Todesfall zwingt OK zur Revolution Schluss mit Gratis-Tickets beim Kilchberg-Schwinget

Jan Arnet

2.12.2025

Neu werden die Zuschauer des Kilchberger Schwinget zur Kasse gebeten.
Neu werden die Zuschauer des Kilchberger Schwinget zur Kasse gebeten.
Keystone

Das grosse Highlight der Schwing-Saison 2026 ist zweifelsohne das Kilchberger Schwinget. Im Vorfeld bricht das Organisationskomitee aber mit einer jahrzehntelangen Tradition – und das aus einem traurigen Anlass.

Jan Arnet

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Das Kilchberger Schwinget verlangt 2026 erstmals Eintritt, da ein langjähriger Mäzen verstorben und die Finanzierung gefährdet ist.
  • Die gestiegenen Kosten für Infrastruktur und Sicherheit zwingen das OK zu wirtschaftlichen Anpassungen.
  • Der Eintrittspreis beträgt 100 Franken, orientiert am ähnlich grossen Unspunnen-Schwinget, und zusätzliche Sponsoren sollen das Defizit decken.

Das Kilchberger Schwinget gilt seit seiner Gründung 1927 als das wohl prestigeträchtigste Schwingfest des Landes – und findet nur alle sechs Jahre statt. Traditionell treten die 60 stärksten Schwinger gegeneinander an, während 10'000 geladene Fans den Wettkampf kostenlos verfolgen. Damit ist nun Schluss: Wie der «Blick» berichtet, werden die Organisatoren im September 2026 erstmals Eintritt verlangen.

«Leider ging es nicht anders. Ohne neue Einnahmen hätte der Anlass rote Zahlen geschrieben», wird OK-Mitglied Claudia Schweizer in der Zeitung zitiert. Auslöser sei ein Todesfall, der ein grosses Loch in die Finanzen reisst.

Getragen wurde der eidgenössische Anlass seit 1927 von einer Stiftung, deren Reglement jegliches Gewinnstreben ausschliesst. Millionen-Einnahmen aus Ticketverkäufen blieben deshalb jahrzehntelang bewusst aus. Ausgeglichen wurde das Budget jeweils durch einen Mäzen aus Kilchberg – einen direkten Nachfahren von Gründer Emil Huber. Nach seinem Tod fehlt nun diese zentrale Stütze.

Ein Ticket kostet 100 Franken

Hinzu kommt, dass die Kosten rund um den Anlass deutlich gestiegen sind. Festzelte, Tribünen und insbesondere der Aufwand für die Sicherheit belasten das Budget inzwischen stark.

In Absprache mit dem Verband einigten sich die Organisatoren auf einen Eintrittspreis von 100 Franken – orientiert am Unspunnen-Schwinget, das im gleichen Rhythmus stattfindet und vergleichbare Dimensionen hat. Die Tickets bleiben weiterhin den Schwingklubs vorbehalten. Um das restliche Defizit aufzufangen, sollen ausserdem erstmals mehr als zwei Sponsoren den Anlass unterstützen.

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