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Jetzt meldenSeit 1969 reist Roger Benoit mit dem Formel-1-Zirkus um die Welt. Die Reporter-Legende, die für Zigarren, klare Worte und angebliche Immunität gegen Jetlag bekannt ist, spricht bei Claudia Lässer über seine Erlebnisse – und warum es für ihn nie ein Leben abseits der Formel 1 gab.
Er lebt in seiner eigenen Welt: Roger Benoit war bei mehr Grand Prix als jeder Fahrer, den er je interviewt hat. Vor rund 70 Jahren begann seine Leidenschaft für die Formel 1. Zum Rennsport kam er aber eher zufällig, wie die Reporter-Legende in der Talkshow «Lässer» erzählt.
Während eines England-Aufenthalts besuchte Benoit zusammen mit Verleger Michael Ringier sein erstes Rennen. «Autos interessierten mich damals nicht», so Benoit in der Talkshow. Als die Formel 1 wenige Jahre später populärer wurde und der Blick darüber berichten wollte, fiel die Wahl auf den 20-jährigen Benoit. Der Grundstein für seine grosse Liebe zum Motorsport war gelegt.
«Ich hatte damals das Glück, dass ich einen Mentor hatte, der mich den wichtigen Leuten vorstellte», sagt Benoit. Dabei interessierten ihn weniger die Motoren als die Fahrer und ihre Geschichten: Wer sind die Menschen, die einen derart gefährlichen Sport betreiben, in dem damals jedes Jahr mehrere Fahrer starben?
Der Mann mit Benzin im Blut hat viele kuriose und heitere, aber auch traurige Anekdoten zu erzählen. Mit Jochen Rindt hat Roger Benoit noch drei Stunden vor seinem Tod eine Zigarre geraucht.
Auf die Frage, wie er mit dem Tod umging – der im Rennsport damals allgegenwärtig war –, sagt Benoit: «Das hat mich fasziniert.» Zur Beerdigung von Rindt 1970 ging er. Es blieb vorerst die letzte. Jahre später besuchte er nicht einmal die Beerdigung seiner eigenen Mutter. «Ich habe ein Gedicht geschrieben, aber ihr Grab habe ich nie besucht», so Benoit mit feuchten Augen. Er konnte es nicht.

Die «Blick»-Reporterlegende Roger Benoit kennt die Formel 1 wie kaum ein anderer. In «Formel Wahnsinn» schaut er zurück auf über 825 Grand Prix und sein verrücktes Leben. Dabei verrät er einzigartige Anekdoten, unglaubliche Skandale und tragische Geschichten. Das Buch, geschrieben vom stellvertretenden «Blick»-Sportchef Daniel Leu, ist seit dem 16. April 2026 auf beobachter.ch/shop und in allen Buchhandlungen der Schweiz erhältlich.
Sein engster Freund im Rennsport sei Niki Lauda gewesen, erklärt die Reporter-Legende.
Roger Benoit war damals der einzige Journalist, der nach Niki Laudas Horrorunfall ins Spital durfte. Tag für Tag berichtete er über dessen Zustand. Als plötzlich ein Pfarrer aus dem Krankenzimmer stürmte, befürchtete Benoit das Schlimmste.
Dabei hatte Laudas Frau den Geistlichen kurzerhand hinausgeworfen. Benoits Meldung über die angebliche letzte Ölung verbreitete sich daraufhin um die ganze Welt. Im Talk erzählt Benoit, dass Lauda noch Jahre später sagte, genau dieser Moment habe ihm das Leben gerettet. «So will ich nicht abtreten», habe Lauda damals beschlossen.
Hingegen sei die Beziehung zu Michael Schumacher eher eine Hassliebe gewesen, so Benoit. Er habe ihn als Schummel-Schumi betitelt, das habe ihm dieser lange übelgenommen. «Er hat am meisten gemacht – von den Fahrern mit nicht so viel Talent», sagt Benoit noch heute über den F1-Rekordweltmeister.
Doch mittlerweile hätten sich die beiden versöhnt. Wie es dazu kam, erfährst du in der Sendung.