Nach Fall KhelifInternationaler Boxverband bestätigt Einführung von Geschlechtertests
dpa
20.8.2025 - 16:18
Imane Khelif krönte sich 2024 zur Olympiasiegerin.
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In der hitzigen Geschlechter-Debatte führt der neue Box-Weltverband Geschlechtertests verbindlich ein. Für die algerische Olympiasiegerin Imane Khelif könnte das schwerwiegende Folgen haben.
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20.08.2025, 16:18
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Der Box-Verband World Boxing hat knapp zwei Wochen vor der WM die Einführung von Geschlechtertests bestätigt. Alle Boxerinnen, die in der Frauen-Kategorie vom 4. bis 14. September in Liverpool starten wollen, müssen demnach den obligatorischen Test absolvieren.
«Die Richtlinie soll die Sicherheit aller Teilnehmer gewährleisten und gleiche Wettbewerbsbedingungen für Männer und Frauen schaffen», begründete World Boxing in einer Pressemitteilung.
Neue Richtlinie ab sofort in Kraft
Alle Athletinnen über 18 Jahre müssten sich zur Bestimmung ihres Geburtsgeschlechts einmalig einem PCR-Test oder einem funktionellen, medizinisch gleichwertigen genetischen Screening-Test unterziehen, heisst es in dem Schreiben. Die neue Richtlinie tritt ab heute in Kraft.
Die Richtlinie sei von einer Arbeitsgruppe bestehend aus Mitgliedern der medizinischen Abteilung und des Anti-Doping-Komitees innerhalb von World Boxing ausgearbeitet worden, teilte die Organisation mit. Auch seien Experten zu Rate gezogen und «rechtliche, gesellschaftliche und sportliche Entwicklungen im Zusammenhang mit der Frage der Geschlechtseignung» erörtert worden.
Khelif könnte gegen den Entscheid klagen.
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Olympia-Wirbel als Auslöser
Bei den Sommerspielen in Paris hatte die Debatte um Imane Khelif und Lin Yu-ting aus Taiwan massiven Wirbel ausgelöst und eine gesellschaftspolitische Dimension angenommen. Beide Boxerinnen waren nach nicht näher erklärten Geschlechtertests vom Verband Iba, der vom Internationalen Olympischen Komitee nicht mehr anerkannt wird, von der WM 2023 ausgeschlossen worden. Beide hätten laut Iba die erforderlichen Teilnahme-Kriterien nicht erfüllt und «im Vergleich zu anderen weiblichen Teilnehmern Wettbewerbsvorteile» gehabt.
Das IOC nannte es eine «willkürliche Entscheidung ohne ordnungsgemässes Verfahren» und liess Khelif und Lin in Paris teilnehmen. Das im Pass angegebene Geschlecht sei massgeblich für die Zulassung zu den Wettbewerben, lautete eine Begründung. Beide holten Gold. Ob Khelif sich dem Test unterziehen oder womöglich gegen die Entscheidung klagen wird, ist offen.
World Boxing wurde im Februar vom IOC-Exekutivrat als Partner anerkannt. Für die Organisation der Box-Turniere 2024 in Paris und drei Jahre zuvor in Tokio hatte das IOC nach der Iba-Suspendierung die Verantwortung getragen. 2028 in Los Angeles soll World Boxing die Organisation übernehmen.
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