Episode IX Der Fluch der «Star Wars»-Saga – warum mehr nicht immer besser ist

Von Fabian Tschamper

4.5.2019

Ende Jahr wartet der schon neunte Teil der Weltraumgeschichte. Was als Riesenerfolg startete, bedeutet für Fans heute fast nur noch Frust. Statt um Qualität geht es nur noch ums Geld. Warum?

Als der US-amerikanische Drehbuchautor George Lucas 1977 die Feder ansetzt und das Skript zu «Krieg der Sterne» verfasst, ahnt der damals 33-Jährige noch nicht, was er lostreten wird. Er erschafft ein eigenes Universum mit Charakteren, die über 40 Jahre später selbst den weniger Film-affinen ein Begriff sind.

In diesem Universum von «Star Wars» erzählt Lucas eine Geschichte von Liebe, Verrat – und eben Krieg. Er hält sich an das Gut-Böse-Schema, und wenn jemand der sogenannten «dunklen Seite» verfällt, dann schmerzt das unvergleichlich. Diese Schwarz-Weiss-Art des Drehbuchschreibens kann durchaus seinen Reiz haben – heute allerdings möchte der Kinogänger doch mehr Grautöne. Denn niemand ist nur gut, nur böse, oder?

Und da liegt mitunter das Problem der neuen Generation an «Star Wars»-Filmen.

Ein Kult-Paradebeispiel

Der Reihe nach: Eine Chronologie der «Star Wars»-Filme zu erstellen, das kann für den Unwissenden eine Herausforderung sein. Die ursprüngliche Trilogie («Star Wars», «The Empire Strikes Back» und «Return of the Jedi»), die von 1977 bis 1983 gedreht wurde, meint die mittleren drei Episoden – also jene von vier bis sechs. Darin wird die Geschichte des jungen Luke Skywalker erzählt, wie er mithilfe des grünen und weisen Yoda zum Jedi wird und die dunkle Macht in Gestalt von Darth Vader zu besiegen versucht. Aus dieser Trilogie stammt auch das wohl bekannteste Zitat der ganzen Reihe – «Luke, ich bin dein Vater».

Ganze 16 Jahre nach «Return of the Jedi» startet die nächste Trilogie, die allerdings eine Vorgeschichte erzählt. In den Episoden eins bis drei erfährt der Kinobesucher, wie aus Anakin Skywalker der grausame Darth Vader geworden ist. Anakin war ein mächtiger Jedi, der eben der dunklen Seite verfallen ist.

Und so hätte die sechsteilige Saga eigentlich aufhören sollen. Eine abgerundete Geschichte, die keine wesentlichen Fragen offenlässt.

Alles hat ein Ende – zum Glück

2012, Auftritt Disney. Das milliardenschwere Medienunternehmen kauft Lucasfilm. Jene Produktionsfirma, die unter der Leitung ihres heute 75-jährigen Gründers George Lucas die bisherigen sechs «Star Wars»-Filme veröffentlicht hat. Obwohl die Fans den «Star Wars»-Kuchen bereits gänzlich verdaut haben, will Disney aus den Krümeln unbedingt noch etwas machen: Und so wird Episode sieben angekündigt.

Die Euphorie ist nur von kurzer Dauer. Und mit dem Kinostart von «The Force Awakens» 2015 ist die weltweite Fangemeinde regelrecht frustriert. Disney ist Teil der dunklen Seite geworden, liesse sich sagen. Comingsoon.net etwa beschreibt den Film als «gute Absicht, aber zu wenig mutig». Es sei die alte Leier ohne innovativen Neuansatz. Und das gilt dann auch gleich für Nummer acht: «The Last Jedi» aus 2017 wurde von den Zuschauern abgetan als: Flop.

Aus alledem folgt: Disney dürfte jetzt aufgefordert sein, sich mit den Fans zu versöhnen. Nur wenige Wochen ist der Trailer zu Episode neun alt, er versucht, mit bekannten Gesichtern zu trumpfen. Billy Dee Williams wird beispielsweise wieder in die Rolle des beliebten Lando Calrissian schlüpfen. Und selbst die verstorbene Carrie Fisher ist Teil des letzten «Star Wars»-Films – dank Computern konnten mehrere Szenen mit ihr verwirklicht werden.

Ob all diese Nostalgie der Versöhnung mit den Anhängern der Reihe dient, können Kinofreunde im Dezember diesen Jahres herausfinden. Dann soll der «Krieg der Sterne» enden – wirklich endgültig.

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