Nach den umstrittenen Entscheiden beim ESAF in Mollis soll im Schwingsport für die kommende Saison einiges verändert werden. Das wurde bei einem Treffen der höchsten Schwinger entschieden.
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- Nach umstrittenen Entscheidungen beim ESAF im August kündigt der Schwingverband für die kommende Saison verschiedene Änderungen an.
- Im Raum steht die Einführung eines zweiten Kampfrichters. In einer Testphase soll im kommenden Jahr getestet werden, ob dies zu der erhofften Verbesserung führt.
- Auch in der Kommunikation zwischen Platzkampfrichter und Tischkampfrichter werden Veränderungen getestet. Vorerst erledigt haben sich die Diskussionen um einen VAR.
Gleich mehrere umstrittene Entscheide lösten am Eidgenössischen Schwing- und Älperfest in Mollis im vergangenen August hitzige Diskussionen aus. Das soll für die kommende Saison Änderungen mit sich bringen, wie die höchsten Schwinger des Landes bei einem Treffen am vergangenen Wochenende entschieden haben.
Ein zweiter Kampfrichter?
Ab sofort wird ein sogenannter «Tablet-Bediener» eingesetzt. So sollen die Kampfrichter von den administrativen Aufgaben entlastet werden, damit diese «sich vollumfänglich auf die Beobachtung, Leitung und Benotung der Kämpfe konzentrieren können», erklärt der Verband.
Damit gibt es pro Kampf einen Platzkampfrichter, zwei Tischkampfrichter und einen zusätzlichen Helfer. Die Frage ist allerdings, wie lange das so bleiben wird. Denn im Raum steht auch die Einführung eines zweiten Platzkampfrichters. In einer Testphase soll im kommenden Jahr getestet werden, ob dies zu der erhofften Verbesserung und einer faireren Entscheidungsfindung führt.
Zudem kündigt der Verband an, das aktuelle Ausbildungskonzept für Kampfrichter unter die Lupe zu nehmen und grundlegend zu überarbeiten. Die Umsetzung soll dann 2027 passieren.
Einführung eines Headset
Auch in der Kommunikation zwischen Platzkampfrichter und Tischkampfrichter werden Veränderungen getestet. Ab 2026 soll in allen Teilverbänden ein Headset eingesetzt werden. Nach der Testphase wird Ende des kommenden Jahres die Entscheidung fallen, ob ein Headset künftig zum Schwing-Alltag gehören soll.
Vorerst erledigt haben sich die Diskussionen um einen VAR. «Die Teilnehmer sprachen sich einstimmig gegen eine Einführung aus», teilt der Verband mit. Die meistgenannten Gründe dafür: Der Verlust von Emotionen, zusätzliche Verzögerungen und mangelnde Chancengleichheit.
Anpassungen im Reglement
Zwei ganz konkrete Fälle am ESAF sorgen zudem für Änderungen im technischen Reglement. Zum einen geht es um den Kampf von Joel Wicki gegen Romain Collaud. Obwohl Collaud damals kopfüber mit beiden Schultern im Sägemehl lag, wurde Wicki das Resultat verwehrt. Eine solche Situation wird ab der kommenden Saison als gültiges Resultat gewertet.
Auch der Gang zwischen Fabian Staudenmann und Domenic Schneider hat Folgen. Damals wurde Staudenmann die Maximalnote verwehrt, weil er zwar beide Schulterblätter Schneiders aus dem Sägemehl hob, dabei aber das Gesäss seines Gegners auf seinen Beinen abstützte. Die Verantwortlichen haben nun entschieden: Ab kommender Saison muss der Körper nicht mehr vollständig aus dem Sägemehl gehoben werden, um die Maximalnote zu erhalten.