Entführte Kirchengruppe

Missionaren in Haiti gelang gewagtes Fluchtmanöver

dpa

20.12.2021 - 18:41

Die 17 befreiten Geiseln, die einer christlichen Missionarsgruppe angehören, sind zurück in den USA. Foto: Tom E. Puskar/FR60050 AP/dpa
Die 17 befreiten Geiseln, die einer christlichen Missionarsgruppe angehören, sind zurück in den USA. 
Bild: Tom E. Puskar/FR60050 AP/dpa

Eine Missionsreise nach Haiti nahm im Oktober für 17 Mitglieder einer christlichen Gruppe eine drastische Wendung, als sie von einer Bande entführt wurden. Inzwischen sind alle frei – wie einem grossen Teil von ihnen dies gelang, gab nun ihre Organisation preis.

dpa

20.12.2021 - 18:41

Nach dem Ende der Geiselhaft von Mitgliedern einer christlichen Missionsgruppe in Haiti hat ihre Organisation erstmals Details über ihren Weg in die Freiheit genannt. Mitten in der Nacht seien die zwölf Gefangenen geflohen, ihren Entführern entwischt und kilometerlang bei Mondlicht mit einem Säugling und anderen Kindern im Schlepptau über unwirtliches Terrain gewandert, teilten Vertreter der Gruppe Christian Aid Ministries (CAM) am Montag auf einer Pressekonferenz mit.

Das Baby und ein drei Jahre altes Kind hätten sie getragen. Nach mehreren Stunden hätten sie im Morgengrauen eine Person gefunden, die ihnen geholfen habe, telefonisch einen Hilferuf abzusetzen, ergänzte der CAM-Sprecher Weston Showalter. «Sie waren endlich frei.» Dass die zwölf noch in der Gewalt der Entführer verbliebenen Mitglieder der Gruppe frei sind, hatte ihre Organisation am vergangenen Donnerstag bekanntgegeben.

Entführer drohten mit Ermordung der Geiseln

Insgesamt 17 Mitglieder der Missionsgruppe – zwölf Erwachsene und fünf Minderjährige – waren am 16. Oktober kurz nach dem Besuch eines Waisenhauses in Ganthier in der Gegend Croix-des-Bouquets verschleppt worden, wie CAM mitteilte. 16 amerikanische und ein kanadischer Staatsbürger gehörten zu der Gruppe, laut örtlichen Menschenrechtlern wurde auch ihr haitianischer Fahrer entführt.



Kidnapper von der Bande 400 Mawozo verlangten für deren Freilassung zunächst ein Lösegeld von Millionen von Dollar und drohten mit der Ermordung der Geiseln, sollte ihre Forderung nicht erfüllt werden. Fünf Geiseln erlangten dann zunächst die Freiheit. Ob Lösegeld floss, ist noch immer unklar.

Die zwölf Gruppenmitglieder, denen laut CAM das gewagte Fluchtmanöver gelang, wurden an Bord einer Maschine der US-Küstenwache nach Florida geflogen, wo sie später wieder mit den fünf anderen freigekommenen Geiseln zusammenkamen. CAM präsentierte auf der Pressekonferenz Fotos vom Wiedersehen der Befreiten sowie ein Video, das die Gruppe beim Singen eines Lieds zeigt, das sie in der Gefangenschaft inspiriert habe.

dpa