Die Frauen-Nati spielt erstmals an einer Handball-WM. Nach den starken Auftritten zu Beginn gab es zuletzt zwei Dämpfer. Für Verbandspräsident Pascal Jenny aber kein Grund, den Kopf hängenzulassen. Ohnehin blickt er in eine rosige Zukunft.
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- Nach zwei Siegen zum WM-Auftakt kassierte die Schweizer Frauen-Nati Niederlagen gegen Ungarn und Japan, was das Weiterkommen stark erschwert.
- Trotz der Rückschläge lobt Verbandspräsident Pascal Jenny die Entwicklung und Reife des jungen Teams bei seiner ersten WM-Teilnahme.
- Die WM gilt als Startpunkt für den langfristigen Aufbau mit dem Ziel, bis 2032 in der Weltspitze mitzuspielen und um Olympia-Medaillen zu kämpfen.
Nach den Siegen in der Vorrunde gegen Iran und Senegal war die Euphorie im Schweizer Frauen-Nationalteam gross. Danach gab es aber nach starker Leistung eine bittere Niederlage gegen Ungarn und am Mittwoch im ersten Hauptrundenspiel gegen Japan eine 21:27-Niederlage.
Vor den letzten beiden Spielen gegen die starken Däninnen und Rumänien wird das Weiterkommen für das Team von Knut Ove Joa zur Herkules-Aufgabe. Der guten Stimmung im Schweizer Team tut dies aber keinen Abbruch.
«So wie ich das wahrnehme, ist die Stimmung super. Es wird viel gelacht, aber auch die Konzentration ist hoch. Nach der Niederlage gegen Japan waren die Spielerinnen auch sehr ehrlich und kritisch», sagt Pascal Jenny, Präsident des Schweizerischen Handballverbandes, im Gespräch mit blue Sport. «Ich finde es sehr beachtlich, wie diese jungen Spielerinnen bei ihrer ersten WM auftreten.»
So gut wie in der ersten Halbzeit gegen Olympia-Bronze-Gewinner Ungarn habe er die Schweiz noch nie gesehen. «Als wir dann das Spiel noch aus der Hand gegeben haben, war ein erstes Mal eine Enttäuschung da.» Man dürfe aber nicht vergessen, wie jung das Schweizer Team ist und von solchen Niederlagen viel lernen kann. Genauso wie von der Pleite gegen Japan, wo man sich viel mehr ausgerechnet hatte.
Eintritt in die Weltspitze?
Ohnehin ist der Verbandspräsident stolz, wie sich die Schweizer Frauen bei ihrer allerersten WM-Teilnahme präsentieren. «Wir konnten in den letzten Jahren die Entwicklung so vorantreiben, dass wir den besten Teams auf Augenhöhe begegnen», sagt Jenny.
Und weiter: «Für uns ist diese WM wie der Startschuss für den Eintritt in die Weltspitze.» Die Qualität im Team sei dafür definitiv vorhanden. «Das Ziel ist es, an den Olympischen Spielen 2032 in Brisbane um die Medaillen mitzuspielen. Die meisten Nati-Spielerinnen sind dann im besten Handball-Alter.»
Jetzt gilt der Fokus aber noch den letzten beiden WM-Hauptrundenspielen. Gerade gegen Dänemark wollen die Schweizerinnen eine Reaktion zeigen. «Wir gehen sicher nicht ins Spiel, ohne an uns zu glauben. Wir spielten schon im letzten Jahr an der Heim-EM gegen Dänemark und konnten gut mithalten. Dieses Spiel kommt sicher wieder in die Köpfe», so Jenny. «Die Däninnen haben bislang überzeugt und fühlen sich vielleicht auch zu siegessicher. Wir sind sicher nicht chancenlos. Es würde mich überraschen, wenn das Team nicht ganz anders auftreten wird als gegen Japan.»