Tierische Wetterprognose

Dieses Jahr sagt Murmeli Phil den Frühlingsanfang per Livestream an

Von Christina Horsten, dpa

2.2.2021 - 16:59

Bill Murray in «Und täglich grüsst das Murmeltier» als gehässiger Wettermoderator Phil Connors, der in der Zeitschlaufe gefangen ist.
Bill Murray in «Und täglich grüsst das Murmeltier» als gehässiger Wettermoderator Phil Connors, der in der Zeitschlaufe gefangen ist.
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In «Und täglich grüsst das Murmeltier» wird TV-Wetterfrosch Phil Connors nach Punxsutawney, Pennsylvania, geschickt, um vom «Murmeltier-Tag» zu berichten. Der Anlass existiert, nur dieses Jahr wird der Volksbrauch wegen Corona und Winterwetter-Kapriolen per Stream übertragen. 

«Und täglich grüsst das Murmeltier», auf Englisch «Groundhog Day» ist eine US-Filmkomödie aus dem Jahr 1993. Bill Murray spielt darin einen arroganten, egozentrischen und zynischen Wetteransager, der in einer Zeitschleife festsitzt und ein und denselben Tag immer wieder erlebt, bis er als geläuterter Mann sein Leben fortsetzen kann. 

Noch im vergangenen Jahr schien das kleine Städtchen Punxsutawney im US-Bundesstaat Pennsylvania ein Monopol auf den «Groundhog Day» zu haben.

Seit mehr als 100 Jahren sagt dort jedes Jahr am 2. Februar ein Murmeltier namens Phil das Wetter für die kommenden Wochen voraus: Sieht Phil seinen Schatten, dann dauert der Winter noch sechs Wochen an. Sieht er ihn nicht, gibt es einen frühen Frühling. So ähnlich wie das Sechseläuten in Zürich.

Ein Anlass mit Zehntausenden Zuschauern

Seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie aber scheint sich für viele Menschen weltweit fast jeder Tag wie ein Murmeltier-Tag anzufühlen. Dieselben Nachrichten, dieselben Wände und dieselben Menschen um einen herum – ähnlich wie in «Und täglich grüsst das Murmeltier», dem Erfolgsfilm aus dem Jahr 1993, in dem Bill Murray als Wetteransager denselben Tag immer wieder neu erlebt.

Die Pandemie bringt nun auch das Spektakel in Punxsutawney heute, Dienstag, 2. Februar, durcheinander. Normalerweise reisen jedes Jahr Zehntausende Zuschauer für die Veranstaltung in die Kleinstadt mit rund 6000 Einwohnern zwischen stoppeligen Maisfeldern. Ihr Name geht auf amerikanische Ureinwohner zurück, wird etwa «Panksa-toa-ni» ausgesprochen und von den Einheimischen liebevoll auf «Punxsy» abgekürzt.

Und hier das Original-Mumeli aus den USA.
Und hier das Original-Mumeli aus den USA.
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Es gibt Feuerwerk, die Nationalhymne, Musik und Verköstigung. Geschäfte verkaufen Murmeltier-Souvenirs von T-Shirts über Lätzchen und Stofftiere bis Tassen. In diesem Jahr dürfen wegen der Pandemie keine Zuschauer dabei sein, das Spektakel wurde zusammengestrichen. Phil muss seine Vorhersage per Livestream (ab 12:30 Uhr MEZ) abgeben.

Die Tradition, die 1887 am Gobbler's Knob, einem Waldstück ausserhalb von Punxsutawney, begründet wurde, soll angeblich auf deutsche und niederländische Einwanderer zurückgehen und wird inzwischen auch an Dutzenden anderen Orten in den USA begangen. Punxsutawney hat sich – auch dank des erfolgreichen Hollywood-Films, der dort spielt, allerdings im Bundesstaat Illinois gedreht wurde – als Zentrum des Murmeltier-Spektakels etabliert. In dem Film wacht Bill Murray als Wetteransager Phil Connors jeden Morgen auf – und erlebt ein und denselben Tag immer wieder neu. Der arrogante und zynische Phil merkt, dass er den Verlauf des Tages beeinflussen kann, und kämpft schliesslich um die Liebe zu seiner Kollegin Rita (Andie MacDowell).

Organisiert wird die Prognose in Punxsutawney jedes Jahr von den Mitgliedern des Groundhog-Clubs. Sie kümmern sich um das Murmeltier und seine Partnerin Phyllis, die in einem Gehege im Zentrum des Städtchens direkt neben der Stadtbücherei leben. Im vergangenen Jahr hatte Phil einen frühen Frühling vorhergesagt. Meteorologen deuten jedoch immer wieder darauf hin, dass das Murmeltier bislang nur mit etwa jeder dritten Prognose richtig lag.

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Von Christina Horsten, dpa