Kolumne am Mittag «Bauer, ledig, sucht»: Res, Kartoffelheld mit grossem Herz

Von Carlotta Henggeler

20.10.2020

Es ist unglaublich, momentan läuft die 16. Staffel «Bauer, ledig, sucht». Kann das Uraltformat noch überraschen? Ja, zeigt ein aktueller Fall aus dem Berner Oberland. Eine Liebesgeschichte, die mitten ins Herz geht.

Die Bauernhöfe wie aus dem Bilderbuch, umgeben von idyllischer Landschaft und vielen Tieren: «Bauer, ledig, sucht» hat eine meditative Wirkung auf mich. Quasi Kartoffelcouch-Wellness für zu Hause. Perfekte Unterhaltung in tristen Coronazeiten.

Aber genau diese Abgeschiedenheit und der strenge Landwirtenalltag macht es euch Bauern oft schwer, den passenden Deckel für ihren Topf zu finden. 

Kürzlich gaffte ich dem Berner Res (30) bei seinem zaghaften Liebesgebalze zu. Und fast wäre ich vom Sofa gefallen. 

Jetzt mal schön der Reihe nach: Der Kandertaler Res hat ein grosses Herz für Tiere, Frauen sind eher Neuland für den Junggesellen. Jeder Satz, jede Bewegung, jede Pore ist bei ihm der Inbegriff der Schüchternheit.

Deshalb wollte Res erst nur Kandidatin Ruth – eine ebenfalls engagierte Bäuerin – zur Hofwoche einladen. Doch sein Mami Cornelia (die auch auf dem Hof lebt) überzeugte den scheuen Single, auch Detailhandel-Filialleiterin Tanja eine Chance zu geben. 

Und die ungewohnte Liebeskonstellation brachte Res ins Schwitzen. Schliesslich hat man nicht jeden Tag gleich zwei Anwärterinnen zur Auswahl. Aber was tun? Neu-«Bachelor» Alan vorbeischicken, der bekanntlich nichts anbrennen lässt und sich schon ab der ersten Folge durch die Kandidatinnen küsst? 

Das wäre übrigens eine gute Idee für ein günstiges Neuformat: Ex-Bachelors geben scheuen «Bauer, ledig, sucht»-Kandidaten Nachhilfe. Schliesslich beherrschen die Rosenkavaliere alle das Einmaleins des Flirtens im Schlaf. Eine Anmach-Akademie für Bauern. Eine neue Business-Idee, nicht? Da ist Res nicht der Einzige auf dem Feld.

Zurück zu Res und seinen Damen: Mami Cornelia half Filius dann aus der Patsche. Sie wusste Rat und schritt res-olut zur Tat (sorry, dieses Wortspiel konnte ich mir nicht entgehen lassen): Ein Kartoffelschäl-Wettbewerb wurde veranstaltet. 

Achtung, fertig, ran ans Schälen: Wer macht das Rennen? Ruth (l.) oder Tanja?
Achtung, fertig, ran ans Schälen: Wer macht das Rennen? Ruth (l.) oder Tanja?
Screenshot CH Media

Da Res in der Küche zwei linke Hände hat, lässt sich sein Herz über seinen Magen erobern. Ergo muss die neue Hofdame den Kochlöffel schwingen können. 

Das Kartoffelrennen machte Ruth (25) und traf damit Res mitten ins Herz. Eine Liebesgeschichte, wie sich kein 3+-TV-Redaktor schöner wünschen könnte. Auch wenn ein Kartoffelschäl-Wettbewerb 2020 schräg in der Landschaft steht und ich vor Lachen fast vom Sofa gefallen wäre. Man hätte Res und seine Dame auch einfach in den Kochkurs  schicken können? 

Doch wie heisst es so schön: Ende gut, alles gut. Und im Falle von Res und Ruth scheint es sogar ein Happy End zu geben. Die beiden planen sogar schon ihre Flitterwochen. Und mich freut es. Res, mein neuer Kartoffelheld aus dem Kandertal.

Regelmässig gibt es werktags um 11:30 Uhr und manchmal auch erst um 12 Uhr bei «blue News» die Kolumne am Mittag – es dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.

Zurück zur Startseite