13.12.2017 - 11:30, wer

Spott und Häme für Froome: «Startet er bei der nächsten Etappe unter neutraler Flagge?»

Cycling, World Championships, day 5, Men Elite Individual Time Trial

Egal, wie sich die Sache um Chris Froome entwickelt: Die Meinungen sind gemacht.
Bild: EQ Images

 

0 Bewertungen


Radsport-Star Chris Froome muss ein positives Doping-Testergebnis erklären. Der Weltverband bestätigt den erhöhten Wert einer Asthma-Substanz. Der Tour-de-France-Sieger verteidigt sich, dass sein Asthma zu dem Zeitpunkt besonders stark war. Die Meinungen sind indessen bereits gemacht.



«Mich überrascht das überhaupt nicht», sagt Radsport-Experte Henri Gammenthaler im Gespräch mit Bluewin. «Es ist doch gar nicht möglich, dass einer wie Froome nicht dopt. Ich erinnere mich gut daran, als er noch Wasserträger von Bradley Wiggins war. Seine Aufgabe damals war es, den stärksten der Equipe die Berge hochzuziehen. Ich kann nicht glauben, dass einer, der nicht ‘frisiert’ ist, diesen Job übernehmen kann. Ich war damals schon höchst skeptisch. Jetzt ist Froome seit einigen Jahren der Star des Teams. Und ich tue mich schwer mit dem Gedanken, dass er dies 'sauber' geschafft hat.»

Für Gammenthaler ist die Mär vom sauberen Sport ohnehin längst widerlegt. «Doping ist weit verbreitet, nicht nur im Radsport. Und nicht nur in Russland. Wir sollten uns daran gewöhnen, dass Geld, Erfolge und Anerkennung der Nährboden für Dopingmissbrauch ist.»

«Froome ist nun endlich erwachsen»

Für Froome gilt vorerst zwar die Unschuldsvermutung und auch der Radsportverband UCI hat den 32-Jährigen zunächst nicht suspendiert. Ob dessen Erklärung, wonach sein Asthma bei der Vuelta schlimmer wurde und er den Anweisungen des Mannschaftsarztes folgte und die Dosierung des Medikaments erhöhte, für einen Freispruch reichen wird, muss indes bezweifelt werden.

«Positiv ist positiv», schreibt ein User bei Twitter stellvertretend für viele andere, die sich heute via Kurznachrichtendienst zu den Enthüllungen äussern. Unter die vielen Meldungen mischen sich auch reichlich Spott und Häme. Damit war zu rechnen, hat der Radsport doch seit inzwischen zwei Jahrzehnten ein grobes Imageproblem.

Froome sei nun endlich erwachsen, schreibt einer. Ein anderer fragt sich, ob der Brite nun beim nächsten Rennen unter neutraler Flagge starten werde. So wie dies russische Athleten bei den anstehenden Olympischen Winterspielen tun dürfen.

Teamchef: «Komplexe medizinische und physiologische Probleme»

Froome, der an einer Rundfahrt praktisch täglich getestet wird, sagt im Weiteren: «Es ist bekannt, dass ich Asthma habe, und ich weiss genau, wie die Regeln lauten. Ich benutze einen Inhalator, um meine Symptome zu behandeln, und ich weiss, dass ich jeden Tag getestet werde, wenn ich das Trikot des Führenden trage.»

Sein Teamchef Dave Brailsford erklärt, es gebe «komplexe medizinische und physiologische Probleme, die den Stoffwechsel und die Ausscheidung von Salbutamol beeinflussen». Der Rennstall habe sich verpflichtet, die Fakten zu ermitteln «und genau zu verstehen, was bei dieser Gelegenheit passiert ist». 

Fortsetzung folgt ... 

Weitere Reaktionen aus dem Netz

Tags:

Weitere Artikel

Anzeige
Bitte aktivieren Sie Javascript für die beste Browserfunktionalität