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Als Gesicht von Mass-voll wurde er schweizweit bekannt. Jetzt will er zurück in die FDP.
sda
Nicolas Rimoldi, bekanntestes Gesicht der Schweizer Massnahmen-Kritiker, will zurück zur FDP. Er sieht sich auch als deren neuer Präsident. Vorher müsste ihn aber die Ortspartei Illnau-Effretikon aufnehmen. Das wird eng.
Neueintritte in eine politische Partei sind in der Regel Formsache. Nicht aber, wenn der Kandidat Nicolas Rimoldi heisst und wieder in die FDP aufgenommen werden will.
Der Gründer der Corona-Massnahmen-kritischen Organisation Mass-voll sieht in jener offenbar kein geeignetes Gefäss mehr für seine politischen Ambitionen.
Darum will er zurück in jene Partei, für die er als Luzerner Jungfreisinniger «alles gegeben» habe, wie er der «NZZ» erzählt. Nachdem der Bundesrat die Corona-Massnahmen in Kraft gesetzt hatte, verliess er die Partei und bezichtigte diese des Faschismus, weil sie sich nicht gegen die Zertifikatspflicht in Restaurants, Kinos und anderen Einrichtungen einsetzte.
Es folgte seine Zeit im Fokus der Medien als scharfer Kritiker der Corona-Massnahmen. Mit dem Verebben der Pandemie schwand aber auch das Interesse an ihm. Seine Kandidatur für den Nationalrat war chancenlos. Laut «Zürcher Oberländer» war er extra dafür in die Gemeinde Illnau-Effretikon gezogen.
Nun also will er zurück in eine Partei, die zwar auch schon bessere Tage erlebt hat und mit rückläufigen Wähleranteilen kämpft, aber deren Potenzial definitiv grösser ist, als jenes der Bewegung Mass-voll.
Nicolas Rimoldi, inzwischen 30-jährig, weiss auch schon, wie er sich als Freisinniger einbringen will: Er beabsichtigt, die FDP wieder auf freiheitlichen Kurs zu bringen. Zudem könne er ihr helfen, die Jungen besser zu erreichen. So sei die Partei bei ihren Social-Media-Aktivitäten im Jahr 2010 stehen geblieben.
Er sei der FDP als Achtzehnjähriger beigetreten, sie bedeute ihm immer noch viel. Deshalb würde er sie auch gerne als nationaler Parteipräsident vertreten.
Nun hat er der Ortspartei der Zürcher Gemeinde Illnau-Effretikon sein Beitrittsgesuch geschickt, wie die «NZZ» erfahren hat. An einer Sitzung am 3. September entscheidet diese, ob sie den in den letzten Jahren in erster Linie als Provokateur in Erscheinung getretenen Luzerner aufnehmen will.
Der Haken für Rimoldi: Die Delegiertenversammlung der FDP, an der sie die Kandidat*innen für das Präsidentenamt nominiert, ist dann bereits vorbei. Rimoldi hofft deshalb auf ein beschleunigtes Verfahren, um schon vorher Parteimitglied zu werden und an der Delegiertenversammlung für sich werben zu können.
Die brisante Personalie hat auch Filippo Leutenegger auf den Plan gerufen. Neben seinem Amt als Zürcher Stadtrat präsidiert er die FDP des Kantons Zürich. Es werde kein Sonderverfahren für Rimoldi geben, lässt er den «Tages-Anzeiger» wissen. Am 3. September entscheide die Ortspartei in Absprache mit der Kantonalpartei, ob sie ihn aufnehme oder nicht.