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Übersicht

Zwölf tote US-Soldaten bei Anschlag in Kabul — Einsatz geht weiter

In diesem Bild aus einem Video kümmern sich Menschen um eine verwundete Person in der Nähe des Ortes einer tödlichen Explosion ausserhalb des Flughafens in Kabul.

In diesem Bild aus einem Video kümmern sich Menschen um eine verwundete Person in der Nähe des Ortes einer tödlichen Explosion ausserhalb des Flughafens in Kabul.

Uncredited/Aśvaka News Agency/dpa

Die militärisch gesicherten Evakuierungen aus Afghanistan unter Zeitdruck laufen teilweise noch, da erschüttern Explosionen die Hauptstadt. Zahlreiche Menschen werden verletzt und getötet — darunter auch zwölf US-Soldaten. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Redaktion blue News

Redaktion blue News

26.08.2021, 21:52

Bei dem Anschlag ausserhalb des Flughafens von Kabul sind nach Angaben der US-Regierung zwölf amerikanische Soldaten getötet worden. Das sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt, am Donnerstag in einer Videoschalte mit Journalisten im Pentagon. Es seien ausserdem 15 US-Soldaten verletzt worden. McKenzie kündigte an, dass die Evakuierungsmission in Kabul am Flughafen der afghanischen Hauptstadt fortgesetzt wird. «Wir führen den Auftrag weiter aus», sagte er.

Mindestens zwei Selbstmordattentäter haben sich McKenzie zufolge bei dem Anschlag in die Luft gesprengt. Nach den Detonationen hätten eine Reihe von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) das Feuer auf Zivilisten und Soldaten eröffnet, sagte er weiter. Die genaue Zahl der Anschlagsopfer blieb zunächst offen. Auf Videos waren zahlreiche Opfer zu sehen. Die BBC berichtete unter Berufung auf einen Offiziellen aus dem Gesundheitswesen, dass 60 Menschen gestorben seien. Der deutsche Aussenminister Heiko Maas sagte vor dem Pentagon-Briefing: «Wir haben zurzeit keine Informationen über deutsche Opfer.»

General McKenzie geht davon aus, dass noch etwa 1000 US-Amerikaner in Afghanistan sind. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin betonte, dass der Terroranschlag das US-Militär nicht davon abhalten werde, seinen Aufgaben weiter nachzukommen. Alles andere würde das von den getöteten Soldaten erbrachte Opfer entehren, teilte Austin mit. Er spreche den Familienangehörigen und Kameraden der getöteten und verletzten US-Soldaten sein Beileid aus, erklärte Austin.

Der lokale afghanische Fernsehsender Tolo-News veröffentlichte auf Twitter Bilder, auf denen zu sehen ist, wie Verletzte in Schubkarren transportiert werden. Ein Augenzeuge erzählte dem TV-Sender, die Explosion sei sehr stark gewesen. Manche Menschen seien ins Wasser gefallen — an einem Gate ist ein langer Wassergraben — und mehrere ausländische Soldaten seien zu Boden gefallen.

Der in Afghanistan aktive Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag am Flughafen von Kabul am Abend (MEZ) für sich reklamiert. Dies verlautbarte IS-Khorasan, wie der IS sich in Afghanistan und Pakistan nennt, mit einer über das Internet verbreiteten Nachricht des IS-Sprachrohrs Amak.

Die Sicherheitslage rund um den Flughafen hatte sich zuletzt noch einmal deutlich zugespitzt. Die deutsche Bundeswehr hatte bereits am Dienstag berichtet, das zunehmend potenzielle Selbstmordattentäter der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Kabul unterwegs seien. Ähnlich hatte sich US-Präsident Joe Biden geäussert: Jeder Tag, den man länger vor Ort bleibe, sei ein weiterer Tag, an dem ein örtlicher Ableger des IS versuche, den Flughafen anzugreifen. Die Terrormiliz sei auch ein «erklärter Feind» der Taliban.

Biden begründete unter anderem mit dieser Terrorgefahr auch sein Festhalten an dem Plan, die US-Truppen bis zum 31. August aus Afghanistan abzuziehen. Einige internationale Partner hatten die USA zu einer Verlängerung des Einsatzes aufgefordert, um noch mehr Zeit für die Evakuierungen zu haben. Der Militäreinsatz ist von den US-Truppen abhängig. Taliban-Kämpfer sollen an ihren Kontrollstellen im Umfeld des Flughafens bereits mehrere Attentäter des IS abgefangen und getötet haben, hiess es aus Militärkreisen.


Die Ereignisse des Tages im Überblick

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vor dem Flughafen in Kabul ist es laut Pentagon zu zwei Explosionen gekommen. Mehrere Menschen sind ums Leben gekommen — darunter vier US-Soldaten.
  • Trotz Terrordrohungen ist die Zahl der Menschen vor dem Eingang zum Flughafen Kabul zuletzt erneut gestiegen.
  • Zuletzt haben die USA und ihre Verbündeten innert 24 Stunden erneut mehr als 13'000 Menschen aus Kabul ausgeflogen.
  • Die Türkei hat mit dem Abzug ihrer Truppen begonnen. Vor der Machtübernahme der Taliban hatte das Nato-Mitglied noch angeboten, den Flughafen zu sichern und zu betreiben.

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