliert 390 Punkte 

Für Belinda Bencic ist die Indian-Wells-Absage ebenfalls alles andere als erfreulich. Die Ostschweizerin spielte sich im Vorjahr bis in den Halbfinal und holt 390 Weltranglistenpunkte. Diese wird die aktuelle Weltnummer 8 nun verlieren und im Ranking um einige Plätze zurückfallen. 

Noch ist unklar, ob und wann das Masters von Indian Wells nachgeholt wird. Die wahrscheinlichste Variante ist offenbar, dass das Turnier im November oder Dezember stattfinden wird – Roger Federer sollte dann wieder mittun können.

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