Futsal Ein aus vielerlei Hinsicht verrücktes Champions-League-Spiel

Von Patrick Lämmle

15.1.2021

Yves Mezger ist seit der Vereinsgründung im Jahr 2009 eine wichtige Figur bei Futsal Minerva.
Yves Mezger ist seit der Vereinsgründung im Jahr 2009 eine wichtige Figur bei Futsal Minerva.
Bild: futsalminerva.ch

In den Sechzehntelfinals der Champions League bekommt es Futsal Minerva am Samstag mit dem portugiesischen Meister Benfica Lissabon zu tun. Ein ungleiches Duell.

In der Schweiz geniesst Futsal noch immer ein Nischendasein. Profis sucht man in der heimischen Liga vergebens. In Portugal sieht das anders aus, denn da ist Futsal ein Sport von nationaler Bedeutung – die Spieler von Benfica Lissabon sind allesamt Profis. Allerdings verfügt Minerva über professionelle Strukturen und seit gut vier Jahren pflegt der Schweizer Rekordmeister ein partnerschaftliches Verhältnis mit Sporting Lissabon – Trainer Pedro Santos etwa coachte früher in deren Nachwuchsabteilung.



Für Benfica Lissabon ist ein Spiel gegen Minerva kein Saison-Highlight, alles andere als ein klarer Sieg käme einer Sensation gleich. Ganz anders für die Berner. Minerva-Präsident Miro Prskalo spricht von einem «absoluten Traumlos». Denn wer würde nicht gerne einmal gegen eine der weltbesten Mannschaften antreten, selbst wenn die Chancen auf einen Sieg von aussen betrachtet gegen Null tendieren. Prskalo ist sich dessen bewusst, gibt sich aber kämpferisch: «Wenn sich Benfica nicht durchsetzen würde, wäre das eine sehr grosse Überraschung, unsere Chancen sind sicher gering. Aber ich habe noch nie jemanden gesehen, der vor dem Spiel aufgibt. Wir werden alles reinhauen, was wir haben. Und dann schauen wir, was dabei rauskommt. Wir wollen erhobenen Hauptes das Feld verlassen.»

Von Null auf Hundert

Erschwerend kommt hinzu, dass Benfica Lissabon voll im Schuss ist. Nach 17 Runden führen sie die Tabelle erneut an. 15 Siege, zwei Remis, 0 Niederlagen, Torverhältnis: 88:19. Den letzten Ernstkampf bestritten die Profis aus Portugal am vergangenen Samstag. Und wie sieht es bei Minerva aus? Die Saison 2019/20 wurde aufgrund der Corona-Pandemie nach sieben Runden abgebrochen. Neue Saison, neues Glück? Vonwegen.

Bereits nach der zweiten Runde wurde die Meisterschaft unterbrochen, seit dem 17. Oktober 2020 hat Minerva keinen Ernstkampf mehr bestritten. «Wir versuchen im Training den Ernstkampf so gut als möglich zu simulieren. Die Jungs sind voll konzentriert und sehr gut am Arbeiten. Aber natürlich ist das nie dasselbe», meint Prskalo. Die ersten Minuten könnten wegweisend sein: «Es wird wichtig sein, gut ins Spiel zu kommen.»

Am 16. Januar können Sie das Champions-League-Spiel ab 19 Uhr im Live-Stream verfolgen.

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