Filmindustrie

Schweizer Kinos von Filmstarts im Ausland abhängig

kud sda/fa

27.4.2020

Wann kommt der neue Bond-Streifen «No Time To Die» mit Daniel Craig in die Kinos? Voraussichtlich im November.
Keystone

Ob das Corona-Jahr für Schweizer Kinos noch zu retten ist, hängt nicht nur von der Situation in der Schweiz ab. Eine wichtige Rolle spielen Filmstarts in anderen Ländern.

«Um die neuen Produktionen müssen wir uns keine Sorgen machen», sagt Edna Epelbaum, die Kinos in Bern, Biel, Delémont, La Chaux-de-Fonds und Neuenburg betreibt. «Es stehen publikumswirksame Blockbuster wie auch herausragende Arthouse-Titel bereit.»

Aus den USA angekündigt sind etwa der animierte Pixar-Film «Soul», verschoben auf November, das Disney-Kriegsepos «Mulan» auf Juli terminiert, Christopher Nolans «Tenet», ebenfalls im Juli, Warners «Wonder Woman 1984» im August, Disneys «The King's Man» im September und schliesslich die Kino-Gemeinwaffe schlechthin: der neue James Bond «No Time to Die» im November.

All diese Filme starten zuerst in den USA und danach weltweit. Solange aber die USA oder andere Regionen im Lockdown sind, kommen die Filme auch nicht in die Schweiz.

Auch von weiteren Länderstarts ist die Schweiz abhängig: In der Romandie kommen neue Filme meist gleichzeitig mit Frankreich ins Kino; Gleiches gilt für die Deutschschweiz mit Deutschland. Solange dort die Kinos nicht aufmachen, kommen also auch keine Filme in die Schweiz.

Über den Schweizer Film immerhin kann autonom entschieden werden. Eine Kinokarriere traut man etwa dem Berlinale-Wettbewerbsbeitrag «Schwesterlein» mit Nina Hoss und Lars Eidinger zu, mit Kinostart im September, oder «Stürm: Bis wir tot sind oder frei» mit Joel Basman über den Ausbrecherkönig Walter Stürm, geplant für Oktober. «Vielleicht gibt es ja einen guten Kinoherbst, weil sonst so viel abgesagt ist», gibt sich René Gerber optimistisch.

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