«Ziemlich surreal, wie sich das Leben in Sekundenschnelle verändert»

6.7.2019 - 14:40, pat

Die 15-jährige Amerikanerin Cori Gauff sorgt auf dem Spielfeld für Furore, aber auch abseits des Platzes weiss sie zu überzeugen. Im Stile eines Routiniers beantwortet sie die Fragen der Journalisten. Sie gibt sich gleichermassen selbstbewusst wie bescheiden – und sie sorgt für Lacher.

Sie habe es sehr geschätzt, dass die Zuschauer sie auch bei den Matchbällen gegen sich unterstützt hätten. Dies obwohl nach ihrem Spiel das mit Spannung erwartete Mixed-Doppel mit Andy Murray und Serena Williams hätte über die Bühne gehen sollen – die Partie wurde schliesslich vertagt. Vor ihrem ersten Auftritt gegen Venus Williams habe sie nach dem Training ein Kind um ein gemeinsames Foto gebeten. «Am Tag danach, nachdem ich gegen Venus gewonnen habe, haben alle meinen Namen skandiert. Es war ziemlich surreal, wie sich das Leben in Sekundenschnelle verändert.»



Ein Journalist spricht das Wunderkind auf ihre mentale Stärke an und will wissen, wie gross der Einfluss ihrer Eltern – beide waren selbst erfolgreiche Sportler – sei. «Sie haben den grössten Einfluss, besonders meine Mutter. Sie hat definitiv meine Einstellung geändert, wie ich die Dinge sehe. Und mein Vater ist der Grund, warum ich so gross träume.» Sie denke, es sei eine gute Mischung, so fokussiert und ruhig wie ihre Mutter zu sein und den Glauben ihres Vaters (alles ist möglich) zu haben.

Ein anderer Journalist merkt an, dass ihre Mutter auf der Tribüne alles andere als ruhig wirke und die Bilder ihres Jubels in den USA gerade viral gingen. «Oh, nein. Bitte sagen sie mir, dass sie ein Meme ist. Ich bin so aufgeregt, auf Instagram zu gehen», sprudelt es aus Gauff, die in diesem Moment zum ersten Mal das Verhalten eines Teenagers an den Tag zu legen scheint.

Was macht Gauff mit 200'000 Dollar Preisgeld?

Auf die Frage, ob sie sich mit ihrem Wimbledon-Preisgeld – aktuell 200'000 Dollar – etwas kaufen werde, antwortet Gauff: «Ich kann mir kein Auto kaufen, weil ich nicht fahren darf. Ich weiss nicht, ehrlich gesagt hasse ich es, Geld auszugeben.» Aber vielleicht kaufe sie sich ein paar Kapuzenpullover ihrer Lieblingslinie. «Ich liebe es, Hoodies zu tragen. Meine Mutter hat mir zwei Monate lang verboten, Hoodies zu kaufen. Jede Woche bekam ich neue Exemplare nach Hause geschickt.» Aber sie liebe es einfach, die zu tragen – andere (Teenager) haben ihr Geld schon dümmer verprasst.

Warum Gauff schon bald wieder aus dem Rampenlicht verschwinden könnte – und wie das Federer verhindern will –, erfahren Sie im Wimbledon-Ticker.


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