Kämpfer desinfiziert

Trotz Corona-Krise: In Nicaragua wird vor Zuschauern geboxt

jar/dpa

27.4.2020

Trotz Corona-Krise: In Nicaragua wird geboxt

Trotz Corona-Krise: In Nicaragua wird geboxt

Fast überall auf der Welt sind Box-Events aufgrund der Corona-Krise abgesagt worden. In Nicaragua aber wird immer noch geboxt – inklusive Gesichtsmasken und Messung der Temperatur.

27.04.2020

Inmitten der Corona-Pandemie wird in Nicaragua vor Hunderten Zuschauern geboxt – ohne auf die nötigen Sicherheitsvorschriften zu verzichten.

Wird Nicaraguas Boxszene zu einem Vorreiter für grosse Sportevents während der Corona-Krise? Zumindest haben die Zentralamerikaner bewiesen, wie trotz Pandemie Sport betrieben werden kann und das Ansteckungsrisiko dennoch minim bleibt.

In der Hauptstadt Managua fand am Samstag ein Box-Abend mit mehreren Kämpfen zwischen lokalen Boxern in einer Halle statt. Die Veranstaltung wurde auch im Sportsender ESPN übertragen.

Angesichts der Gefahr einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus trafen die Veranstalter Vorkehrungen: Zwischen den Sitzen wurde reichlich Platz gelassen, viele Anwesende trugen Atemschutzmasken und Besuchern wurden die Hände besprüht, wie auf Videos zu sehen war. 

Und die Boxer? Bilder zeigen, wie die Kämpfer vor den Fights in Desinfektionsmittel gebadet wurden. Ausserdem wurde vor den Kämpfen Fieber gemessen.

Ein Boxer wird mit Desinfektionsmittel besprüht.
Bild: Twitter

«Wenn wir hier aufhören zu arbeiten, stirbt das Land»

Trotz allen Sicherheitsmassnahmen stand der Abend im krassen Gegensatz zu den Absagen von Sportveranstaltungen auf der ganzen Welt wegen der Corona-Krise. Nicaragua gehört – neben Ländern wie Weissrussland, Turkmenistan und Burundi – zu den wenigen Staaten, in denen noch professioneller Sport betrieben wird. Auch Fussball wird noch gespielt, allerdings vor leeren Rängen. Offiziell gab es in Nicaragua bisher erst drei Todesfälle in Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus.

Der von den linken Sandinisten regierte Staat hat bislang kaum Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus ergriffen. Es gibt weder Ausgangsbeschränkungen noch Verbote von Menschenansammlungen. Die Regierung organisiert weiter Massenveranstaltungen.

Amnesty International warf ihr vor, damit das Leben Tausender Menschen zu gefährden. Präsident Daniel Ortega hatte am 15. April bei einem seltenen öffentlichen Auftritt gesagt: «Wenn wir hier aufhören zu arbeiten, stirbt das Land.»

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