Im Skispringen sorgt eine Debatte um mögliche Manipulationen beim Schrittmass für Aufsehen. Eine neue Messmethode könnte künftig für mehr Fairness sorgen.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Mögliche Manipulationen beim Schrittmass sorgen in der Skisprung-Szene für Diskussionen, da eine grössere Anzugfläche Auftriebsvorteile verschaffen kann.
- Einige Athleten sollen versucht haben, durch Aufspritzen mit Hyaluronsäure ihre Genitalien für die Messung zu vergrössern.
- Die FIS möchte künftig neue Messmethoden einführen, um die Fairness zu erhöhen.
Im Skispringen gelten knallharte Regeln, damit die Fairness gewährt ist. So wurden etwa bei der Vierschanzentournee Athleten disqualifiziert, weil ihr Anzug zu gross war. Matthias Hafele, der Materialchef der FIS, kennt keine Gnade und greift in dieser Saison durch.
Geschummelt wird aber möglicherweise trotzdem – und zwar wenn es um die Grösse der Penisse geht. Denn im Skispringen kommt es eben sehr wohl auf die Grösse an. Weshalb das so ist? Vor jeder Saison werden die Skispringer mit einem 3-D-Scanner vermessen und das Schrittmass ermittelt, welches am untersten Punkt im Genitalbereich ansetzt. Wer da besonders viel Grösse zeigt, der darf sich über mehr Anzugsfläche freuen, was Vorteile beim Auftrieb mit sich bringt.
Hinter den Kulissen wird gemunkelt, dass es Athleten gibt, die vor der Messung ihren Penis mithilfe einer Injektion von Paraffin oder Hyaluronsäure vorübergehend vergrössert haben. Wie die «Bild» berichtet, wünschten sich einige Nationen, dass sich vor den Olympischen Spielen alle Athleten erneut einer Body-Scan-Vermessung unterziehen müssten.
Hafele sagt gegenüber der «Bild»: «Aktuell ist eine weitere Vermessung nicht geplant. Wir arbeiten aber im Hintergrund bereits an Methoden, dass das schwierige Thema verbessert wird.» Das Ziel sei, dass künftig die knöcherne Struktur und nicht die Messung der Weichteile entscheidend sind.
Offenbar soll es in der Vergangenheit auch vorgekommen sein, dass Schaumstoff um die Hoden gelegt wurde. Laut Hafele ist so etwas aber nicht mehr möglich: «Ich kann ausschliessen, dass versucht wird, mit sichtbaren Hilfsmitteln Vergrösserungen an den Geschlechtsteilen zu erwirken. Bei der Vermessung ist medizinisches Personal anwesend, das ganz genau kontrolliert.»