Guetsli-Bäcker aufgepasst

Ausgerechnet jetzt werden die Eier knapp und teurer

uri

30.11.2022

Wer zu Weihnachten Guetsli bäckt, muss für Eier tiefer in die Tasche greifen. 
Wer zu Weihnachten Guetsli bäckt, muss für Eier tiefer in die Tasche greifen. 
Archivbild: Keystone

Just kurz vor Weihnachten gehen die Eier-Preise durch die Decke: Das Import-Kontingent ist aufgebraucht, Inflation und Vogelgrippe schlagen auf die Produktionskosten.

uri

30.11.2022

Steigende Preise sind inzwischen auch in der Schweiz ein Thema – gleichwohl die Teuerung hierzulande immer noch vergleichsweise moderat ausfällt. Allerdings werden nun, kurz vor Weihnachten, ausgerechnet die Eier knapp, berichtet der «Blick». Wer also Guetsli backen will, muss tiefer in die Tasche greifen.

Ursache für den Eierengpass ist laut dem «Blick» die momentan hohe Nachfrage, die nicht mehr allein aus heimischer Produktion gedeckt werden könne. Zugleich ist das Kontingent für Import-Eier für dieses Jahr bereits aufgebraucht.

In diesem Fall können Eier zwar weiterhin eingeführt werden, doch fallen dann zusätzliche Zollgebühren an, die die Detailhändler auch an ihre Kunden weitergeben.

Import-Eier verteuern sich um bis zu 50 Prozent

Als Beispiel nennt der «Blick» die gestiegenen Preise von Import-Eiern bei Coop, die teils bis zu 50 Prozent teurer würden: Zehn Stück der Prix-Garantie-Pic-Nic-Eier würden nun 4.95 Franken statt bislang 3.30 Franken kosten. Für 15 Eier aus der Bodenhaltung müsse man hier nun 5.50 Franken statt 3.90 Franken berappen, was eine Preissteigerung von etwas über 40 Prozent ausmache.

Wie Coop-Sprecher Caspar Frey blue News auf Nachfrage mitteilte, handelt es sich dabei um eine «temporäre Preisanpassung bis zum Jahresende». Coop könne der Nachfrage nach Eiern zudem «nach wie vor gerecht werden», so Frey.

Ähnlich gestaltet sich die Situation laut dem «Blick» auch bei anderen Detailhändlern wie der Migros. Wie ein Sprecher des Grossverteilers erklärte, müsse man die Preissteigerungen an die Kundschaft weitergeben. Bei Schweizer Eiern würde man die «Preise trotz erhöhter Nachfrage und nicht ausreichender Produktion nicht erhöhen».

Schweizer Eierproduzenten: Lage «besorgniserregend»

Wie die Vereinigung der Schweizer Eierproduzenten Gallo Suisse mitteilte, gestalte sich die momentane Lage in Europa «besorgniserregend»: Aufgrund der hohen Kosten hätten viele Bauern die Produktion aufgegeben oder reduziert. Zudem habe man wegen der Vogelgrippe so viele Tiere wie niemals zuvor vorsorglich töten müssen.

Im Winter 2021/2022 mussten in Europa laut Angaben des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in über 2400 Betrieben fast 50 Millionen angesteckte Haushühner getötet werden. 2022 waren erstmals auch im Sommer mehrere Hundert wildlebende Vögel betroffen.

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