Mehr als 10’000 Corona-Tote in Schweden – verschärfte Ausgangssperre in Frankreich 

Agenturen/red

14.1.2021 - 21:00

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag innerhalb von 24 Stunden 2474 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 53 neue Todesfälle und 106 Spitaleinweisungen.

Am Donnerstag der vergangenen Woche wurden 3975 neue Fälle, 75 Todesfälle und 196 Spitaleinweisungen vermeldet.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag am Donnerstag bei 15,1 Prozent (PCR) respektive 13 Prozent (Schnelltests). Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnern insgesamt 3496,72 Tests gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 1. Januar bei 1,01.

Verschärfter Shutdown

Ab Montag müssen Läden für Güter des nicht-täglichen Bedarfs schliessen. Es gilt ausserdem Homeoffice-Pflicht und eine Obergrenze für Treffen von maximal 5 Personen. Skigebiete und Schulen bleiben jedoch weiterhin geöffnet.

Angesichts der neuen Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie rechnet der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) mit einem weiteren Stellenabbau in mehreren Branchen. Besonders betroffen dürften vor allem die Gastronomie, die MEM-Industrie sowie Teile des Gross- und Detailhandels sein.

Prekäre Lage  im Ausland

Die Zahl der offiziell gemeldeten Corona-Todesfälle hat in Deutschland einen Höchststand erreicht. Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter 1244 neue Todesfälle an das staatliche Robert-Koch-Institut. Zudem wurden 25'164 Neuinfektionen gemeldet.

In Schweden sind seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 10’000 Menschen an den Folgen der Virusinfektion gestorben. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Donnerstag eine Höchstzahl von 351 Corona-Toten, womit die Gesamtzahl auf 10’185 Todesfälle stieg.

Unmittelbar vor Beginn eines einmonatigen Lockdowns hat Portugal einen Rekord an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Binnen 24 Stunden seien 10’698 neue Ansteckungen registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in Lissabon mit.

In Israel sind den dritten Tag in Folge mehr als 9000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, wurden binnen 24 Stunden 9388 Fälle gemeldet. Dies ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Im Kampf gegen das Coronavirus will Frankreich die abendliche und nächtliche Ausgangssperre auf dem gesamten Festland um zwei Stunden auf 18 Uhr vorziehen.
  • Das BAG meldet 2474 neue Fälle bei 24'465 Tests – die Positivitätsrate liegt damit bei 10,1 Prozent. 53 Personen sind an Covid-19 gestorben, 106  wurden hospitalisiert. 
  • Die Massentests in Schulen und Betrieben im Kanton Graubünden haben sich bewährt, weshalb sie nun in die kantonale Corona-Strategie aufgenommen werden.
  • In der Schweiz gehen die Meinungen zur Verschärfung der Corona-Massnahmen durch den Bundesrat weit auseinander – auch in der Presse.
  • Deutschland erreicht einen neuen Höchststand bei den Corona-Toten.

22.00 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Donnerstag

21.14 Uhr: 101-jährige Überlebende der Spanischen Grippe erhält Corona-Impfung

Als Baby wurde sie an der Seite ihrer schwer an der Spanischen Grippe erkrankten Mutter gefunden, die sich nicht mehr um sie kümmern konnte. Nun hat eine 101-Jährige aus Schottland eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten, wie der Gesundheitsdienst NHS Greater Glasgow and Clyde am Donnerstag mitteilte. Für sie sei es «nur eine weitere Impfung», sagte Emily Lawson aus Kirkintilloch, die 1919 geboren wurde, als die letzte große Pandemie grassierte. Der Spanischen Grippe fielen weltweit schätzungsweise 50 Millionen Menschen zum Opfer.

Die britische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis Mitte Februar die 15 Millionen Angehörigen der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen im Land gegen das Coronavirus zu impfen. Bislang haben mehr als 3,2 Millionen Menschen eine erste Dosis erhalten.

20.17 Uhr: Vor Lockdown-Beginn: Portugal meldet Rekordzahl an Neuinifizierten

Unmittelbar vor Beginn eines einmonatigen Lockdowns hat Portugal einen Rekord an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Binnen 24 Stunden seien 10’698 neue Ansteckungen registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in Lissabon mit. Der bisher höchste Wert war erst am Vortag mit 10’556 erreicht worden. 148 Menschen starben innerhalb eines Tages mit Covid-19 - acht weniger als beim Höchstwert vom Mittwoch.

Der neue Lockdown ab Freitag ähnelt dem vom Frühjahr 2020. Das Haus darf nur aus triftigem Grund verlassen werden. Man darf unter anderem Einkäufe tätigen, zur Arbeit fahren oder einen Arzt aufsuchen. «Denken sie nicht an die Ausnahmen, sondern an die Regel. Und die Regel ist einfach: Jeder von uns muss zu Hause bleiben», sagte Ministerpräsident António Costa.

Antonio Costa, Premierminister von Portugal, kündigt wegen stark steigender Corona-Zahlen einen harten Lockdown an.
Bild: Keystone

19.23 Uhr: Schweden überschreitet Schwelle von 10’000 Corona-Toten

In Schweden sind seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 10’000 Menschen an den Folgen der Virusinfektion gestorben. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Donnerstag eine Höchstzahl von 351 Corona-Toten, womit die Gesamtzahl auf 10’185 Todesfälle stieg. Die Zahlen belaufen sich jedoch nicht zwingend auf die vergangenen 24 Stunden - sie können auch mehrere Tage alt sein.

Schweden ist derzeit eines der am stärksten betroffenen Länder in Europa. Derzeit werden durchschnittlich täglich mehr als hundert Todesfälle gemeldet - weit mehr als während der ersten Corona-Welle im Frühjahr. Experten befürchten, dass die täglichen Todeszahlen noch steigen werden.

18.57 Uhr: Frankreich zieht nächtliche Ausgangssperre landesweit auf 18 Uhr vor

Im Kampf gegen das Coronavirus will Frankreich die abendliche und nächtliche Ausgangssperre auf dem gesamten Festland um zwei Stunden auf 18 Uhr vorziehen. Die Regelung solle ab Samstag für mindestens 15 Tage gelten, kündigte Premierminister Jean Castex am Donnerstagabend in Paris an. «Es ist nicht möglich, das Haus aus persönlichen Gründen zu verlassen», sagte Castex. Auch Geschäfte sollen demnach ab 18 Uhr schliessen.

Zuvor war das ursprünglich von 20 Uhr bis 6 Uhr geltende Ausgehverbot bereits in einzelnen besonders betroffenen Départements vorverlegt worden. Den Menschen ist es während dieser Zeit nicht mehr gestattet, an der frischen Luft spazieren zu gehen, Sport zu machen oder einzukaufen. Sie dürfen aber zum Beispiel weiterhin zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe das Haus verlassen.

18.25 Uhr: Weiterer US-Abgeordneter nach Kapitol-Aufstand mit Corona infiziert

Unter den US-Kongressabgeordneten gibt es nach dem gewaltsamen Aufstand von Trump-Anhängern im Kapitol einen weiteren Corona-Fall. Der Demokrat Adriano Espaillat aus New York teilte am Donnerstag mit, dass er positiv auf das Virus getestet worden sei. Bei mindestens drei weiteren Abgeordneten des Repräsentantenhauses wurde eine Corona-Infektion festgestellt, nachdem eine Gruppe von Volksvertretern am vergangenen Mittwoch an einen sicheren Ort im Kapitol flüchtete, als Anhänger von Präsident Donald Trump das Gebäude stürmten und dort für Krawall- und Gewaltszenen sorgten.

Wo und wann sich die Abgeordneten das Virus eingefangen haben, ist unklar. Doch sagte der Arzt des Kapitols, Brian Monahan, dass sie womöglich im Schutzraum einer infizierten Person ausgesetzt gewesen seien.

17.56 Uhr: Virusmutation in Brasilien: London stoppt Reiseverkehr aus Südamerika

Wegen einer zuerst in Brasilien nachgewiesenen Coronavirus-Mutation verhängt die britische Regierung ein Einreiseverbot für Ankömmlinge aus Südamerika und Portugal. Das teilte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstagabend mit. Die neue Regelung soll bereits am frühen Freitagmorgen in Kraft treten. Ausgenommen seien britische Staatsangehörige, irische Staatsbürger und Menschen mit Aufenthaltsrecht in Grossbritannien. Portugal falle wegen seiner engen Beziehungen zu Brasilien ebenfalls unter die Massnahme.

Premierminister Boris Johnson hatte sich am Mittwoch in einem Parlamentsausschuss besorgt über die neue Virusvariante gezeigt, die Ähnlichkeiten zu der in Südafrika auftretenden Mutation haben soll. Beide sollen sich sehr rasch in Gegenden ausbreiten, die von der bisher vorherrschenden Variante bereits stark betroffen waren. Experten wollen nun untersuchen, ob die Immunität von Menschen, die bereits eine Corona-Infektion überstanden haben, durch die neuen Mutationen beeinträchtigt wird.

17.30 Uhr: Kam der Lockdown in Bergamo zu spät?

Die Staatsanwaltschaft in Bergamo prüft Vorwürfe, ob während der ersten Welle der Pandemie der Lockdown in der von der Krankheit besonders betroffenen norditalienischen Stadt zu spät verhängt wurde. Dazu stellte die Polizei bei mehreren Gesundheitsbehörden Dokumente im Zusammenhang mit Ermittlungen zum Pandemie-Plan der Regierung sicher. Die Dokumente sollen auch Aufschluss geben, warum es so viele Tote in den Altenheimen Bergamos gab. Zeitweise waren in Bergamo so viele Menschen gestorben, dass Militär-Lastwagen die Särge aus der Stadt bringen mussten.

Im Zentrum der Ermittlungen steht der Verdacht, dass der nationale Pandemie-Plan nicht auf dem neusten Stand war. Die Staatsanwaltschaft im norditalienischen Bergamo bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Ansa. In Anhörungen hätten Experten der Weltgesundheitsorganisation die Ansicht vertreten, dass der seit 2020 geltende Pandemie-Plan nur die Kopie einer Arbeitshypothese aus dem Jahr 2006 gewesen sei, hiess es.

Die Vorwürfe kursieren schon länger. Eine Gruppe von Corona-Opfervertretern hatte Ende des vergangenen Jahres eine Klage gegen die Behörden landesweit und in den Regionen eingereicht. Die Gruppe warf den Behörden ebenfalls Versäumnisse in Bergamo vor. Italien verzeichnete seit Pandemiebeginn schon mehr als 80'000 Tote mit Sars-Cov-2 und mehr als 2,3 Millionen Corona-Infektionen.

epa08328225 Coffins of people deceased from the COVID-19 novel coronavirus are being blessed inside the church of San Giuseppe in Seriate, Italy, on March 28, 2020. Italy is the country with the highest death rate caused by COVID-19. EPA/Matteo Corner
In Bergamo kam es im März 2020 zu vielen Todesfällen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.
Bild: Keystone

17.11 Uhr: Afrika erhält erste Corona-Impfdosen über Covax im März

Afrika kann im März mit ersten Corona-Impfdosen im Rahmen des Beschaffungsprogramms Covax rechnen. Das erklärte die Afrika-Chefin der Weltgesundheitsorganisation, Matshidiso Moeti, am Donnerstag. Eine grössere Menge der erwarteten Millionen Dosen werde dann bis Juni folgen, sagte sie. Das Covax-Programm hat zum Ziel, auch ärmere Länder mit Vakzinen zu versorgen. Auf dem afrikanischen Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern sind die Infektions- und die Todeszahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus zuletzt rasch gestiegen.

Die Dosen sollen auf Grundlage der Bevölkerungsgrösse und der Schwere des Infektionsgeschehens an die einzelnen Länder geliefert werden. Mitarbeiter des Gesundheitswesens sollen bei den Impfungen die höchste Priorität erhalten, nachdem sich Tausende von ihnen infiziert haben. Auf dem Kontinent werden aktuell täglich etwa 30'000 neue Infektionen mit dem Virus gemeldet. Während der ersten Welle zu Beginn der Pandemie waren es 18'000. Besonders betroffen ist Südafrika, wo sich zudem eine neue, hoch infektiöse Variante des Virus ausbreitet. 

A health-care worker sanitises her hands before conducting COVID-19 tests at a Dis-Chem drive-through testing station at the V&A Waterfront in Cape Town, South Africa, Friday, Jan. 8, 2021. South Africa with 60 million people has reported by far the most cases of the coronavirus in Africa, with more than 1.1 million confirmed infections. (AP Photo/Nardus Engelbrecht)
Teststation in Kapstadt: In Südafrika breitet sich eine neue Variante des Coronavirus aus.
Bild: Keystone

16.59 Uhr: Trotz Corona – Tausende Inder baden im Ganges

Viele Tausend Menschen in Indien haben zum Auftakt eines hinduistischen Pilgerfests im für sie heiligen Fluss Ganges gebadet. Das mehrwöchige Kumbh Mela (Krugfest) gilt als grösste friedliche Versammlung und grösstes religiöses Fest der Welt. In den kommenden Wochen werden bei dem Fest in der Stadt Haridwar Millionen weitere Menschen erwartet, wie örtliche Medien schreiben. Demnach würden Organisatoren zufolge auch Corona-Richtlinien eingehalten. Trotzdem sieht man auf Bildern des Fests am Donnerstag viele Menschen ohne Masken.

Hindus glauben, dass das Waschritual der Pilgerreise ihre Seele von Sünden reinigt und ihnen den Weg zum Himmel öffnet. Das Fest basiert auf einem Mythos, wonach Götter und Dämonen um einen Krug (Kumbh) stritten, der mit Unsterblichkeitsnektar gefüllt war. Bei dem Streit fielen einige Tropfen an vier Orten auf die Erde: In Prayagraj, Haridwar, Ujjain und Nashik, wo das Fest in bestimmten Abständen abgehalten wird. Dieses Jahr findet das Fest in der Stadt Haridwar statt.

In Indien gibt es in absoluten Zahlen am zweitmeisten bekannte Corona-Fälle nach den USA – insgesamt mehr als 10,5 Millionen. Mehr als 151'000 Menschen sind mit oder an einer Corona-Infektion gestorben. Indien ist aber auch das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt mit 1,3 Milliarden Einwohnern.

Hindu devotees crowd the confluence of the Ganges and Yamuna rivers to take a ritualistic bath during Makar Sankranti festival in Prayagraj, India, Thursday, Jan. 14, 2021. Makar Sankranti marks the transition of winter to spring. (AP Photo/Rajesh Kumar Singh)
Ohne Mindestabstand: In Indien sind Tausende Gläubige zu einer religiösen Feier zusammengekommen.
Bild: Keystone

16.25 Uhr: Und Schluss

Damit ist die Medienkonferenz beendet. Wir danken für das Interesse und halten Sie im Ticker natürlich weiterhin auf dem Laufenden, was sich in Sachen Coronavirus weltweit tut. 

16.24 Uhr: Wann wird gelockert?

Bereitet die Taskforce bereits Szenarien vor, wann Massnahmen wie die Maskenpflicht wieder gelockert werden könnten? Ja, bestätigt Ackermann, das sei eine «sehr wichtige Frage». Gerade im Hinblick auf eine baldige Durchimpfung der Bevölkerung müsse man sich mit dieser hoffentlich bald befassen.

16.24 Uhr: Politische Veranstaltungen als Sonderfall

Bei politischen Veranstaltungen gibt es eine Ausnahme der 5-Personen-Regel, bestätigt Schüpbach eine entsprechende Frage. Diese seien also nicht limitiert.

16.23 Uhr: Bei Ausbrüche werden nicht alle Fälle sequenziert

114 Fälle des britischen Virus sind bis jetzt registriert worden. Sind im Falle von Corona-Ausbrüche alle Ansteckungen mitgezählt? In der Regel reiche es bei solchen Ausbrüchen aus, zwei, drei Samples zu sequenzieren, antwortet Mathys. Man könne anschliessend davon ausgehen, dass die anderen Personen dieselbe Virus-Variante hätten. In den Daten, die das BAG präsentiere, seien diese nicht-sequenzierten Fälle aber nicht enthalten. 

16.20 Uhr: Weitere gefährliche Virus-Varianten?

Es gebe noch weitere gefährliche Virusmutationen – was könne er dazu sagen, wird Ackermann gefragt. Der Taskforce-Chef sagt: Es gebe eine bestimmte Reihe von Mutationen, denen gefährliche Eigenschaften zugeschrieben würden – wie zum Beispiel eine erhöhte Übertragbarkeit. Aber dies müsse jeweils erst noch überprüft werden, was in der Schweiz in jüngster Zeit auch intensiver gemacht werde.

16.18 Uhr: Droht ein neues Masken-Fiasko? 

Hätte die Schweiz genügend FFP2-Masken, sollte sich herausstellen, dass diese besser vor den Corona-Mutationen schützen? Grundsätzlich sei der Markt nicht ausgetrocknet, sagt Mathys. Ausserhalb von Covid würden die FFP2-Masken in vielen Bereichen eingesetzt. Der Bund verfüge über 3,2 Millionen davon und beschaffe weitere 4 Millionen. «Es gibt sicher Masken in der Schweiz und der Markt würde sicher auch funktionieren», so Mathys. Er sehe keinen Grund davon auszugeben, dass es zu einer Mangellage kommen könne wie zu Beginn bei der Pandemie bei den Hygienemasken.

16.17 Uhr: Nochmals Homeoffice

Frage zur Homeoffice-Pflicht: Der Arbeitgeber müsse gewisse Ausgaben des Angestellten zurückerstatten – müsse es dazu nicht einen genaueren Katalog geben? Jakob vom Seco verweist an die Medienstelle des Seco. Der Arbeitgeber müsse aber sicherlich für einen «guten Arbeitsplatz» sorgen, da gebe es eine gewisse Verpflichtung.

16.14 Uhr: Testzwang in Alters- und Pflegeheimen?

Frage zu Alters- und Pflegeheime: Welche Instanz müsste Tests für Besucher und Personal oder Impfungen anordnen? Das komme darauf an: Das könnte der Kanton anordnen, oder aber der Arbeitgeber, lautet die Antwort von Schüpbach.

16.12 Uhr: Zufallsstichprobe und gezielte Suche

Ein Journalist hakt nach: Wie genau werden die Corona-Mutationen entdeckt? Ackermann sagt, ein Teil davon sei bei Personen gefunden worden, wo man konkret gesucht habe – weil sie Kontakte zu Grossbritannien und Südafrika gehabt hätten. Gleichzeitig sequenziere man beliebige Fälle. So erhalte man eine Zufallsstichprobe. Anhand dieser könne man hochrechnen, wie schnell sich die Mutationen ausbreiten würden.

16.11 Uhr: Medienkonferenzen noch möglich?

Wären solche Medienkonferenzen wie die heutige ab Montag überhaupt noch möglich? Ja, sagt Schüpbach. Denn dies gelte als ein Anlass im Arbeitsbereich. Es gelte aber sicher eine Maskenpflicht.

16.09 Uhr: Gefahr auf den Malediven kleiner als in Bern

Man kann zwar auf die Malediven fliegen, aber keine Unterhosen kaufen. Will der Bund das so beibehalten? Mathys sagt, das Risiko sich auf den Malediven anzustecken, sei wohl kleiner als in der Berner Altstadt. Dennoch sei die Mobilität einzuschränken und das Reisen werde nicht empfohlen. Das BAG behalte das Reisen im Auge – deshalb gebe es auch die Liste mit Risiko-Ländern.

16.08 Uhr: Wäre eine Session möglich?

Im Bundeshaus gelten verschärfte Massnahmen: Wäre eine Session überhaupt noch durchführbar? Mathys sagt, man werde das sicherlich anschauen, er könne das aber nicht vorwegnehmen. Ackermann ergänzt: Es gelte eine Abwägung vorzunehmen zwischen den epidemiologischen Aspekten und die Aufrechterhaltung der politischen Prozesse. Dazu könne die Taskforce aber nichts sagen.

16.05 Uhr: Kantone impfen unterschiedlich schnell

66'000 Impfdosen sind bis jetzt verabreicht worden in der Schweiz – so die Schätzungen des BAG. Einmal mehr kommt die Frage auf: Ist die Schweiz zu langsam? Kronig führt aus, die Zahlen könnten verfälscht sein, weil der Bund selbst ja nicht impfe. Man erhalte die Daten von den Kantonen. Zwischen dem 23. Dezember und dem 11. Januar hätten sämtliche Kantone mit den Impfungen begonnen, so Kronig. Die Kantone seien unterschiedlich schnell, das Tessin beispielsweise sei unglaublich aktiv.

16.04 Uhr: Terrassen-Sitzplätze auf den Pisten?

Wie sieht es mit Terrassen-Sitzplätzen in Skigebieten aus? Das werde in Graubünden zwar so angeboten, sagt Schüpbach, doch nicht konform mit den Vorgaben des BAG. Take-away-Angebote seien aber erlaubt, einfach ohne Sitzgelegenheit.

16.02 Uhr: Impfen bei positivem Test

Personen, die Corona-positiv sind, sollten sich gemäss Kronig nicht impfen lassen. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Personen, die sich impfen lassen und positiv sind, ohne es zu wissen, gefährdet seien.

16.01 Uhr: Kinder zuhause unterrichten?

Sollen auch an den Schulen zusätzliche Massnahmen ergriffen werden? Taskforce-Chef Ackermann sagt: Im Ausland sei der Präsenzunterricht vielerorts bereits verboten worden. In der Schweiz spreche man derzeit keine Empfehlung aus, aber man arbeite mit dem BAG zusammen, um Möglichkeiten zu finden, dass der Fernunterricht nicht zu Einbussen bei den Lerninhalten führe.

15.59 Uhr: Impfungen beim Hausarzt 

Eine Journalistin fragt nach, wann Impfungen in Apotheken und bei Hausärzten angeboten werden könnten. Man sei aktiv daran, diese Frage zu bearbeiten, sagt Kronig vom BAG. Konkret müsse man die Logistik und die Finanzierung aufgleisen. Einige Kantone seien hier schon weiter als andere. 

15.58 Uhr: 5-Personen-Regel

Dürfen fünfköpfige Familien keinen Besuch mehr empfangen, wenn alle zuhause sind? Und wer kontrolliert diese Einhaltung? Mike Schüpbach vom Rechtsbereich des BAG bestätigt, dass das so ist: Maximal fünf Personen dürfen sich treffen. Zu Verstössen sagt er: «Das könnte im Grundsatz sanktioniert werden», doch «es ist nicht das Ziel, dass die Polizei Kontrollen im privaten Bereich durchführt.»

15.59 Uhr: Budgetiertes Defizit

Reicht das vom Bund budgetierte Defizit von 6 Milliarden aus – jetzt, wo die Massnahmen verschärft wurden? Walker sagt, dass das durchaus möglich sei. Ein Beispiel: 2,5 Milliarden seien für die Härtefälle budgetiert worden, davon seien bisher weniger als 500 Millionen Franken ausgegeben worden, so Walker. Das Ganze zu berechnen sei nicht ganz einfach, denn die Programme der Kantone würden sich täglich ändern.

15.55 Uhr: Wer kontrolliert die Homeoffice-Pflicht?

Frage zur Homeoffice-Pflicht: Welchen Effekt verspricht man sich davon und wie wird das kontrolliert? Jakob vom Seco betont, dass es sich hierbei um eine Pflicht für Arbeitgeber handle, wenn dies mit verhältnismässigem Aufwand machbar sei. Rund die Hälfte der Arbeitsplätze sei für ein Arbeiten im Homeoffice geeignet, zeigten Schätzungen.

Die Einhaltung zu kontrollieren, sei ähnlich schwierig wie bei der 5-Personen-Regel im Privatrahmen. Sind Bussen möglich, hakt der Journalist nach. Theoretisch ja, sagt Jakob, aber er rechne nicht damit, dass solche ausgesprochen würden.

15.52 Uhr: Angst vor sozialer Isolation 

Was raten die Experten Menschen, die durch die verschärften Massnahmen sozial isoliert werden? Mathys antwortet:. «Ich glaube, es gibt niemanden hier im Raum, der nicht das eine oder das andere spürt.» Auch er habe Lust, seine Eltern zu sehen und zu umarmen. «Es gnüegelet halt.» Wichtig sei aber, dass es Angebote gebe. Diese seien ausgebaut und die Zugangsschwelle sei teils gesenkt worden. Man solle das tun, was noch umsetzbar sei: Trotzdem nach draussen gehen, im Wald spazieren etwa.

Auch Bütler äussert sich. Man beobachte psychische Folgen durch die Einschränkungen, aber auch durch die Pandemie selber. Es sei schwierig, das genau zu trennen. Basierend auf Studien liesse sich kaum sagen, welche Angst überwiege: Jene vor der Isolation oder jene vor Ansteckungen. Während dem ersten Lockdown hätten gerade die Blumenläden – und auch Coiffeursalons – vielen gefehlt, sagt Bütler. Deshalb mache es auch Sinn, diese jetzt offen zu lassen. Und: Man dürfe nicht vergessen, dass man nie eine Ausgangssperre hatte in der Schweiz.

15.50 Uhr: Stimmt der Vergleich mit Grossbritannien?

Bundesrat Berset habe gestern mehrfach erklärt, die Schweiz stehe jetzt am selben Punkt wie Grossbritannien im Dezember: Stimmt dieser Vergleich? Und wurden im vorhin aufgezeigte Szenario der Fallzahlen die neuen Massnahmen ab kommenden Montag schon eingerechnet?

Wie gross die Zeitverzögerung sei, sei schwierig festzustellen, erklärt Ackermann. In der Schweiz sei das Virus noch relativ kurz beobachtet worden. Die Schweiz, Grossbritannien und Dänemark wiesen ein ähnliches Muster auf. Doch die Schweiz habe noch die Chance, diesen Pfad zu verlassen und einen Anstieg der Fallzahlen zu verhindern. Ackermann spricht von einer wichtigen Gelegenheit, die die Schweiz nun nicht verpassen dürfe. Beim aufgezeigten Szenario wurden keine spezifischen Massnahmen eingerechnet.

15.44 Uhr: Blumenläden offen, Bücherläden zu

Die Blumenläden dürfen offenbleiben, während die Bücherläden ab Montag schliesse müssen. Laut Schüpbach ist das ein Kompromiss. Die Liste der Geschäfte mit Gütern des täglichen Bedarfs sei in enger Zusammenarbeit mit den Verbänden und Sozialpartnern erstellt worden. Aus rein empidemiologischer Sicht lässt sich dies laut Mathys nicht begründen.

15.41 Uhr: Täglich testen statt Quarantäne

Nochmals Graubünden: Wer engen Kontakt zu einer infizierten Person hatte, soll dort über zehn Tage getestet werden – dafür falle die Quarantäne weg. Wäre das auch ein Modell für die Schweiz? Das betrachte man im Sinne eines Pilotprojekts, sagt Mathys. Wenn dieses Vorgehen auf die ganze Schweiz anwendbar sei, werde man das aber sicher als Option prüfen.

15.37 Uhr: Wirken FFP2-Masken besser?

Ein Journalist will wissen, ob man bei der Art der Masken, die wir tragen, eine Anpassung vornehmen muss. Ackermann sagt, man wisse noch nicht, wie die erhöhte Übertragungsrate der Virus-Mutationen funktioniere. Mathys erwidert, tatsächlich gebe es die Überlegung von normalen Masken auf FFP2-Masken umzuschwenken. Es sei aber nicht klar, ob das besser vor einer Ansteckung mit einer der Mutationen schütze – man sei gespannt darauf, was Studien diesbezüglich ergeben werden.

15.35 Uhr: Teststrategie

Wenn die Teststrategie überarbeitet wird: Sollen sich künftig auch Personen ohne Symptome gratis testen lassen können? Das sei eine der Änderungen, die geprüft würden, bestätigt Mathys. Bütler von der Taskforce ergänzt, dass die Wirtschaftsexperten von Anfang an dieses Vorgehen unterstützt hätten. Denn: Der Nutzen von Tests übersteige die Kosten klar. 

15.33 Uhr: Viele weitere Corona-Varianten

Werden auch die japanischen und die brasilianischen Virus-Varianten in die Schweiz gelangen? Ackermann sagt, es gebe eine sehr grosse Zahl an Sars-Cov-2-Varianten. Diese hätten jedoch unterschiedliche Risiken. Die leichte Übertragung sei nur eines davon. Ackermann spricht sich für eine häufige Sequenzierung der Fälle aus. So könne man erkennen, welche Virus-Stämme hier kursierten.

15.30 Uhr: Fragerunde ist eröffnet

Nun können die Journalistinnen und Journalisten Fragen stellen. Wie sieht die angekündigte Ausweitung von Massentests in Graubünden? Die Teststrategie als Ganzes werde derzeit überdacht, antwortet Mathys vom BAG. Der Bundesrat dürfte dazu demnächst entscheiden. Man begrüsse aber das Vorgehen in Graubünden. Mathys betont zugleich, dass sich das Vorgehen in Graubünden nicht 1:1 auf die ganze Schweiz anwenden lasse. 

15.28 Uhr: Moderna-Impfstoff

Nora Kronig vom BAG kommt auf die Impfungen zu sprechen. Die ersten Lieferungen des Moderna-Impfstoffs seien gestern eingetroffen; man sei nun daran, diese an die Kantone zu verteilen. 

15.22 Uhr: Tourismus leidet massiv

Als nächstes hat Jakob vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) das Wort. Er wiederholt die Beschlüsse des Bundesrats, was die Hilfe für Härtefälle angeht.

Für viele Tourismusbetriebe habe sich die Lage massiv verschlechtert. Schätzungen des Seco zeigten, dass die Wintersportgebiete einen Rückgang von einem Drittel erlitten hätten. Und dies, obwohl die Skigebiete offen hätten. Doch weil internationale Gäste fehlten und Restaurants geschlossen seien. 



15.20 Uhr: Wieso wird jetzt die Schraube angezogen?

Weshalb müsse man jetzt die Massnahmen verschärfen, wo doch die Fallzahlen sinken? Das illustriert Ackermann mit einer Hochrechnung: Würde nichts unternommen, werde der Anteil der Fälle durch eine der Virusmutationen bald überwiegen. Die Fallzahlen würden insgesamt wieder ansteigen. 

Es sei daher das Gebot der Stunde, soziale Kontakte zu reduzieren. 

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Orange eingefärbt sind Fälle mit den Virusmutationen. (Hochrechnung)
Screenshot

15.15 Uhr: Britische Variante als «besondere Gefahr»

Nun spricht Ackermann von der Taskforce. Er kommt zunächst auf die britische Virusvariante zu sprechen. Dieses stelle eine «besondere Gefahr» dar. Mit Blick auf Daten aus Grossbritannien und Dänemark habe sich gezeigt: Der Anteil an Infektionen mit dieser Virusvariante wachse exponenziell. Dieselbe Entwicklung, einfach mit zeitlicher Verzögerung, zeige sich auch in der Schweiz. «Wir müssen von einer Verdoppelung jede Woche ausgehen», so Ackermann.

15.13 Uhr: Staat muss Geschäfte schnell entschädigen

Schliessung und Einschränkungen brächten viele Unternehmer in Existenznöte, anerkennt Bütler. Zumal es die Geschäftsleute unverschuldet treffe. Der Staat müsse daher mit einer schnellen Entschädigung dafür sorgen, dass gesunde Unternehmen nicht eingehen. Man dürfe Gesundheits- und Wirtschaftspolitik nicht getrennt betrachten. 

15.07 Uhr: Strenge Massnahmen rechnen sich

Nun redet Monika Bütler von der Wissenschafts-Taskforce: Die Unsicherheit sei gross, präventive Massnahmen seien daher wichtig, hält sie fest – und stützt damit die gestern vom Bundesrat beschlossenen Verschärfungen bis Ende Februar. 

Aus wirtschaftlicher Sicht sprächen drei Gründe für dieses Vorgehen: Die Massnahmen seien höchstwahrscheinlich zeitlich befristet. Die Übersterblichkeit und Hospitalisierungen würden hohe Kosten verursachen. Und wegen der ansteckenden Mutationen des Virus drohe eine Überlastung der Spitäler und eine Zunahme der Todesfälle. Aus all diesen Überlegungen sei es besser, jetzt zu handeln, statt abzuwarten. 

15.05 Uhr: Lage bleibt «besorgniserregend»

Was die Virus-Mutationen aus Grossbritannien und Südafrika angehe, habe man 120 Fälle erkannt. Dazu soll es später noch weitere Informationen geben. Trotz einzelner positiver Tendenzen: Die Situation im Ganzen bleibe aber «besorgniserregend», so Mathys. Die Spitäler arbeiteten nach wie vor am Rande des Möglichen – wie schon in den Monaten davor. 

15.02 Uhr: Medienkonferenz ist eröffnet

Patrick Mathys vom BAG erklärt: Die Entwicklungen gingen derzeit in alle Richtungen. Bei den neuen, hochansteckenden Virus-Mutationen nehmen die Zahlen zu; was die gesamten Fallzahlen angehe, sei die Lage stabil; die Zahl der Spitaleintritte zeige «zum Glück» nach unten. Der R-Wert, der anzeigt, wie viele Personen ein Infizierter ansteckt, sei leicht gesunken und liege auf 1,0. 

14.57 Uhr: Weniger Neuansteckungen

Die Zahl der laborbestätigten Corona-Fälle ist in der Schweiz gesunken – das zeigt der epidemiologische Wochenbericht des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). 

In der Woche vom 4. bis 10. Januar wurden insgesamt 22'080 laborbestätigte Fälle verzeichnet, in der Vorwoche waren es noch 23'548 Fälle gewesen. Damit sank die Anzahl der gemeldeten Fälle im Vergleich zur Vorwoche um 6,2 Prozent. Die Anzahl der Tests stieg gleichzeitig um 11,7 Prozent an, wie das BAG am Donnerstag mitteilte.

In derselben Woche wurden dem BAG bis Mittwoch 671 Spitaleintritte im Zusammenhang mit einer laborbestätigten Covid-19-Erkrankung gemeldet (Vorwoche zum selben Zeitpunkt: 824). Es sind noch Nachmeldungen zu erwarten. 89 Prozent der Hospitalisierten waren 50 Jahre oder älter. Im Verhältnis zum Anteil an der Bevölkerung werden Personen über 80 Jahre mit Abstand am häufigsten ins Spital eingewiesen.

Auf den Intensivpflegestationen lagen im Durchschnitt 419 Personen mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Zahl blieb somit auf hohem Niveau relativ stabil. 328 Covid-19-Patienten wurden beatmet, was etwas niedriger ist als der Durchschnitt der Vorwoche (336).

Im untersuchten Zeitraum wurden wurden bisher 335 Todesfälle im Zusammenhang mit einer laborbestätigten Covid-19-Erkrankung gemeldet (Vorwoche zum selben Zeitpunkt: 427).

14.50 Uhr: Pressekonferenz der Experten

Um 15 Uhr werden einmal mehr die Expertinnen und Experten des Bundes über die Corona-Situation informieren. Vor die Medien treten werden laut einer Ankündigung: 
– Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung beim Seco
– Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG
– Martin Walker, Vizedirektor der Eidgenössische Finanzverwaltung
– Martin Ackermann und Monika Bütler, Präsident und Vizepräsidentin der wissenschaftlichten Covid-19-Taskforce

14. 36 Uhr: Arbeitgeberverband rechnet mit Stellenabbau

Angesichts der neuen Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie rechnet der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) mit einem weiteren Stellenabbau in mehreren Branchen. Besonders betroffen dürften vor allem die Gastronomie, die MEM-Industrie sowie Teile des Gross- und Detailhandels sein.

«Prekär geht es im Maschinenbau und im Tourismus zu», sagte SAV-Chefökonom Simon Wey am Donnerstag in einer Online-Medienkonferenz zur Vorstellung des neuen Beschäftigungsbarometers des Arbeitgeberverbands. Der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) sei von der Corona-Krise zu einem Zeitpunkt getroffen worden, als sie bereits mit einem starken Franken und einem empfindlichen Nachfragerückgang aus der EU, den USA und China zu kämpfen gehabt habe.

Im bereits von der ersten Welle hart getroffenen Gastgewerbe drohten erneut Firmenkonkurse und Stellenverluste. «Die Gefahr besteht, dass wichtige Teile der Infrastruktur verloren gehen», heisst es im Bericht. Auch im Bau sind die Aussichten nicht rosig: Während die Geschäftslage in den meisten Unterbranchen des Baugewerbes wieder leicht positiv seien, bleibe die Beschäftigung im negativen Bereich, stellt der SAV fest.

14.25 Uhr: Medienkonferenz auf Fachebene um 15 Uhr

Um 15 Uhr informieren Experten des Bundes und der Covid-19-Taskforce zur aktuellen Lage und den angekündigten Massnahmen des Bundesrats. «blue News» wird die Medienkonferenz hier im Livestream zeigen. Folgende Personen sind angekündigt: 

- Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung SECO
- Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt für Gesundheit BAG
- Martin Walker, Vizedirektor, Leiter Ausgabenpolitik, Eidgenössische Finanzverwaltung EFV
- Martin Ackermann, Präsident, National COVID-19 Science Task Forc
- Monika Bütler, Vizepräsidentin, National COVID-19 Science Task Force
- Mike Schüpbach, Stv. Sektionsleiter Rechtsbereich 2, Bundesamt für Gesundheit BAG
- Nora Kronig, Vizedirektorin, Leiterin Abteilung Internationales, Bundesamt für Gesundheit BAG

13.30 Uhr: 2474 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Donnerstag 2474 Coronavirus-Ansteckungen bei 24'465 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 10,1 Prozent. 53 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 106  Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am Donnerstag der vergangenen Woche wurden 3975 neue Fälle, 75 Todesfälle und 196 Spitaleinweisungen vermeldet.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag am Donnerstag bei 15,1 Prozent (PCR) respektive 13 Prozent (Schnelltests). Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnern insgesamt 3496,72 Tests gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 1. Januar bei 1,01.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 3'953'594 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 492'832 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Skifahrer geniessen den schoenen aber kalten Wintertag auf den Skipisten von Soerenberg im Kanton Luzern unter den Corona Massnahmen am Sonntag, 10. Januar 2021.(KEYSTONE/Urs Flueeler)
Skifahrer geniessen am 10 Januar den schönen aber kalten Wintertag auf den Skipisten von Sörenberg im Kanton Luzern. Trotz einer Verschärfung der Massnahmen bleiben auch künftig Skipisten geöffnet. 
Bild: Keystone

13.05 Uhr: Päpste Franziskus und Benedikt XVI. geimpft 

Papst Franziskus und der emeritierte Papst Benedikt haben ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Das teilte der Heilige Stuhl am Donnerstag mit. Die beiden seien im Vatikan geimpft worden, hiess es.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte bereits angekündigt, sich impfen zu lassen. «Man muss das machen», hatte der 84-jährige Franziskus unlängst in einem Fernseh-Interview gesagt.

Man spiele sonst nicht nur mit seiner Gesundheit und seinem Leben, sondern auch mit dem Leben anderer. Bislang war jedoch unklar, wann der Papst die Impfung erhalten sollte. Am Mittwoch hatte der Vatikan mit Corona-Impfungen begonnen.

12.50 Uhr: Infektion macht mindestens fünf Monate immun

Personen, die sich mit den Coronavirus infiziert haben, sind laut einer vorläufigen Studie von Public Health England (PHE) offenbar mindestens fünf Monate lang weitgehend gegen eine Neuansteckung geschützt. Laut der Studienleiterin Susan Hopkins müsse noch weiter geforscht werden, um festzustellen, wie lange der Schutz zuletzt anhalte.

Wie die die Untersuchung mit mehr als mehr als 20‘000 Mitarbeiter*innen des britischen Gesundheitswesen weiter ergab, wurden unter insgesamt 6614 Personen, die sich im Untersuchungszeitraum angesteckt hatten, 44 Reinfektionen ermittelt. Die Schutzrate lag damit bei 83 Prozent, also etwas unter den Impfungen von Biontech/Pfizer und Moderna, die 95 Prozent erreichen.

Laut der Erhebung hätten die Infizierten wegen der Antikörper zwar selbst einen Schutz vor einer Neuansteckung, es gebe jedoch Hinwiese darauf, dass einige von ihnen weiterhin so hohe Viruskonzentrationen in sich trügen, dass sie andere anstecken könnten.

epa08916727 Ambulance workers assist a patient outside the Royal London Hospital in London, Britain, 03 January 2021. Coronavirus cases are continuing to surge across England with hospital admissions reaching new highs. More Covid patients tare now being treated in England than during the first wave in April. EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA
Sanitäterinnen bringen Anfang Januar einen Covid-Patienten in ein Londoner Spital: Laut einer vorläufigen Studie mit Mitarbeitern des Gesundheitspersonals, schützt eine Ansteckung mindestens fünf Monate vor einer Reinfektion, 
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12.32 Uhr: Zürcher Regierungsrat will Härtefallprogramm erweitern

Der Regierungsrat des Kantons Zürich will das kantonale Covid-Härtefallprogramm ergänzen und beantragt beim Parlament einen Zusatzkredit von 95 Millionen Franken. Damit könnte beim Bund dessen Maximalbeitrag ausgelöst werden. Insgesamt stünden damit im Kanton 350 bis 456 Millionen Franken zur Verfügung.

Wie viel Geld schlussendlich bereitgestellt wird, ist noch nicht klar. Die Summe ändert sich je nach den gestellten Anträgen, wie die Kantonsregierung am Donnerstag mitteilte. Wenn nur nicht rückzahlbare Beiträge beantragt würden, beliefe sich das Hilfsvolumen auf 350 Millionen Franken. Sofern nur Darlehen gewünscht würden, wären es sogar 456 Millionen Franken.

Mit der Erweiterung des Programms durch den Bund werden laut der Regierung die Kriterien für die Anerkennung als Härtefall stark gemildert. Der Regierungsrat will sich bei der Vergabe der Gelder an diese Vorgaben halten. Er reagiert damit auf die Kritik aus Gastronomie und Hotellerie, weil er in der ersten Zuteilungsrunde die Bundesvorgaben verschärft hatte.

Für wirtschaftliche Härtefälle wegen der Corona-Massnahmen stehen im Kanton Zürichbis zu 456 Millionen Franken zur Verfügung. (Archivbild)
Für wirtschaftliche Härtefälle wegen der Corona-Massnahmen stehen im Kanton Zürich bis zu 456 Millionen Franken zur Verfügung. (Archiv)
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12.28 Uhr: Deutlich mehr Tote im Corona-Jahr in Österreich 

In Österreich sind im Corona-Jahr 2020 deutlich mehr Menschen gestorben als in den Vorjahren. Nach vorläufigen Berechnungen der Statistikbehörde Statistik Austria vom Donnerstag gab es rund 90'000 Todesfälle – ein Anstieg von knapp elf Prozent im Vergleich zu den Durchschnittwerten der vorigen fünf Jahre.

Die sogenannte Übersterblichkeit sei deutlich ausgeprägter als in Jahren mit starken Grippewellen. Ein besonders starkes Plus – aufgrund einer Grippewelle im Winter und zugleich eines heissen Sommers – sei 2015 mit 6,3 Prozent verzeichnet worden. Zugleich sank die Lebenserwartung gegenüber 2019 um ein halbes Jahr: Für Männer liegt sie nun bei 78,9 und für Frauen bei 83,7 Jahren.

11.14 Uhr: China verhindert Einreise von WHO-Experten

Zwei Experten des Teams, das im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China nach den Ursprüngen des Coronavirus forschen soll, hängen in Singapur fest. Das berichtete die WHO am Donnerstag auf Twitter. Bei beiden seien Covid-19-Antikörper festgestellt worden. Das deutet auf eine frühere Infektion hin. Das «Wall Street Journal» berichtete, chinesische Beamte hätten die Wissenschaftler daran gehindert, nach Wuhan einzuchecken.

Die Wissenschaftler seien vor der Abreise in ihren Heimatländern mehrfach mit PCR-Tests negativ auf das Virus getestet worden, betonte die WHO. Auch in Singapur seien bei allen Delegationsmitgliedern PCR-Tests negativ gewesen. Die beiden Betroffenen würden nun erneut auf Antikörper getestet. Die anderen 13 Mitglieder der Delegation trafen unterdessen in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ein.

Chinas Aussenamtssprecher Zhao Lijian betonte in Peking, dass die Vorschriften gegen die Pandemie «streng befolgt» würden. Die Wissenschaftler müssen in Wuhan zunächst in die Quarantäne. «Die Experten werden ihre Arbeit umgehend aufnehmen, während sie die zweiwöchige Quarantäne für internationale Reisende absolvieren», schrieb die WHO.

10.55 Uhr: Passagiereinbruch bei Zürichsee-Schifffahrt

Auch die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) ist von den Auswirkungen der Corona-Pandemie hart getroffen worden. Die Passagierzahlen gingen letztes Jahr um 57 Prozent zurück. Die ZSG habe 2020 754'881 Fahrgäste befördert, wie sie am Donnerstag mitteilte. Das seien 982'029 weniger als 2019.

Eigentlich habe das Jahr 2020 mit einem Gästerekord begonnen, schrieb die ZSG. Im Januar und Februar genossen 87'194 Passagiere das frühlingshafte Wetter auf einer Schifffahrt – rund 18,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Lockdown beendete den Schifffahrtsboom.

Starke Einbussen verzeichnete auch der Geschäftsbereich Erlebnisschiffe. Mit 180'000 Franken erwirtschaftete das Unternehmen in diesem Sektor 724'000 weniger als 2019. Die Anzahl der Schiffsvermietungen sank ebenfalls drastisch: Insgesamt erzielte die ZSG letztes Jahr 181'000 mit der Vermietung ihrer Schiffe – 650'000 Franken weniger als noch im Vorjahr.

Stürmische Zeiten für die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft: Ihre Passagierzahlen sind wegen der Corona-Pandemie um mehr als die Hälfte eingebrochen. (Archivbild)
Stürmische Zeiten für die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft: Ihre Passagierzahlen sind wegen der Corona-Pandemie um mehr als die Hälfte eingebrochen. (Archiv)
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10.35 Uhr: Graubünden setzt auf weitere Massentests

Der Kanton Graubünden will in Schulen und Betrieben regelmässig alle Menschen auf eine Corona-Infektion testen, ob sie nun Symptome zeigen oder nicht. Die Erfahrungen mit Massentests im Kanton hätten gezeigt, dass sich so die Neuansteckungen erheblich reduzieren liessen, teilt die Bündner Regierung mit.

«In allen Regionen, in denen Flächentests durchgeführt wurden, war die Zahl der Neuansteckungen für mindestens fünf Tage rückläufig», heisst es weiter. In der Region Bernina, in der ein Pilotversuch dieser Teststrategie stattfand, halte diese Entwicklung bis heute an.

Die Regierung hat im selben Zug beschlossen, dass die neun geplanten regionalen Testzentren so ausgebaut werden sollen, dass dort zugleich auch geimpft werden kann. Sobald es genug Impfstoff gebe, wird dieser dann auf diese Impfzentren. Dank des neu zugelassenen Moderna-Impfstoffs könnten bald auch Hausärzte impfen können – wegen der begrenzten Verfügbarkeit des Vakzins werde das aber nicht vor dem 22. Februar der Fall sein.

Uebersicht bei Covid-19 Flaechentests, aufgenommen am Freitag, 11. Dezember 2020, in Zuoz. Der Kanton Graubuenden fuehrt derzeit in drei Regionen freiwillige Flaechentests als Pilotprojekt durch. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller).General view during Covid-19 mass testing, pictured on Friday, December 11, 2020, in Zuoz, Switzerland. Three regions in the canton of Grisons will be mass tested during three days. The test is voluntary. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Covid-19-Flächentests am 11. Dezember 2020, in Zuoz. Der Kanton Graubüden will aufgrund der positiven Erfahrungen mit den Massentests künftig alle Personen in Schulen und Betrieben regelmässig testen. (Archiv)
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10.15 Uhr: Deutsche Wirtschaft taucht kräftig

Deutschlands Wirtschaft ist 2020 wegen der Corona-Pandemie so stark eingebrochen wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte um 5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ein stärkeres Minus hatte es zuletzt 2009 mit damals 5,7 Prozent gegeben, 2019 stieg das BIP noch um 0,6 Prozent.

9.50 Uhr: Italien verlängert strenge Massnahmen

Italiens Regierung setzt weiterhin auf strenge Regeln. Bis zum 15. Februar sind Reisen zwischen den Regionen weiter untersagt, wie die Regierung nach einer Sitzung in der Nacht mitteilte. Ausnahmen gelten weiterhin etwa in Zusammenhang mit Beruf, der Gesundheit oder einem Notfall. Der Ministerrat beschloss zudem, den Corona-Notstand bis zum 30. April zu verlängern. Auch die nächtliche Ausgangssperre bleibt bestehen.

Vom 16. Januar an dürfen die Menschen in Italien bis zum 5. März nur noch einmal am Tag zu zweit einen anderen Haushalt besuchen. Kinder bis 14 Jahre oder Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, werden nicht mit eingerechnet.

Darüber hinaus gelten im Corona-Farbsystem verschiedene Regeln für die Bewegungsfreiheit. In der gelben Zone mit den lockersten Beschränkungen können die Menschen innerhalb der Region frei unterwegs sein. In den orangen und roten Zonen ist das nur auf die Kommune beschränkt.

Neu soll es auch weisse Zonen geben: Wenn in einer Region in drei aufeinanderfolgenden Wochen höchstens 50 Corona-Fälle auf 100'000 Bewohner registriert werden, sollen viele Beschränkungen entfallen. Das bedeutet, dass dann Theater, Kinos und Fitnessstudios wieder öffnen könnten. Die Regierung behielt es sich jedoch vor, gewisse Massnahmen aus den Dekreten anzuwenden.

8.25 Uhr: Opferzahl in Deutschland auf neuem Höchststand

Die Zahl der offiziell gemeldeten Corona-Todesfälle hat in Deutschland einen Höchststand erreicht. Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter 1244 neue Todesfälle an das staatliche Robert-Koch-Institut. Zudem wurden 25'164 Neuinfektionen gemeldet.

Der bisherige Höchststand bei den Toten von 1188 war am 8. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33'777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan noch etwas schwierig, weil um den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

8 Uhr: Dritte Welle sucht Israel heim

In Israel sind den dritten Tag in Folge mehr als 9000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, wurden binnen 24 Stunden 9388 Fälle gemeldet. Dies ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Zum Vergleich: Israel hat etwas mehr als neun Millionen Einwohner, also rund eine Million mehr als die Schweiz.

Israel steckt mitten in einer dritten Corona-Welle. Seit Freitag gilt ein zweiwöchiger harter Lockdown, der auch die Bewegungsfreiheit der Menschen deutlich einschränkt. Man darf das eigene Haus oder die eigene Wohnung nur in einem Umkreis von einem Kilometer verlassen. Israels Corona-Beauftragter Nachman Asch sagte dem Online-Portal «ynet», der Lockdown könnte angesichts der hohen Infektionszahlen um eine Woche verlängert werden.

6 Uhr: WHO-Experten suchen in China nach Virus-Ursprung

Ein Team von Experten, die im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach den Ursprüngen des Coronavirus forschen sollen, ist nun in der zentralchinesischen Stadt Wuhan eingetroffen. Nach der Ankunft wurden die Forscher auf das Coronavirus getestet und müssen sich zunächst zwei Wochen in Quarantäne begeben. Um die Reise hatte es ein langes Gezerre zwischen China und der WHO gegeben, sodass sich die Ankunft der Experten verzögert hatte.

Gemeinsam mit chinesischen Wissenschaftlern wollen die Wissenschaftler erkunden, ob sich das Virus zu seiner Quelle zurückverfolgen lässt. In der Metropole Wuhan waren vor mehr als einem Jahr die ersten Infektionen mit dem SARS-CoV-2 getauften Erreger entdeckt worden, der weltweit Dutzende Millionen Menschen infiziert hat. Mehr als 1,9 Millionen Menschen sind nach offiziellen Statistiken schon gestorben.

5.43 Uhr: Irlands Regierung vor Wirtschaft «eingeknickt»

Das bisherige Vorzeigeland Irland hat sich innerhalb weniger Wochen zum Corona-Sorgenkind entwickelt. Der EU-Staat meldet umgerechnet auf die Bevölkerung derzeit hohe Infektionszahlen. Experten machen die Regierung verantwortlich. Der zweite Lockdown sei zu früh beendet worden, ausserdem habe es über die Weihnachtsfeiertage zu viele Kontakte gegeben, sagte Tomás Ryan vom Trinity College Dublin der Deutschen Presse-Agentur. «Die Regierung ist vor kurzfristigen Interessen von Unternehmen eingeknickt.»

2.06 Uhr: NZZ: «Hilflos mit dem Holzhammer»

Vizekanzler Andre Simonazzi, Bundesratssprecher, Bundesrat Alain Berset, und Bundespraesidentin Simonetta Sommaruga, von links, sprechen vor einer Medienkonferenz, am Freitag, 18. Dezember 2020, im Medienzentrum Bundeshaus in Bern zur Verschaerfung der Corona-Massnahmen wegen der weitherhin hohen Fallzahlen in der Schweiz. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Vizekanzler Andre Simonazzi (links) bespricht sich mit Bundesrat Alain Berset und Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Medienzentrum Bundeshaus in Bern. (Archivbild)
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Die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt: «In dieser schwierigen Lage ist der Bundesrat den Anträgen seines sozialdemokratischen Gesundheitsministers Alain Berset gefolgt. Er greift erneut zum Holzhammer eines harten Lockdowns und hofft, damit frühzeitig eine dritte Welle zu brechen. (...) Doch es ist wieder eine hilflose Politik, die wenig Rücksicht nimmt auf die enormen Kollateralschäden. Es ist eine Politik, die auf den Versuch verzichtet, die gleiche oder zumindest eine ähnliche Wirkung mit einer konsequenteren Umsetzung einfacherer, gezielterer Massnahmen zu erreichen. (...) Dabei geht es gar nicht nur um die enormen wirtschaftlichen Kosten und die Existenzängste, die ein flächendeckender harter Lockdown verursacht. Es geht auch um die mittelfristigen sozialen, psychischen und gesundheitlichen Schäden, wenn man der ganzen Bevölkerung einen grossen Teil ihrer Freiheit nimmt, sie sozial isoliert und ihr behördlich vorschreibt, was noch dringend ist und was sie nicht mehr kaufen darf – oder auch wie noch gelernt werden kann. (...) Der Bundesrat hat den stärker auf Verhältnismässigkeit setzenden ‹Schweizer Weg› verlassen. Er wirkt hilflos, und der Schweiz stehen wohl unnötig schwere Wochen bevor.»

1.34 Uhr: Tages-Anzeiger: «Brutal, aber unvermeidlich»

Der Zürcher «Tages-Anzeiger» schreibt: «Läden zu. Homeoffice-Pflicht. Zu Hause zusammensitzen maximal zu fünft. Der Bundesrat legt die Schweiz wegen Covid-19 ein zweites Mal zu grossen Teilen still. Der Entscheid hat, einmal mehr, historische Dimensionen (...) Der Entscheid leuchtet gerade deshalb ein, weil er eine ungünstige Entwicklung früh abklemmen will. Weniger einleuchtend sind die Absurditäten, die der zweite Lockdown mit sich bringt: Warum bleiben Blumenläden offen, Kleidergeschäfte aber nicht? Und warum hebt man die unsägliche Ausnahme für Skigebiete noch immer nicht auf? Solche Widersprüche müssen ausgeräumt werden. (...) Angesichts der Virusmutation wird es zuerst nochmals schlimmer, bevor es besser wird. Auch das zeigt: So brutal die neuerliche Stilllegung der Schweiz ist, so unvermeidlich ist sie.»



1.16 Uhr: In USA schon 10 Millionen Menschen geimpft

Die US-Seuchenbehörde CDC hat bisher rund 10,3 Millionen Coronavirus-Impfdosen verabreicht. Dies teilte die Behörde am Mittwoch (Ortszeit) mit. Insgesamt seien 29,4 Millionen Coronavirus-Impfdosen ausgeliefert worden, hiess es weiter.

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