
Erling Braut Haaland trifft zum 2:1-Endstand.
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In Norwegens erstem K.-o.-Spiel dieser WM gehört Erling Haaland spät die grosse Bühne. Jubeln darf zudem ein Teamkollege aus der Bundesliga. Jetzt kommt es zum Duell mit Brasilien.
Erling Haaland pustete erst mal tief durch, ging in die Knie – und zeigte dann sein breitestes Lächeln. Fast ungläubig schaute der Superstar, als die Freude der Norweger um ihn herum explodierte. Ein Traumtor von Bundesligaprofi Antonio Nusa und ein später Treffer Haalands haben die Nordeuropäer ins erste WM-Achtelfinale seit 28 Jahren geführt. Die Norweger gewannen auch dank grosser Effizienz in der ersten K.-o.-Runde gegen die Elfenbeinküste mit 2:1 (1:0). Den Achtelfinal-Einzug feiern sie gemeinsam mit den Fans dem bereits legendären «Viking Row».
RB Leipzigs Offensivspieler Nusa erzielte im Dallas Stadion mit einem feinen Schlenzer in den Winkel den 1:0-Führungstreffer für Norwegen (39. Minute). Nach dem Ausgleich durch Amad Diallo (74.) nutzte der bis dahin blasse Haaland die Bühne für seine grosse Show: In der 86. Minute schob er den Ball aus kurzer Distanz zum umjubelten Sieg ins Tor. Sein fünfter Turniertreffer war sein einfachster.
Als Belohnung für den Erfolg darf Norwegen nun gegen Rekordweltmeister Brasilien am Sonntag (22 Uhr) um den Viertelfinal-Einzug spielen. Die Seleção hatte sich mit 2:1 gegen Japan durchgesetzt. Für Deutschlands Gruppengegner Elfenbeinküste war dagegen im ersten K.-o.-Spiel des Landes bei Weltmeisterschaften gleich Endstation.
Haaland, der im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich (1:4) geschont worden war, schien unbedingt etwas nachholen zu wollen. Schon in der dritten Minute war er mit einem Kopfball gefährlich. Danach war der Sturmriese in der ersten Halbzeit aber lange unsichtbar, weil seinen Teamkollegen bei Ballbesitz die Ideen fehlten.
Beide Teams schienen im ersten Aufeinandertreffen beider Fussball-Nationen überhaupt das Risiko zu scheuen. Etwas gefährlicher war der dreimalige Afrika-Meister, für den Ghislain Konan (21.), der nur das Aussennetz traf, und Nicolas Pepe (28.) zwei gute Chancen vergaben.
Beim ersten richtig gut vorgetragenen Angriff Norwegens fiel der Führungstreffer: Initiiert von Spielmacher Martin Ödegaard landete der Ball nach einigen Pässen bei Nusa, der seinen Gegenspieler trickreich stehen liess und den Ball herrlich ins Tor schlenzte.
Danach war plötzlich auch Haaland wieder in Aktion zu sehen: Zuerst wurde sein etwas verunglückter Schuss aus Nahdistanz abgeblockt (42.). Und bei der anschliessenden Ecke verpasste der Profi von Manchester City am langen Pfosten nach einer Kopfballverlängerung von Alexander Sörloth nur knapp das 2:0.
Topspieler Yan Diomande von der Elfenbeinküste wurde von seinen Teamkollegen oft gesucht, konnte seine grossen Qualitäten zunächst aber nicht so ausspielen. Um das grosse Sturmtalent von RB Leipzig gibt es Wechsel-Spekulationen, die vom 19-Jährigen selbst angeheizt wurden.
Er gehe davon aus, zu wechseln, hatte Diomande einen Tag vor dem Spiel gegen Norwegen gesagt. Dem Vernehmen nach hat er sich mit Paris Saint-Germain bereits über einen Fünfjahresvertrag geeinigt, doch Leipzig schiebt dem Transfer (noch) einen Riegel vor.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte die Elfenbeinküste angesichts des Rückstands nochmal den Druck. In der 55. Minute scheiterte Pepe mit einem Schuss an Norwegens Keeper Örjan Nyland. Die Norweger, die nach der XXL-Rotation gegen Frankreich wieder in Bestbesetzung antraten, konzentrierten sich komplett auf die Tor-Verteidigung, auch Haaland half mitunter im eigenen Strafraum mit.
Gefahr kam fast nur noch nach Standards auf – so wie bei der Riesenchance für Heggem, bei dem Diallo reaktionsschnell auf der Linie rettete (67.). Jener Diallo war es dann, der wenig später auf der gegenüberliegenden Seite nach einer spektakulären Einzelleistung den Ausgleich erzielte. In der Schlussphase war aber dann Haaland zur Stelle und brachte sein Team eine Runde weiter.

